Kempten/Oberallgäu | 01.10.2009
Die Kompetenzagentur ist ein Gemeinschaftsprojekt der Agentur für Arbeit, der Arge Ostallgäu und des Jugendamtes Ostallgäu unter der Trägerschaft der gfi Kempten, gefördert durch den Europäischen Sozialfonds.
Aktuell betreuen 3 sozialpädagogische Fachkräfte rund 100 besonders benachteiligte Jugendliche und Heranwachsende beim Übergang in Ausbildung und Arbeit. Ab September 2009 stand die Finanzierung über die Agentur für Arbeit und damit das ganze Projekt in Frage. Jetzt ist es gelungen, die Mittel in Höhe von 60.000 € für ein weiteres Jahr zu sichern.Landrat Fleschhut: „Wir konnten die Entscheidung die sogenannten Aktivierungshilfen bundesweit zum 01.08.2009 aufzuheben nicht nachvollziehen und haben sie nicht akzeptiert. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, ist es wichtig, benachteiligten Jugendlichen Perspektiven durch Arbeit zu bieten.
Deshalb waren wir hartnäckig und haben uns mit der Ablehnung nicht zufrieden gegeben. Wir freuen uns jetzt vor allem für unsere Jugendlichen.“ Denn mit großem persönlichem Einsatz des Leiters der Agentur für Arbeit in Kempten, Peter Litzka, ist es gelungen, die Weiterfinanzierung bei der Bundesagentur durchzusetzen. So kann die Kompetenzagentur zumindest für ein weiteres Jahr ihre positive Arbeit fortsetzen. Ohne diese Weiterfinanzierung hätte das Angebot eingestellt werden müssen oder der Landkreis hätte eigene Mittel aufwenden müssen.
Seit 3 Jahren kümmern sich die Fachkräfte der Kompetenzagentur mit großem Erfolg um Heranwachsende im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die bei der beruflichen und sozialen Integration Schwierigkeiten haben. Dazu zählen z.B. Schul- und Ausbildungsabbrecher, ungelernte Jugendliche und jugendliche Arbeitslose, Jugendliche, denen die Ausbildungsreife fehlt , Jugendliche mit Migrationshintergrund oder junge alleinerziehende Mütter, Jugendliche mit Suchtproblemen sowie straffällige und strafentlassene Jugendliche. Die Kompetenzagentur unterstützt gerade die jungen Menschen, die durch die üblichen Raster der Förder- und Unterstützungssysteme fallen und solche,
die bereits „Förderkarrieren“ erfolglos durchlaufen haben. Sie übernimmt dabei eine Art Lotsenfunktion, d.h. sie begleitet die Jugendlichen vom ersten Auftreten der Schwierigkeiten bis zur erfolgreichen Integration. Die Sozialpädagoginnen stehen entweder über die Beratungsstellen der gfi in Marktoberdorf und Füssen, über die Jugendzentren und die Schulen zur Verfügung und leisten auch aufsuchende Hilfe (Streetwork). Sie prüfen, welche Eignung, Kompetenzen und Potentiale, aber auch Defizite der Heranwachsende hat und erstellen mit ihm einen individuellen Förderplan
zur Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit und begleiten die Umsetzung.
Angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage ist es ganz besonders wichtig, gerade den jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu eröffnen – denn Jugendliche ohne Berufs- und Lebensperspektive drohen verstärkt in Resignation bis hin zu Sucht und Kriminalität abzugleiten. Hier gilt es so früh wie möglich positive Weichen zu stellen. Eine Beendigung dieses erfolgreichen Hilfsangebotes hätte gerade jetzt in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten eine verheerende Signalwirkung in negativer Hinsicht.
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