Memmingen/Unterallgäu | 16.01.2012

Zum Empfang hatten sich Vertreter der Stadt im Sitzungssaal des Rathauses versammelt. Foto: Stadt Memmingen.
Dass er in seinem Leben nochmals im Sitzungssaal des Rathauses sprechen würde, damit hat der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Johannes Bauer nicht gerechnet. Schließlich habe er im letzten Jahrhundert hier ein Amt inne gehabt, betonte er bei einem Empfang.
Den Empfang gab die Stadt und sein Amtsnachfolger Dr. Ivo Holzinger anlässlich seines 75. Geburtstages. Die Bürgermeister, Vertreter der Stadtrats-Fraktionen und der ehemalige Stadtkämmerer Rudolf Jurczok hatten sich im Sitzungssaal des Rathauses eingefunden. Alle wollten sie einem Mann gratulieren, der, wie es der Oberbürgermeister ausdrückte, „wichtige Weichenstellungen“ vorgenommen hatte. Bauer war zwei Amtsperioden von 1968 bis 1980 Oberbürgermeister in Memmingen. Er wurde auf dem Empfang von seiner Ehefrau Julia Barbara begleitet.
Markante Entscheidungen fielen in die Amtszeit Dr. Bauers
Hier zählte Dr. Holzinger die Kreisreform wie auch die Landesplanung auf. „Sie sind mit vielen anderen Städten im Verbund erfolgreich gewesen und haben die Kreisfreiheit Memmingens erhalten“, so Dr. Holzinger. Dabei sei die Stadt schon dem Altlandkreis Memmingen versprochen gewesen, erinnerte sich der Jubilar. Ebenso richtig sei die Weichenstellung zur Zugehörigkeit zur Region Donau-Iller gewesen, lobte das heutige Stadtoberhaupt. „Der Kampf mit Kempten war dramatisch“, schilderte Dr. Bauer die Rivalität mit der südlichen Nachbarstadt. Diese kam nicht nur bei der Trassenführung der heutigen Autobahn A 96 zum Ausdruck. Ein schneller Baubeginn einiger Teilstücke und Abmachungen mit Baden-Württemberg bezüglich der Trassenführung hätten hier der Stadt Vorteile gebracht.
Dr. Bauer hat während seiner Amtszeit viel erreicht
„Wir hatten über Generationen hinweg das Ziel, die Stadt voranzubringen. Das war das Geheimnis der erfolgreichen 12 Jahre“, erinnerte sich der Oberbürgermeister außer Diensten. Dabei zählte er zahlreiche Wegbegleiter aller Jahrgänge und Parteien auf. Doch verhehlte er nicht, dass manchen dieser Gemeinsinn zuwider gewesen sei. Zu den großen Projekten Dr. Bauers Amtszeit zählt das Gruppenklärwerk sowie die Stadthalle und das Bürgerstift. Bei letzteren Projekten habe Dr. Bauer die neueingeführte Städtebauförderung geschickt zu nutzen gewusst, würdigte Dr. Holzinger.
1980 kandidierte Dr. Bauer nicht mehr für das Amt des Oberbürgermeisters
Es folgten noch einige berufliche Stationen im Leben von Dr. Bauer. Hierzu gehört die Tätigkeit bei der Bayerischen Landesbank, für die er die Repräsentanzen in Bonn und Brüssel aufbaute. Es folgten weitere Dienste bei der GWB AG sowie in der Schörghuber-Unternehmensgruppe. Dr. Bauer lebt heute am Ammersee. Die Memminger hätten traditionell Oberbürgermeister von außen geholt. Man müsse die nicht schonen, blickte Dr. Bauer zurück. Das trifft auch auf den gebürtigen Augsburger zu. Aus dem Unterland kommend, sei er mit 28 Jahren als Bürgermeister in das Oberland nach Lindenberg im Allgäu gekommen. Schließlich mit 31 Jahren, kam Dr. Bauer „abgehärtet“ nach Memmingen.
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