Kempten/Oberallgäu | 27.01.2012

Handwerkskammer Schwaben, Foto: B4BSCHWABEN
Der Präsident der Handwerkskammer Schwaben (HWK), Jürgen Schmid, stellte anlässlich der Jahrespressekonferenz der Handwerkskammer Schwaben die Frage, ob die Unternehmen weiter so wirtschaften dürfen wie bisher. „Nein, wir müssen umdenken. Umweltaspekte, soziale Fragen und Wirtschaftlichkeit müssen ein intaktes Gefüge ergeben, das für die folgenden Generationen tragfähig ist“, erklärte Schmid. Vorreiter sind dabei Handwerksbetriebe.
Der überwiegende Teil der Handwerksbetriebe bietet seine Produkte und Dienstleistungen regional an. Das bedeutet kurze Wege, weniger Belastung durch Verkehrs-Emissionen, Nutzung regionalen Wissens und regionaler Ressourcen. Als Beispiel nannte Schmid die Nahrungsmittel-, sowie die Bau- und Ausbauhandwerke. Dies bringe auch Vorteile für die Beschäftigten in diesen Unternehmen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen nicht wie Nomaden von einem Ort zum anderen ziehen. Das sichert persönliche Stabilität und gibt die Möglichkeit eine Lebensplanung zu erstellen und somit langfristig, positiv in unserer Gesellschaft zu wirken“, lobte Schmid diesen wichtigen sozialen Aspekt der Personalpolitik vieler Handwerksbetriebe.
Betriebsinhaber haften für Unternehmenszukunft
Da die meisten Handwerksunternehmen Familienbetriebe bzw. Inhabergeführte Firmen sind, übernehmen diese Betriebsinhaber auch persönlich Verantwortung für ihre Beschäftigten und einen gesicherten Fortbestand der Betriebe. In den allermeisten Fällen haftet ein solcher Unternehmer mit allem was er hat. Er gibt dem Betrieb ein Gesicht und er steht dafür ein. „Das sind Vorteile, das sind Stabilitätsfaktoren, die für unsere Volkswirtschaft ein Reichtum sind“, hob Schmid hervor. „Diese Unternehmen und ihre Mitarbeiter bezahlen ihre Steuern hier und sie konsumieren auch im Inland“.
Realen Werten verpflichtet
Im Gegensatz zur Finanzwelt, die sich vielfach von der Wirklichkeit abgekoppelt hat, schafft das Handwerk reale Werte und fühlt sich diesen auch verpflichtet. Somit hat das Handwerk gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise eine stabile Ankerfunktion wahrgenommen. Gerade durch die Energiewende erfährt das Handwerk eine zusätzliche Stärkung. Die Umstellung auf nachhaltige Energiesysteme wird ohne das Handwerk und seine individuellen Dienstleistungen nicht funktionieren. „Es gibt keinen anderen Wirtschaftszweig, der die Dienstleistungen rund um Energie-Effizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien so umsetzen kann, die das Handwerk“, betonte HWK-Präsident Schmid. Als Musterbeispiel dafür, dass nachhaltiges Wirtschaften höchst erfolgreich sein kann, stellte die Handwerkskammer das Gebäudereiniger-Unternehmen Breyer aus Buchenberg im Allgäu vor.
Weitere Informationen unter www.hwk-schwaben.de
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