Kaufbeuren/Ostallgäu | 28.01.2011

Quelle: www.tourismus-fuessen.de
Der grenzüberschreitende Lechweg, von Lech am Arlberg nach Füssen, wird Modellprojekt für ein neues Qualitätssiegel für europäische Wanderwege. Die Eröffnung ist für 2012 geplant.
Bei der diesjährigen Reisemesse CMT in Stuttgart fiel der Startschuss für die Entwicklung eines europaweit einheitlichen Zertifizierungssystems für Wanderwege. Erstmals kam dort eine Lenkungsgruppe unter Leitung der Europäischen Wandervereinigung (EWV) zusammen. Die Experten kamen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich und Tschechien. Sie wollen noch in diesem Jahr Kriterien für ein europäisches Qualitätssiegel und ein Verfahren für den Prüfprozess entwickeln. Als Vorbild für das europäische Qualitätszeichen dient der „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbandes.
Modellprojekt Lechweg – Auszeichnung schon in einem Jahr?
Die dann europaweit geltenden Qualitätsanforderungen sollen noch im Verlauf des Jahres 2011 in die Praxis umgesetzt werden. Vorzeigeroute wird der 120 Kilometer lange „Lechweg – von der Quelle bis zum Fall“. Er reicht von der Lechquelle am Formarinsee über Lech am Arlberg, Warth, die Tiroler Naturparke Lechtal und Reutte bis zum Füssener Lechfall. Er soll nach den neuen Kriterien optimiert und markiert werden. Die Lenkungsgruppe hofft, den Lechweg im Januar 2012 als ersten europäischen Qualitätsweg auszeichnen zu können.
Länderübergreifende, gemeinsame Qualitätskriterien
Füssen Tourismus und Marketing war einer der Motoren hinter der Idee des Lechweges und seiner Zertifizierung. Stefan Fredlmeier, Tourismusdirektor in Füssen, erklärt: „Mit dem Lechweg wollen die Partner den Wanderern das Leichtwandern in den Alpen und durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas anbieten. Für einen von zwei Ländern initiierten und getragenen Wanderweg ist eine europäische Zertifizierung nicht nur eine wichtige Maßnahme im Rahmen unseres Qualitätsmanagements. Sie gibt uns auch die Chance, uns länderübergreifend auf gemeinsame Qualitätskriterien zu verständigen und diese dem Gast einheitlich und transparent zu vermitteln.“
Wanderwegequalität wird immer wichtiger
Nach Aussage der EWV steigt in Europa das Interesse an Wanderangeboten, die einem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden. Lis Nielsen, dänische Präsidentin der EWV, sagt: „Wir wollen deshalb ein einheitliches, einfach zu nutzendes Zertifizierungssystem entwickeln für höchsten Wandergenuss in ganz Europa.“ Ute Dicks, Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes, zum selben Thema: „Wir arbeiten eng mit der EWV zusammen, um unser erfolgreiches und transparentes Zertifizierungsverfahren auf die europäische Ebene zu übertragen.“ Eine wichtige Aufgabe werde darin bestehen, die ursprünglich für die Ebene und das Mittelgebirge optimierten Kriterien auch für das Hochgebirge und die Alpen nutzbar zu machen.
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