Hochschule Neu-Ulm

Chaosforschung in Planungsketten

Neu-Ulm/Ulm | 18.06.2010

HNU f Newsbox
Hochschule NU

An der Hochschule Neu-Ulm wird erforscht, ob chaotische dynamische Systeme auch in betriebswirtschaftlichen Planungsketten vorkommen.

Das Wetter, Autobahnstaus und Aktienkurse haben eines gemeinsam: Sie lassen sich langfristig nicht vorhersagen. Grund dafür sind komplexe Zusammenhänge, die kaum berechenbar sind. Geringste Abweichungen der zur Prognose verwendeten Daten können zu enormen Veränderungen des Ergebnisses führen.

Bayerische Landesregierung unterstützt Projekt

Ob so genannte "chaotische dynamische Systeme" auch in der betriebswirtschaftlichen Planung vorkommen untersucht Prof. Dr. Michael Grabinski von der Hochschule Neu-Ulm gemeinsam mit drei wissenschaftlichen Mitarbeitern. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Forschung hat für das Forschungsvorhaben 600 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Besonders für die Logistik höchst interessant

Insbesondere in der Logistik wird viel in die Planung langer und komplexer Versorgungsketten investiert. Treten dabei Chaoseffekte auf, ist das Ergebnis unbrauchbar. Das Forschungsprojekt sieht deshalb vor, Größen beispielsweise in Bezug auf Zeitpunkt und Kosten eines Projekts zu identifizieren, bei denen ein chaotisches Verhalten unwahrscheinlich ist. Dazu werden zunächst Standortplanungen und Projektpläne beteiligter Partnerunternehmen untersucht. Parallel dazu werden die auftretenden Chaoseffekte anhand mathematischer Modelle berechnet und schließlich ein Ansatz für eine sichere Planung entwickelt.

Über die Chaostheorie

Die Anwendung der Chaostheorie in der Naturwissenschaft geht auf Edward Lorenz zurück. In den 60er Jahren machte der amerikanische Meteorologe bei der Berechnung eines Wettermodells mit einem Computerprogramm eine überraschende Entdeckung: Als er beim zweiten Testlauf eine Zahl verwendete, die weniger als 0,0001 von der ersten abwich, erhielt er vollkommen andere Ergebnisse als beim ersten Durchgang. Das bedeutet im übertragenen Sinne: Bereits der Flügelschlag eines Schmetterlings reicht aus, um die Wetterlage zu verändern. Diese Metapher wurde als "Schmetterlingseffekt" populär. Lorenz Erkenntnis zog zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen in verschiedenen Disziplinen nach sich.

Weiteres Projekt der Hochschule: Verlagerungseffekte im Güterverkehr

"Chaos in langen Planungsketten" ist das zweite Forschungsprojekt der Hochschule Neu-Ulm, das in diesem Jahr vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Forschung positiv beschieden wurde. Die Erforschung von Verlagerungseffekten im Güterverkehr wird ebenfalls im Zeitraum von April 2010 bis März 2013 gefördert.

zurück drucken versenden verlinken

Mehr zum Thema

An der Hochschule Neu-Ulm regnete es Preise Die Absolventen der Hochschule Neu-Ulm

Die Hochschule Ulm würdigte Absolventen und Absolventinnen für herausragende Abschluss-Arbeiten und ihr ehrenamtliches Engagement – Eine Feierstunde samt Preisvergabe…. [ zum Artikel » ]

MBA-Studiengang für Ärzte in Tansania Prof. Dr. Rainer Burk und Dr. Andrew Cesari

Speziell für Ärzte aus Ost- und Zentralafrika hat die Hochschule Neu-Ulm (HNU) einen MBA-Studiengang entwickelt, der ab 1. August erstmals an der Mzumbe University in Tansania ... [ zum Artikel » ]

Stelle des Hochschul-Kanzlers neu besetzt HNU Kanzler

Die Stelle des Kanzlers an der Hochschule Neu-Ulm (HNU) ist wieder besetzt: Marcus Dingel (Bild: ganz links) leitet ab 1. Januar 2010 die Verwaltung der HNU. [ zum Artikel » ]

Management-Forum an der HNU HNU

Am kommenden Freitag, den 9. April 2010, dreht sich bei Dr. Jörg Hanisch alles rund um die Charakteristika guter Unternehmensführung. [ zum Artikel » ]

Professor Dr. Hänichen neuer Vizepräsident der Hochschule Neu-Ulm Prof. Dr. Hänichen HS Neu-Ulm

Professor Dr. Thomas Hänichen war zuvor Studiendekan und Beauftragter für Wissenstransfer. Ab 1. März übernimmt er das Amt von Prof. Dr. Albert Müller, der sich nach drei ... [ zum Artikel » ]

Firmenchefs vor Patentlösungen gegen die Krise HNU

Die Weltwirtschaft wird durch die anhaltende Finanzkrise kräftig durchgeschüttelt und viele Unternehmen stehen am Rande des Ruins. Doch es gibt mittelständische Firmen, die ... [ zum Artikel » ]

Anzeige

Hidden Champions

Eduard Edel GmbH Bonbonfabrik

Die Helden des regionalen Mittelstandes – wir haben sie aufgespürt und lüften ihre Erfolgs-geheimnisse.

Aktuell: B4B SCHWABEN hat den Geschmacks-Test bei der Eduard Edel Bonbonfabrik gemacht.

IT und Computer

CMG IT WOLKE

Der betriebliche Alltag steckt voller Fragen und Herausforderungen in Sachen IT. Die Antworten finden Sie in unserem neuen B4B SCHWABEN CROSSMEDIA GUIDE.

Anzeige

101 Köpfe

Rüdiger R. Burchardi ist Vorstand bei der Dialog Lebensversicherungs-AG

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben kennen!

Aktuell: Teneriffa oder Augsburg? Warum es Rüdiger R. Burchardi in die Sonne zieht und wo man den besten Fisch in Augsburg genießen kann verrät er im 101 Köpfe Interview.

Top Firmen der Region

Top Firmen in Bayerisch-SChwaben

Firmenporträts erfolgreicher Unternehmen in Bayerisch-Schwaben, Reporte zu Zukunftsbranchen und Analysen zu Perspektiven der Region.

Neu-Ulm/Ulm

Wirtschaftskalender

Thema der Woche

M:access-Analystenkonferenz am 29. März 2012

Mittelstand und Börsengang

Gerade erfolgreiche mittelständische Unternehmen, die expandieren wollen oder ihre Forschung und Entwicklung intensivieren möchten, benötigen ausreichend Kapital. Der Königsweg ist die Finanzierung über ausreichend Eigenkapital.

IHK Magazine

Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft 5|2012 bsw

Die aktuelle Ausgabe 
„Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft“
jetzt online zum Blättern!

›› Ausgabe 05/2012

Anzeige

Bildergalerien Schwaben

Partner in der Region

Jetzt Fan werden