Kaufbeuren/Ostallgäu | 21.12.2011

Frohe Weihnachtsbotschaft von der IHK, Foto: Fotolia
Die Vorsitzenden der vier IHK-Regionalversammlungen im Allgäu geben einen Rückblick auf das ablaufende Jahr. Eine positive Bilanz für 2011 ziehen Markus Brehm (IHK-Regionalvorsitzender Kempten und Oberallgäu), Thomas Holderried (IHK-Regionalvorsitzender Lindau-Bodensee), Gerhard Pfeifer (IHK-Regionalvorsitzender Memmingen und Unterallgäu) und Gerhard Schlichtherle (IHK-Regionalvorsitzender Kaufbeuren und Ostallgäu).
„Insgesamt können wir über alle Branchen hinweg zufrieden sein, die Geschäftslage wird als überwiegend gut oder befriedigend eingestuft“, heißt es seitens der Wirtschaftsvertreter. „Doch die Dynamik des Wachstums hat, wie erwartet, etwas nachgelassen. Die hohen Kostensteigerungen machen den Unternehmen zu schaffen. Das gilt bei Waren, Betriebsmitteln und beim Personal“, ergänzen die Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlungen. Noch vor dem Unglück im japanischen Fukushima hatte das Präsidium der IHK Schwaben das Thema „Energie zu bezahlbaren Preisen für die bayerisch-schwäbische Wirtschaft“ zum Jahresmotto 2011 bestimmt. Der IHK-Ausschuss Umwelt und Energie erarbeitete Anfang des Jahres eine Resolution zur Deckelung der EEG-Umlage für Unternehmen, die im Mai 2011 von der Vollversammlung verabschiedet wurde. Die IHK versucht einerseits die Energiewende konstruktiv zu begleiten, andererseits aber auch auf deren Risiken hinzuweisen, wie steigende Strompreise und Versorgungs-Sicherheit.
Um Kosten zu sparen, müssen Unternehmen an Energieeffizienz denken
Nach den Personal- sind die Energie- und hier insbesondere die Stromkosten in der Regel der zweitgrößte Kostenfaktor produzierender Unternehmen. Eine Umfrage der IHK Schwaben im Juli 2011 lieferte ein ernüchterndes Ergebnis: Eine Stromkosten-Steigerung von 20% wird bei 33% der befragten Unternehmen ein Überdenken des momentanen Standorts für die Produktion auslösen, da dadurch deren Wettbewerbsfähigkeit stark eingeschränkt wird. Energieeffizienz-Maßnahmen können Unternehmen helfen die benötigte Strommenge und damit die Kosten zu reduzieren. Die IHK Schwaben steht Unternehmen hier beratend zur Seite, unter anderem als Regionalpartner der KfW bei der Vermittlung des Förderprogrammes Sonderfond Energieeffizienz.
Ausblick 2012: IHK-Jahresthema Handel
Das Jahresthema der IHK Schwaben für das neue Jahr lautet „Handel im Wandel“. Das bekannte, alte Sprichwort ist von größter Aktualität. Nicht nur die unaufhaltsame Entwicklung im Bereich E-Commerce, sondern auch die stark frequentierten Social Media-Plattformen im Internet verändern das Verbraucher-Verhalten. Deshalb hat das IHK-Präsidium dieses Thema gewählt. Die IHK Schwaben wird ihren Mitglieds-Unternehmen in 2012 unter anderem durch Informations-Veranstaltungen Hilfestellungen anbieten.
Standort-Entscheidung der Bundeswehr trifft das Allgäu
Das einschneidenste Ergebnis für die Allgäuer Wirtschaft war in diesem Jahr sicherlich die Standort-Entscheidung der Bundeswehr Ende Oktober. Durch das Aus für Kaufbeuren, die praktische Schließung von Kempten und die deutlichen Dienstposten-Reduzierungen in Sonthofen und Füssen verliert die Region über 60% ihrer Soldaten und über 2.800 Arbeitsplätze. „Angesichts der damit verbundenen, teilweise erheblichen Auswirkungen gilt es nun, die notwendige „Hilfe zur Selbsthilfe“ beim Bund und beim Land einzufordern und gemeinsam die anstehenden Herausforderungen zu meistern“, so Markus Brehm, der Vorsitzende der Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu. „Wie dies im Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik gelingen kann, zeigt die erfolgreiche Konversion des Fliegerhorstes Memmingerberg zum heutigen Allgäu Airport“, ergänzt Gerhard Pfeifer von der IHK-Regionalstelle Memmingen und Unterallgäu.
Investitionen müssen zum Erhalt der Attraktivität des Wirtschafts-Standortes getätigt werden
Gerhard Schlichtherle, der Vorsitzende der Regionalversammlung Kaufbeuren und Ostallgäu, fügt mit Bezug auf dieses Beispiel hinzu: „Wir brauchen nun Investitionen in geeignete Infrastruktur-Maßnahmen, um die Qualität unseres erfolgreichen Wirtschafts-Standortes nachhaltig zu sichern – zum Beispiel einen zügigen vierspurigen Ausbau der B12 von Buchloe bis Kempten, von dem das ganze Allgäu profitiert.“ Für die betroffenen Soldaten und Zivilmitarbeiter in der Region sehen die Wirtschaftsvertreter ebenfalls gute Möglichkeiten. „Angesichts der hervorragenden konjunkturellen Entwicklung im Allgäu brauchen wir hier vor Ort qualifizierte Fachkräfte“, betont Thomas Holderried, Vorsitzender der Regionalversammlung Lindau-Bodensee
Weitere Informationen unter www.schwaben.ihk.de

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