Lindau | 23.10.2009

WEST- Bgm. Anton wolf + Dipl. BW Andrea Schneider
Seit einem Jahr agiert im Westallgäu nun eine Servicestelle, welche sich um die wirtschaftlichen Belange der Region kümmert. Existenzgründer, Neuansiedler und die Pflege ansässiger Betriebe stehen bei der Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle Westallgäu (WEST) im Vordergrund.
Über 250 Beratungsgespräche fanden statt. Vergangen Woche stand die WEST bei einem Informationsabend allen Bürgermeistern und Bürgervertretern Rede und Antwort: was bringt uns die WEST? Wir müssen Unternehmen finden, die das ländliche Umfeld vorziehen“, erklärt Dr. Gerald Mathis, Projektleiter der WEST. „Es werden keine rauchenden Schlote angesiedelt werden, aber wir sind eine attraktive Region für Mittelständler und Dienstleister.“Über ein Jahr besteht die WEST als gemeinsames und ortsübergreifendes Projekt der Regionalentwicklung. Und in diesem Jahr ist schon vieles geschehen: Unternehmensbefragung, Breitbandinitiative, Aktion Runder Tisch, Organisation des Flächenmanagement bei Gewerbeflächen, erste Ansiedlungen und Gründungen, laufende Beratungen von Existenzgründern und bestehenden Firmen.
Für die Firmenansiedlung ist das Westallgäu gut aufgestellt. Einer Nachfrage von 3,8 Hektar steht ein Flächenangebot mehr als 5,6 Hektar gegenüber. Ein Überraschungseffekt für viele, denn das war selbst in Fachkreisen bislang so nicht bekannt. Mathis erklärt, dass es Unternehmer gibt, die sich gezielt für die ländliche Region entscheiden. Schöne Landschaft mit hohem Freizeitwert, geringe Kriminalität, soziale Einbindung, behütete Kindheit mit guten Schulbildungsmöglichkeiten mögen einige der Gründe sein. Andrea Schneider, Standortmanagerin der WEST, ergänzt „wir dürfen Äpfel nicht mit Birnen vergleichen und uns in Konkurrenz zu Wirtschaftsstandorten wie München oder Stuttgart sehen. Wir haben andere Qualitäten.“. Mathis macht auch klar, dass mit großem Firmenzuzug aus fernen Weltgegenden nicht zu rechnen ist. Die Region muss sich aus sich selbst und aus eigener Kraft entwickeln. Dafür benötigt es allerdings optimaler Rahmenbedingungen, welche teilweise in der Verantwortlichkeit der Kommunen liegen, die auch durch die WEST unterstützt werden. Mit Hochdruck arbeitet die WEST auch daran, die Infrastruktur bei der Datenübermittelung zu verbessern, erläutert Schneider. Der Versorgungsgrad mit Datenleitungen für digitalen Austausch ist in Teilen des Westallgäus nicht zufriedenstellend. Derzeit wird von der Firma „Netzwerkagentur“ eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Allerdings wird sich nur dort eine Verbesserung ergeben, wo die Gemeinden bereit sind, Investitionen für den Ausbau zu übernehmen.
Bürgermeister Anton Wolf (Stiefenhofen) verdeutlicht: „Ohne die WEST wären wir nicht auf dem Stand, wie wir jetzt sind. So komplexe Themen wie Breitband sind für eine einzelne Gemeinde gar nicht leistbar.“ Die Gemeindeverwaltungen seien vollgepackt mit Themen und Aufgaben. Aus diesem Grund brauche es eine Stelle, welche die Kräfte bündelt, mit Fachkompetenz und der Weite des Blicks guten Wirtschaftsservice anbietet.
Die WEST wird auch in Zukunft als standortwirtschaftlicher Impulsgeber der Region Westallgäu auftreten. Weitere Projekte für die zukünftig Innovationsfähigkeit und die Wirtschaftskraft der Region werden von der Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle Westallgäu forciert und umgesetzt werden.
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