Memmingen/Unterallgäu | 23.02.2010
Vom Streik der Lufthansa-Piloten sind seit Montag Passagiere an den Flughäfen München und Nürnberg betroffen. Gut für den Allgäu Airport: er verzeichnet über 20 Prozent mehr Passagiere nach Hamburg, Berlin-Tegel, Köln und Bremen.
Am meisten zu spüren bekommen den viertägigen Ausstand wohl die Fluggäste in München. Wie ein Flughafensprecher auf Anfrage sagte, werden dort nur etwa 40 bis 50 Prozent der Lufthansa-Flüge stattfinden. Zu langen Schlangen an den Umbuchungsschaltern sei es allerdings nicht gekommen. Die Fluggäste seien auf die angekündigten Behinderungen vorbereitet gewesen und hätten sich wohl frühzeitig um Alternativen bemüht.
Kaum zu Einschränkungen kam es durch den Ausstand einem Sprecher zufolge auf dem Flughafen Nürnberg. Am Montagmorgen seien dort zwei Starts und Landungen ausgefallen. Für den Tagesverlauf rechnete der Airport mit lediglich sieben weiteren Ausfällen. Betroffen seien Inlandsflüge von und nach Berlin, Frankfurt am Main und München sowie ein Flug nach Paris.
Memmingen profitiert
Der dritte und kleinste der bayerischen Verkehrsflughäfen, der Allgäu-Airport in Memmingen, profitierte dagegen von dem Streik. «Für uns heißt das, dass eine ganze Reihe von Passagieren für innerdeutsche Flüge umgebucht hat und von Memmingen aus fliegt», sagte Flughafenchef Ralf Schmid. Er spricht von gut 20 Prozent mehr Passagieren nach Hamburg, Berlin-Tegel, Köln und Bremen. Die Umbucher kommen nach ersten Erkenntnissen vor allem von den Flughäfen München und Stuttgart. Vom Allgäu aus starten keine Lufthansa-Flugzeuge. Die Fluggesellschaften Air Berlin und Ryanair fliegen vom Allgäu-Airport aus mehrere deutsche Städte an.
Im Tarifkampf bei Deutschlands größter Airline hat die Gewerkschaft Cockpit 4500 Piloten der Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings zu einem viertägigen, bundesweiten Streik aufgerufen. Bei der Lufthansa werden voraussichtlich zwei Drittel der Flüge ausfallen. Bei Germanwings soll ein Ersatzflugplan 400 der deutschlandweit 600 Flüge sichern. In der Nacht zu Montag begannen die Piloten wie angekündigt ihren Ausstand.
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