
Hochschule NU
An der Hochschule Neu-Ulm wird erforscht, ob chaotische dynamische Systeme auch in betriebswirtschaftlichen Planungsketten vorkommen.
Das Wetter, Autobahnstaus und Aktienkurse haben eines gemeinsam: Sie lassen sich langfristig nicht vorhersagen. Grund dafür sind komplexe Zusammenhänge, die kaum berechenbar sind. Geringste Abweichungen der zur Prognose verwendeten Daten können zu enormen Veränderungen des Ergebnisses führen.
Bayerische Landesregierung unterstützt Projekt
Ob so genannte "chaotische dynamische Systeme" auch in der betriebswirtschaftlichen Planung vorkommen untersucht Prof. Dr. Michael Grabinski von der Hochschule Neu-Ulm gemeinsam mit drei wissenschaftlichen Mitarbeitern. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Forschung hat für das Forschungsvorhaben 600 000 Euro zur Verfügung gestellt.
Besonders für die Logistik höchst interessant
Insbesondere in der Logistik wird viel in die Planung langer und komplexer Versorgungsketten investiert. Treten dabei Chaoseffekte auf, ist das Ergebnis unbrauchbar. Das Forschungsprojekt sieht deshalb vor, Größen beispielsweise in Bezug auf Zeitpunkt und Kosten eines Projekts zu identifizieren, bei denen ein chaotisches Verhalten unwahrscheinlich ist. Dazu werden zunächst Standortplanungen und Projektpläne beteiligter Partnerunternehmen untersucht. Parallel dazu werden die auftretenden Chaoseffekte anhand mathematischer Modelle berechnet und schließlich ein Ansatz für eine sichere Planung entwickelt.
Über die Chaostheorie
Die Anwendung der Chaostheorie in der Naturwissenschaft geht auf Edward Lorenz zurück. In den 60er Jahren machte der amerikanische Meteorologe bei der Berechnung eines Wettermodells mit einem Computerprogramm eine überraschende Entdeckung: Als er beim zweiten Testlauf eine Zahl verwendete, die weniger als 0,0001 von der ersten abwich, erhielt er vollkommen andere Ergebnisse als beim ersten Durchgang. Das bedeutet im übertragenen Sinne: Bereits der Flügelschlag eines Schmetterlings reicht aus, um die Wetterlage zu verändern. Diese Metapher wurde als "Schmetterlingseffekt" populär. Lorenz Erkenntnis zog zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen in verschiedenen Disziplinen nach sich.
Weiteres Projekt der Hochschule: Verlagerungseffekte im Güterverkehr
"Chaos in langen Planungsketten" ist das zweite Forschungsprojekt der Hochschule Neu-Ulm, das in diesem Jahr vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Forschung positiv beschieden wurde. Die Erforschung von Verlagerungseffekten im Güterverkehr wird ebenfalls im Zeitraum von April 2010 bis März 2013 gefördert.
zurück drucken versenden verlinkenArtikel verlinken
Wenn Sie diesen Artikel von SCHWABEN.B4BMITTELSTAND.DE verlinken wollen, können Sie einfach den nachfolgenden HTML-Code auf Ihre Webseite einfügen:
© SCHWABEN.B4BMITTELSTAND.DE - Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung auf anderen Webseiten, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg ist untersagt. | Impressum