Kaufbeuren/Ostallgäu | 18.01.2011

Das humedica-Kinderdorf; Foto: Archiv humedica
humedica ist überall dort, wo dringend Hilfe benötigt wird. Diesmal traf es Brasilien, das von Wasser und Schlammlawinen überschwemmt wurde. Die Organisation ist dort im Einsatz.
Das humedica-Kinderdorf in Brasilien befindet sich zwischen den 70 Kilometer voneinander entfernt liegenden Städten Nova Friburgo und Teresópolis. Zwischen den Städten, die am schlimmsten von den Unwettern und ihren Folgen betroffen sind. 450 Todesopfer allein in diesen beiden Städten ist die schockierende Nachricht, die von Seiten der brasilianischen Behörden kommt.
Katastrophale Zustände rund um das humedica-Kinderdorf
Die Kontaktaufnahme zu den lokalen Mitarbeitern gestaltet sich unterdessen immer noch sehr schwierig. Persönlich mit ihnen gesprochen werden konnte noch nicht. Der ehemalige Leiter von humedica Brasil, Pastor Sergio Veiga, berichtete allerdings, dass er in Nova Friburgo gewesen ist und die Zustände dort katastrophal gewesen seien.
Stärkste Niederschläge seit Jahrzehnten
Niederschläge sind für diese Jahreszeit in Brasilien keine Seltenheit, im Gegenteil. Allerdings waren die diesjährigen saisonalen Unwetter deutlich stärker als in den vergangenen Jahrzehnten. Straßen wurden überschwemmt, Flüsse traten über die Ufer und, was die wohl schlimmsten Auswirkungen hatte, in der bergigen Region forderten Schlammlawinen hunderte Menschenleben. Erst wenn die Regenfälle weniger werden und alle der überfluteten und von Erdrutschen betroffenen Gebiete erreichbar sind, wird das ganze Ausmaß der bereits jetzt schlimmsten Naturkatastrophe seit Jahrzehnten bekannt werden.
170.000 Euro Soforthilfe vom Auswärtigen Amt
Derzeit wird von 150.000 betroffenen Menschen ausgegangen, davon sollen mindestens 20.000 obdachlos geworden sein. Gemeinsam mit den Mitarbeitern von humedica Brasil und dank der großzügigen Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, das humedica bereits 170.000 Euro Soforthilfe zusagte, konnte die Organisation schnell handeln.
humedica ist seit dem Wochenende in Brasilien
Ein humedica-Koordinatorenteam, bestehend aus Nils Stilke, dem Logistiker Christian Simmons und der medizinischen Koordinatorin Dr. Irmgard Harms (Hindelang) ist bereits in Rio angekommen. Auch ein weiteres medizinisches Team wurde bereits zusammengestellt, bestehend aus Dr. Dirk Laue (Bassenheim), Dr. Martin Ulbricht (Zell), Medizinstudent Simon Oeckenpöhler (Köln) und Krankenschwester Katrin Hoffmann (Garmisch-Partenkirchen), das letzten Sonntag unter der Leitung von humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß von Frankfurt aus in das Katastrophengebiet entsendet wurde.
Sofortmaßnahmen laufen an
Die Bereitstellung von Trinkwasser und Desinfektionstabletten für Wasser wird einhergehen mit der medizinischen Behandlung der Betroffenen. Im Anschluss daran wird den Menschen geholfen, die ihr Hab und Gut verloren haben. Sie sollen eine Perspektive für die Zukunft finden.
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