Lindau | 05.03.2009
Die AERO in Friedrichshafen setzt in der Luftfahrtbranche Signale: Mit 570 Ausstellern liegt der Buchungsstand der internationalen Luftfahrt-Fachmesse bei der Zahl der Aussteller wie auch bei den Standflächen über dem Ergebnis von 2007.
Die Messeleitung rechnet mit einem Plus von rund 10 Prozent. Der Markt in Europa mit einem Bestand von insgesamt 50.000 Geschäftsreisejets und Motorflugzeugen sowie rund 200.000 Segel- und Ultraleichtflugzeugen überschreitet einen Wert von 15 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere Ausgaben für fachliche Dienstleistungen rund um das Fliegen wie Ausbildung, Flugzeugwerften oder Flugsicherung. Um dieser wirtschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden, geht Europas wichtigste Messe für die Allgemeine Luftfahrt künftig im jährlichen Turnus an den Start. Die AERO 2009 wächst entgegen dem Trend. Während unlängst in den USA und in Asien zwei Luftfahrtmessen abgesagt wurden, könnte der AERO 2009 eine Vorreiterrolle zur Stabilisierung des Luftfahrtmarktes insgesamt zukommen. Das Angebot der Produkte und Dienstleistungen war in Friedrichshafen jedenfalls noch nie so umfangreich. Nicht nur Flugzeuge der Weltmarktführer Cessna, Hawker Beechcraft, Cirrus, Diamond und anderer sind zu besichtigen, sondern auch die noch wesentlich größere Bandbreite an Ultralight- und Segelflugzeugen sowie Motorsegler. Eindeutiger Trend: In allen Teilbereichen geht die Entwicklung hin zu einer immer hochwertigeren elektronischen Instrumentierung (Avionik). Es scheint im Vorfeld der AERO 2009 bereits absehbar, wann Kollisionswarngeräte, wie sie in der Großluftfahrt längst Standard sind, in modifizierter Form in die Cockpits leichter Reiseflugzeuge eingebaut werden. Dies könnte die Fliegerei nach Sichtflugregeln einen großen Schritt voranbringen.
Nicht zuletzt soll auf diese Weise dem Sicherheitsaspekt beim Fliegen Rechnung getragen werden. Mit der erstmaligen Eröffnung eines rund 4000 Quadratmeter umfassenden Helicopter Hangars bietet die AERO 2009 eine angemessene Präsentationsplattform für Hubschrauber als unverzichtbare Arbeitsgeräte und als sicheres Transportmittel für besondere Aufgaben. Wirtschaftlich interessant ist übrigens, dass die Hubschrauberwirtschaft vom zyklischen Auf und Ab der Weltkonjunktur wenig oder gar nicht beeinflusst wird, weil es zum Hubschrauber bei den meisten Anwendungen in der Regel keine Alternative gibt. In Deutschland bieten rund 100mittelständische Unternehmen Hubschrauberflüge für die unterschiedlichsten Zwecke an: vom Notfall- und Krankentransport über Agrarflüge, Lastentransporte im Gebirge, Filmeinsätze bis hin zum Einsatz als Transportmittel. Nach dem großen Erfolg 2007 bietet die von der Messe Friedrichshafen angebotene dreitägige AERO CONFERENCE auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit, aktuelle Themen aus der Branche zu präsentieren und zu diskutieren. An erster Stelle steht die Frage, mit welchem Treibstoff in Zukunft geflogen wird. Hier hat der Dieselkraftstoff gute Chancen, die Rolle des herkömmlichen Flugbenzins zu übernehmen. Allerdings wird wohl bald aus den USA ein biosynthetischer Treibstoff angeboten, der für den Automarkt ebenfalls interessant werden könnte. Weitere Informationen rund um die AERO 2009 finden Sie im Internet unter http://www.aero-expo.de/.
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