Kaufbeuren/Ostallgäu | 19.12.2011

Symbolbild Senioren, Foto: Fotolia
Auf Einladung von Alexander Zoller, Seniorenbeauftragter des Landkreises Ostallgäu, informierten sich Bürgermeister und Seniorenbeauftragte über innovative Formen der Selbsthilfe für Senioren. Die Senioren-Genossenschaft Riedlingen in Baden-Württemberg ist dafür ein Musterbeispiel. Sie bietet eine Fülle an Dienstleistungen an und findet großen Zuspruch bei der örtlichen Bevölkerung.
Nicht nur reden, sondern handeln, wollten Josef Martin, 1. Vorsitzender der Seniorengenossenschaft Riedlingen e.V. und weitere Mitbürger als sie vor 20 Jahren eine Selbsthilfe-Vereinigung von und für Senioren gründeten. Obwohl die Skepsis am Anfang groß gewesen sei, so Josef Martin, konnte man die Zweifler schon bald durch großes Engagement und die breite berufliche Kompetenz der ehrenamtlichen Mitarbeiter überzeugen. Mittlerweile ist daraus eine große Organisation mit über 600 Mitarbeitern geworden, die 2004 auf Bundesebene mit dem Zukunftspreis des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologie-Bewertung geehrt wurde.
Vom Menü-Service bis zu Garten- und Schneeräum-Arbeiten
Inhaltlich konzentrieren sich die Aktivitäten der Genossenschaft zum einen auf die Betreuung und Versorgung von älteren Menschen und zum anderen auf das seniorengerechte Wohnen. Ein großer Teil der Dienstleistungen, so Martin, werde ehrenamtlich erbracht. Das Leistungsspektrum ist vielfältig und reicht von einem Menü-Service über Garten- und Schneeräum-Arbeiten bis hin zu Besuchs- und Beratungsdienste beim Betreuten Wohnen. Besonders stolz ist Martin darauf, dass die Genossenschaft eine Tagespflege in eigener Trägerschaft betreibt. Diese Leistungen gibt es nicht ganz umsonst, wie Martin erklärt. Bewusst hätten sie sich für einen Stundensatz von 8,20 Euro entschieden. Damit kann die Genossenschaft eine Aufwands-Entschädigung von 6,80 Euro an die ehrenamtlichen Helfer gewähren und mit dem Rest die laufenden Vereinsausgaben begleichen.
Teamarbeit ist wichtig
Der Seniorenbeauftragte der Gemeinde Pfronten, Alfons Haf, war am Betreibermodell für das Betreute Wohnen interessiert. In Riedlingen hätte man sich auf das Investorenmodell geeinigt, erklärte Martin. Dies geschah allerdings mit dem Zusatz, dass sie damals beim Verkauf der Wohnungen mitwirkten und dafür eine Provision erhielten. Mit dieser konnten sie unter anderem die notwendigen Investitionen für die Tagespflege tätigen. Teamgeist sei wichtig, erläutert Martin, als er von Herbert Heisler, 2. Bürgermeister der Gemeinde Obergünzburg, nach dem Erfolgsgeheimnis gefragt wird. Sie achten daher stets auf ein gutes Miteinander und hätten keine strengen hierarchischen Strukturen für sich gewählt.
Erstes Treffen einer Ostallgäuer Arbeitsgruppe in 2012
Angesteckt vom Riedlinger Erfolg wollen sich die Teilnehmer im neuen Jahr zu einer offenen Arbeitsgruppe im Landratsamt Ostallgäu treffen. Nähere Informationen zur Riedlinger Senioren-Genossenschaft und zum ersten Treffen der Arbeitsgruppe gibt es bei Alexander Zoller, Landratsamt Ostallgäu, Tel. 08342/911-435, alexander.zoller(at)lra-oal.bayern.de.
Mehr Informationen unter www.ostallgaeu.de
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