Bayerischer Jagdverband

Der Oberallgäuer Wald braucht mehr Raum

Kempten/Oberallgäu | 02.06.2010

Der Oberallgäuer Wald braucht mehr Raum
Der Oberallgäuer Wald braucht mehr Raum

Die guten Absichten von Urlaubern, die durch den Wald wandern, haben immer öfter negative Folgen: das Wild wird massiv gestört. An einem runden Tisch diskutierten Vertreter verschiedener Organisationen, wie die gegensätzlichen Interessen umgesetzt werden könnten.

Im Hindelanger Kurhaus diskutierten einige Organisationen über Themen wie das jüngste Vegetationsgutachten, die aktuelle Bergwald-Offensive und die Rotwild-Bewirtschaftung. Laut einem Bericht des „Allgäuer Anzeigenblatts“ waren neben dem Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Jürgen Vocke, viele Fachleute von Waldwirtschaft, Tourismus, Bauernverband, Forst, Alpenverein und Jagdgenossenschaften anwesend.

Wie viel Tourismus erträgt Wald und Wild?

„Wir wollen zur Verbesserung der Gesamtsituation beitragen“, betonte Initiator Ekkehard Voigt als Vorsitzender des Kreisjagdverbandes. „Das Oberallgäu muss als Naturraum für Mensch und Tier erhalten bleiben.“

Hauptdiskussionspunkt war die Frage, wie viel Tourismus mit dem Schutz von Wald und Wild vereinbar sei. „Geocoaching“ ist zum Beispiel ein Problem für den Wald. Die Teilnehmer laufen abseits der gekennzeichneten Waldwege und teilweise sogar nachts mit Stirnlampen. „Das Wild wird dabei massiv in seiner Ruhe gestört“, sagte Ekkehard Voigt. „Wir fordern deshalb eine bessere Besucherlenkung und Information der Touristen.“

Jäger und Freizeitsportler sollen die Sensibilität des Waldes achten

„Wir müssen dem Wild mehr Raum geben“, war die Erkenntnis von Erich Erbgraf von Waldburg-Zeil, Vorsitzender der Hochwild-Hegegemeinschaft Sonthofen. Das gelte auch für Jäger. Deswegen sei in bestimmten Gebieten die Reduzierung der Rotwild-Bestände sinnvoll. Auch die Tourismusbetriebe haben laut dem Vorsitzenden des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch- Schwaben, Alfons Zeller, eine Schuld an der Misere. Sie hätten zu viel in der Vergangenheit investiert, um Urlauber in der Natur zu lenken. Für ihn sind aber nicht der Tourismus an sich, sondern die Freizeitsportler das Problem.

Auch die Öffentlichkeit soll besser über die Gefahr von zu viel Tourismus informiert werden. „Dass die Menschen in den sensiblen Bereichen auf den Wegen bleiben, können wir verlangen“, sagte Rolf Eberhardt als Geschäftsführer des Naturparks Nagelfluhkette.

Weitere Veranstaltungen sind zwar noch nicht geplant, viele hoffen allerdings auf eine Fortführung des Dialogs.

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