Kaufbeuren/Ostallgäu | 20.07.2010

Unternehmen für industrielle Instandhaltung leiden stärker
Große Dienstleister sind stärker von Nachfragemangel und Finanzierungs-Engpässen bei Kunden betroffen als andere Unternehmen. Auch Gewerkschaften spielen eine andere Rolle.
Das Geschäft der Instandhaltungs-Unternehmen leidet unter Nachfragemangel und Preisdruck. Bereits im Vorjahr 2008 waren erste Anzeichen für diese Entwicklung erkennbar gewesen. Derzeit machen auch Insourcing-Tendenzen den Dienstleistern zu schaffen. Dennoch sind die Erwartungen an die Zukunft optimistisch. So wird für das Jahr 2010 ein Umsatzplus von im Durchschnitt 8,7 Prozent prognostiziert. Das ist ein Ergebnis der jährlich erscheinenden Lünendonk®-Studie 2010 „Führende Unternehmen für industrielle Instandhaltung“, die ab sofort bei der Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, erhältlich ist.
Finanzierungs-Engpässe bei Kunden bereiten Dienstleistern Sorgen
Große Dienstleistungs-Unternehmen sind von der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise in einigen Teilen stärker betroffen als mittelgroße und kleine Anbieter. Bei differenzierter Betrachtung wird dies beim Nachfragemangel sichtbar: Während die 15 nach Umsatz führenden Instandhaltungs-Unternehmen den Einfluss des Faktors Nachfragemangel auf einer Skala von +2 (starke Behinderung) bis -2 (keine Behinderung) mit 1,7 bewerten, geben alle Unternehmen einen Wert von 0,9 an. Hier zeigt sich, dass die Top 15 deutlich stärker von der Wirtschaftssituation betroffen sind – zumal diese Unternehmen auch enorm viel Personal vorhalten müssen.
Ein ähnlicher Abstand zeigt sich beim Thema Insourcing (Wiedereingliederung von zuvor ausgelagerten Prozessen und Funktionen): Die Top 15 bewerten diesen Behinderungsfaktor mit 1,1, während alle analysierten Unternehmen einen nahezu neutralen Wert von 0,3 angeben. Einigkeit herrscht darüber, dass es sich beim Insourcing um ein temporäres Phänomen handelt und Kunden mittelfristig den Anteil der extern vergebenen Leistungen steigern werden – gleiches gilt für das Thema Outsourcing. Von niedrigen Marktpreisen und Honoraren sind sowohl die großen als auch die mittelgroßen und kleinen Instandhaltungs-Unternehmen betroffen. Laut Lünendonk®-Studie liegen die Werte bei 0,8 bei den Top 15 respektive bei 1,1 bei allen Studienteilnehmern.
Unterschiedliche Wahrnehmung der Rolle von Gewerkschaften
Für die in die Analyse einbezogenen Unternehmen stellen die Gewerkschaften im Durchschnitt keinen Behinderungsfaktor für den Unternehmenserfolg dar. Die Rolle der Gewerkschaften als Behinderungsfaktor wird mit durchschnittlich -0,7 bewertet. Anders fällt die Analyse der Top 15 aus (0,2). „Die Marktführer haben sich aufgrund der hohen Anzahl an Mitarbeitern mit mehr gewerkschaftsrelevanten Themen auseinanderzusetzen“, sagt Antonia Thieg, Beraterin Lünendonk GmbH und Projektleiterin der Instandhaltungsstudie. „So spielen die Gewerkschaften bei den Punkten Tariflohn, Kurzarbeit und Arbeitszeitkonto eine ebenso wichtige Rolle wie bei Arbeitnehmer-Überlassung und Entlassung. Da die Bewertung mit 0,2 im neutralen Bereich liegt, scheint die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Gewerkschaften aber gut zu laufen.“
Ein Wachstum wird erwartet
Trotz der dargestellten Restriktionen rechnen die von Lünendonk analysierten Dienstleister für das laufende Jahr 2010 mit einem Wachstum von durchschnittlich 8,7 Prozent. Für 2009 meldeten diese Unternehmen für Deutschland einen Umsatzrückgang von -0,8 Prozent, wenngleich der Gesamtmarkt stärker betroffen war. „Das positive Bild der führenden Unternehmen wird von mehreren Übernahmen und Fusionen beeinflusst“, sagt Thieg weiter. „Diese Tendenz setzt sich auch im Jahr 2010 fort.“
Hintergrund
Der aktuellen Lünendonk®-Studie liegen Zahlen, Daten und Fakten von 43 in Deutschland tätigen Instandhaltungs-Unternehmen – darunter die 15 nach Inlandsumsatz größten – zugrunde. Sie ist ab sofort als PDFDatei zum Preis von 1.500 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer, inklusive Versand) bei der Lünendonk GmbH erhältlich.
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