Memmingen/Unterallgäu | 12.01.2012

Foto: Allgäu Airport Memmingen
Der Ausbau des Allgäu Airports wird vom Bund Naturschutz (BN) in Bayern e.V. stark kritisiert. „Der am Allgäu-Airport betriebene Billig-Flugverkehr zerstört die vielen Klimaschutz-Bemühungen in der Region“, kommentiert Reiner Krieg, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu das Ausbau-Vorhaben, das eine Verdreifachung der Passagierzahlen zum Ziel haben soll.
Gestern und vorgestern fand der Erörterungs-Termin zum Infrastruktur-Ausbau und Betriebszeiten-Verlängerung des Allgäu-Airports in Memmingerberg statt. Die Gegner des neuen Ausbau-Projektes des Allgäu Airports hatten dort die Möglichkeit ihre Argumente der Genehmigungs-Behörde, dem Luftamt Südbayern, zu erörtern. Der Bund Naturschutz in Bayern, der eine umfassende Stellungnahme zum Planungsverfahren abgegeben hat (siehe www.bund-naturschutz.de/verkehr), kritisiert die vollständig fehlende Berücksichtigung der massiven Klimaeinwirkungen des Flugverkehrs im Ausbauverfahren. „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert“, so Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben. „Klimaschutz ist kein abstraktes Thema für internationale Konferenzen, sondern muss vor Ort umgesetzt werden.“ Des weiteren bemängelt der BN, dass die Lärmschutz-Bedürfnisse der umliegenden Bevölkerung nicht ausreichend gewürdigt werden. „Der Antrag ist nicht genehmigungsfähig“, resümiert Prof. Dr. Lutz Eiding, renommierter Fachanwalt für Verwaltungsrecht und ausgewiesener Experte im Luftverkehrs-Recht, der den Bund Naturschutz, die Bürgerinitiative „Bürger gegen Fluglärm“, die Gemeinde Westerheim und einige Privateinwender in dem Verfahren vertritt.
Energetische Anstrengung mit einem Schlag zunichte machen
Das Allgäu hat sich als Klimaschutz-Vorzeigeregion einen Namen gemacht: Energieberatung, Energie-Einsparung in öffentlichen Gebäuden, Ausbau Erneuerbarer Energien wurden in vielen Gemeinden vorbildlich umgesetzt. Doch diese Leistungen könnten mit einem Schlag durch den Ausbau des Allgäu Airports zunichte gemacht werden, stellt der Bund Naturschutz in Bayern e.V. klar. Würden die durch den Ausbau prognostizierten Fluggast-Zahlen erreicht, würde allein der Flugverkehr vom und zum Allgäu Airport das Klimabudget aller Einwohner der Landkreise Unterallgäu, Oberallgäu und Lindau aufbrauchen. Als Berechnungs-Grundlage nimmt man die Ziele der Bundesregierung von zwei Tonnen CO2 pro Person an.
BN findet Subventionszuschüsse vom Freistaat skandalös
Gerade durch den Billig-Flugverkehr, der am Flughafen Memmingerberg ausgeübt wird, wird nach Untersuchungen im Auftrag der Bundesregierung eine zusätzliche Nachfrage von Flugverkehr in einer Höhe von 25 bis 40 Prozent des Aufkommens ausgelöst. D.h. 25 bis 40 Prozent der Fluggäste würden ohne dieses Angebot entweder Schiene oder Straße benutzen oder überhaupt nicht verreisen. Der Bund Naturschutz in Bayern findet es skandalös, dass die Bayerischen Staatsregierung den Ausbau des Allgäu-Airports auch noch mit einem Millionenbetrag subventionieren.
Weitere Informationen unter www.bund-naturschutz.de oder unter www.allgaeu-airport.de
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