Lindau | 06.07.2009
„Exotisch“ mutet es an, wenn die Handwerkskammer für Schwaben zusammen mit einem schwäbischen Handwerksbetrieb auf der Nachhaltigkeits-Ausstellung „Entdeckungen“ unter dem Leitthema „Wasser“ in Mainau im Bodensee mit einem eigenen Ausstellungspavillon vertreten ist.
Die Ausstellung findet erstmals statt und ist seit Freitag, 3. Juli 2009, dem Abschlusstag der jährlichen Nobelpreisträgertagung eröffnet. Zusammen mit 19 weiteren Ausstellern, darunter Firmen wie Henkel, BAYER, Mars oder Forschungsgesellschaften wie Fraunhofer und die Helmholtz-Gemeinschaft, zeigt der Handwerks-Pavillon, dass sich der Erfinder- und Entwicklergeist im Handwerk mit dem in der Großindustrie messen kann.
„Sauberes Wasser ist unser Handwerk“ - Hightech aus Rain
am Lech
Das 10-Mann-Unternehmen Novoflow aus Rain am Lech, das die HWK für diese Kooperation gewinnen konnte, hat sich auf die Herstellung von Highttech-Filtrationsanlagen spezialisiert, die weltweiten Einsatz finden. In Zeiten der Globalisierung verschmelzen „Hightech“ und Handwerk. Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, werden gerade die Kompetenzen und die Praxisnähe des Handwerksbetriebes zur unabdingbaren Voraussetzung, um aus Hochtechnologie-Entwicklungen marktfähige Produkte zu machen.
Das Besondere an dieser Entwicklung ist, dass die Anlagen äußerst energieeffizient arbeiten, den Einsatz von Chemikalien gänzlich vermeiden und dazu in ihrer Größe im Vergleich zu bisherigen Methoden wesentlich kleiner sind. Für die zugrunde liegenden Entwicklungen, wurde das Unternehmen bereits zweimal mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet. Der Handwerks-Pavillon läuft unter dem Slogan „Sauberes Wasser ist unser Handwerk“.
Handwerkskammer Schwaben begleitet innovative Unternehmen
„Nachdem wir als HWK kurzfristig die Möglichkeit bekamen, uns an dieser Ausstellung zu beteiligen, haben wir sofort zugegriffen,“ ist Vizepräsident Jürgen Schmid begeistert. Zusammen mit der Novoflow GmbH, die die HWK auf ihrem Weg zu verschiedenen Stationen schon in der Vergangenheit beratend begleitet hatte,
konnte ein schlüssiges Konzept eingereicht werden, das von den Organisatoren der Ausstellungsstiftung und Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger - angenommen wurde. „Die Teilnahme an der Ausstellung ist für uns sicherlich ein Experiment, da sich hier
mittelständisches, schwäbisches Handwerk mit großen Playern auf internationalem Parkett misst,“ so auch die Unternehmer Franz Fastner und Franz Liebermann von der Novoflow GmbH.
Exponate – Simulationen – Anwendungsbeispiele
Wenn man jedoch die vielfältigen Anwendungsbereiche dieser Entwicklung – von der Halbleiter- über die Pharmaindustrie bis hin zur metallverarbeitenden oder Luftfahrtindustrie – betrachtet, wird klar, dass das Handwerk hier sehr gut mit den
großen Industriefirmen mithalten kann. Gezeigt werden in der Ausstellung, die sich insbesondere an Kinder, Jugendliche und interessierte Laien richtet, anschauliche Exponate, Simulationen und Anwendungsbeispiele. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat sie maßgeblich finanziert. Die Ausstellung ist vom 3.7. bis 31.8.2009 auf der Insel Mainau zu sehen. Gräfin Bettina Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums, eröffnet sie im Beisein von 23 Nobelpreisträgern und 600 Nachwuchswissenschaftlern sowie Bundesministerin Schavan und Ministerpräsident Oettinger und weiteren Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.
„Entdeckungen“ findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2009, der „Forschungsexpedition Deutschland“ statt. Stiftung und Kuratorium erinnern mit der Ausstellung an Graf Lennart Bernadotte, dem Mitbegründer der weltweit einzigartigen Nobelpreisträgertagungen, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Sehr früh hatte er sich bereits für die Themen Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung eingesetzt. Mit „Entdeckungen“ bringen die Organisatoren diese beiden Themen in einer Ausstellung zusammen.
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