Ausbau A 96

A96 ist eine wirtschaftliche Entwicklungsachse

Memmingen/Unterallgäu | 10.03.2010

Schwaben und Oberschwaben vereinbaren als Netzwerk zusammenzuarbeiten
Vertreter der IHK Schwaben und Oberschwaben stellen Wirtschaftsachse A96 vor und vereinbaren als Netzwerk zusammenzuarbeiten

Im November 2009 wurden die letzten Teilstücke der Bundesautobahn A96 fertiggestellt. Dank der nun deutlich verbesserten Infrastruktur bestehen gute Voraussetzungen für die angrenzenden kreisfreien Städte und Landkreise ihre prosperierende Wirtschaft weiter auszubauen.

Unterstützung erhalten sie von den Industrie- und Handelskammern Schwaben und Bodensee-Oberschwaben. Von diesem Netzwerk sollen die Unternehmen entlang der Wirtschaftsachse A96 künftig stärker profitieren.

„Die Region entlang der Entwicklungsachse A96 kann sich sehen lassen“, macht Peter Jany, IHK Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, während eines Pressegespräches auf Schloss Lautrach im Unterallgäu deutlich. Ihre wirtschaftlichen Kennzahlen sind durchgängig besser als die Deutschlands. Auch im Vergleich zu Westdeutschland schneiden die kreisfreien Städte Kempten und Memmingen sowie die Landkreise Ravensburg, Unterallgäu, Oberallgäu, Lindau und der Bodenseekreis als gemeinsamer Wirtschaftsraum besser ab. In puncto Tourismus und Fremdenverkehrsintensität übertrifft die Region entlang der A96 sogar die Ergebnisse von Süddeutschland.

Jeder dritte Arbeitsplatz entsteht im produzierenden Gewerbe

Ein Kriterium für die wirtschaftliche Stärke dieser Region ist die Bevölkerungsentwicklung. Im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt profitieren die Landkreise und kreisfreien Städte von der Binnenmigration und melden stetig steigende Bevölkerungszahlen während der vergangenen zehn Jahre. Besonders ausgeprägt ist das Bevölkerungswachstum im Bodenseekreis und im Landkreis Ravensburg. Positiv bewerten die IHK-Vertreter auch die Dominanz des produzierenden Gewerbes in den Städten und Landkreisen entlang der A96. Laut einer statistischen Erhebung aus dem Jahr 2007 werden über 40 Prozent der Bruttowertschöpfung der Region im produzierenden Gewerbe erwirtschaftet. Auf Bundesebene liegt der Wert 10 Prozent niedriger. Mehr als ein Drittel aller Erwerbstätigen des Wirtschaftsraumes sind im gewerblichen Sektor tätig. Im Bundesgebiet ist nur jeder vierte Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe beschäftigt. Stark vertreten in der Wirtschaftsregion entlang der A96 sind vor allem Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Metallverarbeitung, der Elektrotechnik, des Ernährungsgewerbes und des Sonderfahrzeugbaus. Als „spektakulär hoch“ bezeichnen die IHK-Vertreter den Spezialisierungsgrad der gewerblichen Unternehmen. Dies gilt besonders für den Maschinenbau.

Starke Pluspunkte: Hohe Steuereinnahmekraft und geringe Arbeitslosenquote

Als starke Pluspunkte der Wirtschaftsregion bewerten die IHK Schwaben und Bodensee-Oberschwaben auch die vergleichsweise hohe Steuereinnahmekraft. Sie lag im Jahr 2008 bei 1012 Euro pro Einwohner. Auf Bundesebene betrug der Wert dagegen 935 Euro. Nur in Süddeutschland und im Bundesland Baden-Württemberg war die Steuereinnahmekraft mit 1111 Euro und 1135 Euro pro Bewohner höher. Deutlich niedriger als im Bundesmittel lag dagegen die Arbeitslosenquote im Wirtschaftsraum entlang der A96. Sie war mit 4,3 Prozent im Oktober 2009 nur halb so hoch wie auf Bundesebene.

A96 lässt Entfernungen schrumpfen und fördert Bereitschaft zu pendeln

Beeindruckend sind auch die intensiven Pendlerbewegungen innerhalb der Wirtschaftsregion: Rund 25200 baden-württembergischen Pendlern, die täglich zur Arbeit nach Bayern fahren, stehen 33400 bayerische Arbeitnehmer gegenüber, die ihren Arbeitsplatz in Baden-Württemberg haben. Besonders starke Pendlerbewegungen zeigen sich im Gebiet Ulm und Neu-Ulm, im Raum Biberach/ Memmingen und im Einzugsgebiet Ravensburg/ Friedrichshafen. "Diese Pendlerverflechtung zeigt eindrucksvoll, wie stark der Wirtschaftsraum entlang der A96 bereits zusammengewachsen ist", so die einhellige Meinung der IHK-Vertreter.

IHK will als Netzwerk stärker zusammenarbeiten

Charakteristisch für diesen Wirtschaftsraum ist, dass hier trotz ländlicher Strukturen und einer dezentralen Lage eine große wirtschaftliche Prosparität entstehen konnte. Gleichzeitig teilen die beteiligten Handelskammern die Auffassung, dass das  Potenzial noch deutlich größer ist. Eine wichtige Aufgabe beider Wirtschafts- und Handelskammern muss es daher sein, die Region entlang der Wirtschaftsachse A96 und die dort ansässigen Unternehmen bei ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen. Daher werden die IHK Bodensee-Oberschwaben, die IHK Schwaben und ihre zugehörigen Außenstellen die bereits bestehende Zusammenarbeit weiter intensivieren. Als Beispiele nannte Markus Anselment, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, gemeinsame Messepräsenzen, den Ausbau des Bildungsbereiches und ein kollektives Angebot von Beratungsdienstleistungen für Unternehmen, die im Ausland aktiv werden wollen. Darüber hinaus beabsichtigen die Kammern ein gemeinsames Informationsbüro für den indischen Wirtschaftsraum einzurichten. Ein weiteres Anliegen ist, die Entwicklung der stark frequentierten Verkehrswege zwischen den Landkreisen Unterallgäu, Oberallgäu, Lindau, Ravensburg und dem Bodenseekreis sowie den Städten Kempten und Memmingen voranzutreiben. Hohe Brisanz hat hier vor allem der Ausbau der Bundesstraße 32, die von Wangen über Ravensburg, Bad Saulgau nach Sigmaringen und Hechingen führt.

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