Kempten/Oberallgäu | 24.08.2009
„Die jahrelange Mühe, den Spagat zwischen Denkmalschutz und modernsten Energiestandards zu schaffen, hat sich in jedem Fall gelohnt“, sagt Dietger Henkel. Der Memminger hat mit seiner Familie den 1. Preis in der Kategorie Denkmalschutz für die Sanierung eines denkmalgeschützten Bürgerhauses aus dem 16. Jahrhundert gewonnen.
Die nach Juryurteil zwölf besten Altbausanierungen im Allgäu wurden heute beim Allgäuer Energietag im Rahmen der Festwoche in Kempten der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit ist der groß angelegte Bau- und Sanierungswettbewerb „Allgäuhaus - aus alt mach neu“ von eza! und der Allgäuer Zeitung entschieden. Die beiden Gewinnerhäuser stehen in Memmingen und Oberstdorf.
Heute, nach der Sanierung, benötigt das Gebäude von Dietger Henkel in Memmingen (sh. Bild) sogar um 30 % weniger Energie als ein moderner Neubau. Trotz vieler Denkmalschutzauflagen schaffte es die Familie Henkel gute Wärmedämmung und effiziente Technik, wie beispielsweise eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung in das Gebäude zu integrieren. Den ersten Preis in der Kategorie Mehrfamilienhäuser holte Tobias Kracker, stellvertretender Geschäftsführer der SWW Wohnungsbau GmbH für eine Mustersanierung in Oberstdorf ab. Mit der durch den Architekt Michael Felkner geplanten Sanierung des Mehrfamilienhauses konnte der Energiebedarf sogar um 90% auf die Hälfte eines durchschnittlichen Neubaus gesenkt werden.
„Die Preisträger des Wettbewerbs haben es bewiesen – mit einer energetischen Sanierung kann man Energiekosten sehr weitgehend senken, den Wohnkomfort deutlich erhöhen und einen langfristigen Werterhalt für das Gebäude sicherstellen“ freute sich eza!- Geschäftsführer Martin Sambale bei der Preisverleihung. Er sieht in dem Ergebnis auch eine Bestätigung für den hohen Standard, auf dem mittlerweile viele Allgäuer Architekten, Ingenieure und Handwerker ihre Leistungen bringen.
Wie wichtig das Privatengagement der Hauseigentümer auch für das Weltklima sei, das betonte Professor Wolfgang Seiler, Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung aus Garmisch-Partenkirchen, stellvertretend für die Jury in seiner Rede vor den Festgästen.
Die Geldpreise für die Preisträger in einer Gesamthöhe von 10 000 Euro wurden größtenteils von der Sparkasse Allgäu und der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren gestiftet. Gefördert wurde der gesamte Wettbewerb von CO2NTRA, einer Klimaschutzinitiative der Saint-Gobain Isover G+H AG.
Details und Fotos zu den prämierten Häusern und alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.eza.eu oder in einer Beilage der Allgäuer Zeitung am 22. August zu finden.
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