Kempten/Oberallgäu | 30.08.2010

Gibt es den Fachkräftemangel wirklich?
Die Nachfrage nach Passivhäusern und Energieeffizienzhäusern ist in den letzten Jahren stark gestiegen. In diesem Boom mussten bedauerlicherweise auch einige Bauherren negative Erfahrungen machen.
Denn umso besser der Energiestandard eines Gebäudes ist, desto deutlicher fallen Ausführungsfehler ins Gewicht. Um hier anzusetzen, hat das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) jetzt zusammen mit Partnern ein neues Ausbildungskonzept für Handwerker entwickelt und startet einen neuen Kurs.
eza! entwickelt eine Spezialschulung für Passivhaus-Handwerker
„Was nützt die perfekte Feinplanung, wenn sie nur grob ausgeführt wird?“, fragt eza!- Bereichsleiter Herbert Hanser. Damit weist er auf ein Problem hin. Für das hat eza! jetzt die Lösung gefunden: Eine Spezialschulung für Passivhaus-Handwerker. Energieeffiziente Häuser zu planen, das funktioniere inzwischen gut, so Hanser. Doch an der Ausführung hapere es oftmals. „Der Chef eines Handwerksbetriebes hat oft eine gute Qualifikation. Doch den auf der Baustelle tätigen Mitarbeitern fehlt oft wichtiges Know How“, sagt eza-Geschäftsführer Martin Sambale. „Denn je energieeffizienter ein Haus ist, desto sensibler reagiert das System auf unsaubere Arbeit am Bau“, erklärt er. Eine kleine Unsauberkeit, etwa beim Abdichten der Fenster oder eine an der falschen Stelle gesetzte Bohrung kann die Gebäudehülle eines Passivhauses deutlich schwächen.
Arbeitsqualität wird somit gesteigert
Seit drei Jahren werden bereits Passivhaus-Planer, -Architekten, Ingenieure und Handwerksmeister – bei eza! ausgebildet und zertifiziert. Ein Schulungsangebot speziell für das ausführende Handwerk gab es aber bisher nicht. Erstmals jetzt ab November können Firmen ihre Mitarbeiter bei eza! zu der sechstägigen Schulung senden. Damit können ihre Bauherren künftig sicher gehen, ein einwandfreies Haus zu bekommen. „Vorher hat man da ganz unbedarft ein Loch in die Hauswand gebohrt. Das passiert nach dem Kurs Passivhaushandwerker nicht mehr.“, sagt Klaus Schindele. Der Heizungsspezialist aus Bad Hindelang hat gleich mehrere Mitarbeiter aus seinem Team zum Kurs angemeldet. Denn er ist überzeugt davon, dass er seinen Betrieb dadurch für die Zukunft rüstet. Der Kunde weiß dann, dass ihm qualitätsgesicherte Arbeit abliefert wird.
Zertifikate können im Internet gefunden werden
Hausbesitzer oder Bauherren sollen künftig alle Passivhaus-Handwerker mit Zertifikat über eine Liste im Internet finden. Alle Informationen zum eza!-Kurs sind zu finden unter www.eza-bildung.de.
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