Neu-Ulm/Ulm | 06.08.2009
„Warum ist die Fahrrad-Mitnahme im Bus und in der Straßenbahn nur zu bestimmten Zeiten möglich?“ „Warum bedienen private und nicht städtische SWU-Busse einen Stadtteil wie Unterweiler, der doch zum Stadtgebiet gehört?“ „Lässt sich die große Haltestelle am Ehinger Tor nicht freundlicher gestalten?“ „Wann kommt die zweite Straßenbahnlinie?“
Gut drei Stunden lang diskutierten Fahrgäste und Experten der SWU Verkehr einen weit gespannten Bogen von Fragen, Anregungen und Vorschlägen. Hintergrund des Treffens im Verkehrsbetriebshof in der Weststadt: Der von der SWU im Frühjahr angestoßene Fahrgastbeirat hat sich zu seiner ersten ordentlichen Sitzung getroffen. 15 Fahrgäste waren dabei und erörterten Themen aus dem täglichen Bus- und Straßenbahnbetrieb. Diskussionspartner waren Oliver Glaser, Leiter des Hauptgeschäftsfelds Verkehrsmanagement, und Verkehrsplaner Matthias Einmahl. „Die Themenliste wurde im Verlauf des Abends immer länger, ein Wortbeitrag ging aus dem anderen hervor. Das zeigt, dass Fahrgäste den unmittelbaren Dialog mit ihrem Unternehmen wünschen. Das ist konstruktiv für beide Seiten: Das Unternehmen erhält wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung des Angebots. Und der Fahrgast gewinnt mehr Einblick in die Möglichkeiten, aber auch in die Grenzen der Angebotsplanung“, äußerte sich Oliver Glaser zufrieden über den Verlauf der ersten Sitzung.
Die 15 Teilnehmer kamen aus vielen Stadtteilen – unter anderem Böfingen, Söflingen, Eselsberg, Unterweiler, Neu-Ulm Wiley – und sie nutzen nach eigener Aussage den ÖPNV sehr unterschiedlich. So bekannte ein Teilnehmer, „nur sehr selten Bus zu fahren, obwohl die Haltestelle fast vor der Haustür ist“. „Ein gut gemischtes Gremium“, fand Oliver Glaser, „auch – oder gerade – der Wenig-Nutzer tut der Runde gut“. Um Teilnahmewillige zu finden, hatte die SWU Verkehr im März zunächst rund 2.000 Briefe an zufällig ausgewählte Bürger versandt und das Projekt vorgestellt. Gut hundert Bürger hatten geantwortet und ihr grundsätzliches Interesse an einer Mitarbeit signalisiert. Nach einem Vortreffen Ende April loste die SWU Verkehr schließlich die zwanzig Mitglieder des Fahrgastbeirats aus.
Ab Dezember wird eine Buslinie 15 zur Uni fahren
Hauptaufgabe des Fahrgastbeirats ist es, Verbesserungsvorschläge seitens seiner Mitglieder und seitens der Fahrgäste zu bündeln. Beim ersten Treffen zeigte sich, dass die Runde durchaus erweitert werden kann. Zu Fragen wie „Wie lange ist ein Einzelfahrschein genau gültig?“ oder „Warum kostet die Fahrradmitnahme extra?“ soll demnächst ein Fachmann des Nahverkehrsverbunds DING eingeladen werden. Dieser kann auch dazu Stellung nehmen, weshalb den Ulmer Stadtteil Unterweiler kein SWU-Bus sondern ein privater Unternehmer bedient: Die Linienkonzessionen spielen dabei die entscheidende Rolle. Die SWU Verkehr nutzte die Sitzung des Fahrgastbeirats auch, um Neuerungen anzukündigen. So wird ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die jüngst eingeführte Direktverbindung vom Willy-Brandt-Platz zur Universität Süd über Böfingen und die Nordtangente eine „richtige“ Linie werden: Sie trägt dann die Nummer 15. Der Fahrgastbeirat wird im Oktober zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommen. Dann soll auch ein Sprecher gewählt werden.
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