Creditreform Kempten/ Allgäu Winterstein KG

Vor allem Kleinstbetriebe stehen vor der Insolvenz

Kempten/Oberallgäu | 12.07.2010

Insolvenzen auf dem Vormarsch Insolvenzen auf dem Vormarsch

Unternehmens-Insolvenzen im Allgäu sind immer noch aktuell. Rund 500 Arbeitsplätze stehen derzeit auf der Kippe. In einer Region sanken die Insolvenz-Anmeldungen allerdings deutlich.

Der konjunkturelle Aufschwung ist, trotz der deutlich positiveren Aussichten, noch nicht in allen Regionen angekommen. So erhöhte sich die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen auch 2010 nochmals. Vor allem in den Landkreisen Lindau (von 10 auf 12), Oberallgäu (von 14 auf 18) und Unterallgäu (von 14 auf 19) stieg die Zahl der Insolvenzen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009. Deutlich gesunken ist die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen dagegen im Landkreis Ostallgäu. Hier ging die Zahl der Fälle von 21 auf nur noch 13 zurück.

Vor allem kleine Unternehmen sind belastet

Viele Unternehmen in der Region sind noch durch die schwere Rezession im vergangenen Jahr angeschlagen. Ohne Rücklagen war die Liquiditätslage der Betroffenen stark belastet. So schnellten die Insolvenzzahlen gerade bei kleinen Unternehmen in die Höhe. Hinzu kam das eingeschränkte Finanzierungsumfeld, worunter vor allem bonitätsschwache Firmen zu leiden hatten.

Rund 500 Arbeitsplätze sind bedroht

Insgesamt sind durch die insolventen Unternehmen rund 500 Arbeitsplätze bedroht. Ein Großteil dieser Stellen wird im Zuge von Liquidierung bzw. Sanierung voraussichtlich wegfallen. Nur in jedem achten insolventen Unternehmen (12,0 Prozent) waren zum Zeitpunkt der Insolvenzmeldung mehr als zehn Personen beschäftigt. Zumeist sind es Kleinstbetriebe, Gewerbetreibende und selbstständig Tätige ohne oder mit nur wenigen Angestellten, die im ersten Halbjahr 2010 Insolvenz anmelden mussten. Rund 62 Prozent der insolventen Unternehmen in der Region waren im Dienstleistungssektor tätig; 30 Prozent im Handel.

Insolvenzen dehnen sich auf Mittelstand aus

Hierzu Alexandra Winterstein, Einzelprokuristin bei Creditreform in Kempten: „Finanzierungs-Probleme und die schlechte Auftragslage im letzten Jahr wirken noch nach. Das Insolvenzgeschehen hat sich in den ersten Monaten auf viele Bereiche des Mittelstandes ausgedehnt.“