Kaufbeuren/Ostallgäu | 26.10.2010

Cholera-Epidemie: Kaufbeurer Organisation hilft wieder in Haiti
Zwei medizinische Einsatzteams hat humedica mittlerweile nach Haiti geschickt. Dort ist die Cholera ausgebrochen – die Lage spitzt sich zu.
In diesen Tagen kommen wieder erschreckende Neuigkeiten aus dem Krisengebiet in Haiti. Viele Befürchtungen und bereits getickerte Nachrichten haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Allerdings reichen die tatsächlichen Entwicklungen aus, um anzuerkennen, dass sich die Situation in dem Land gerade dramatisch zuspitzt. Die Zahl der Opfer und die der Erkrankten steigt schnell an. Das zweite medizinische Team von humedica startete deshalb schon am Sonntagabend in Frankfurt am Main nach Haiti.
Cholera ist in der Hauptstadt angekommen
Und wieder trifft es die Menschen, deren Alltag ohnehin ein Kampf ums Überleben ist. Die Cholera-Epidemie in Haiti hat mittlerweile die Hauptstadt Port-au-Prince erreicht; erste Fälle wurden vom zuständigen Ministerium bestätigt. Das humedica-Team arbeitet im etwa 20 Kilometer außerhalb gelegenen Drouin und bekam schon Montag in der letzten Woche Verstärkung.
Die zweite Einsatzgruppe von humedica
Eine zweite Einsatzgruppe hat Deutschland diesen Sonntag verlassen. Darunter befanden sich neben dem Einsatz des erfahrenen Mediziners Dr. Tobias Kees (Tübingen) auch die Medizinstudenten Simon Oeckenpöhler (Köln), Ferdinand Hofer (Tübingen) und Rashid al Badi (Tübingen). Simon Oeckenpöhler gehörte bereits beim Erdbeben in Haiti im Januar 2010 zum Ersteinsatzteam, Rashid al Badi engagierte sich zuletzt für humedica im Rahmen der Fluthilfe Pakistan.
humedica übernimmt Krankenhaus: 800 Patienten auf zehn verfügbare Betten
Unterdessen hat sich die Lage in Haiti dramatisch zugespitzt: Die Zahl der Todesopfer ist auf über 200 gestiegen, überproportional schnell steigt die Zahl der Erkrankten an.
Das humedica-Einsatzteam in Haiti wird nach Absprache mit dem Gesundheitsministerium wieder im Krankenhaus in Drouin arbeiten, dieses womöglich sogar übernehmen. Dort hatten die Mediziner auch in den vergangenen Tagen zahlreichen Menschen schnell helfen können.
Leider gibt es unmittelbar in dieser Region bisher auch mindestens 50 Tote zu beklagen. Die auf medizinische Basisversorgung spezialisierte Gesundheitsstation von Drouin musste in den vergangenen beiden Tagen einen Ansturm von 800 Patienten aushalten, bei gerade mal zehn verfügbaren Betten.
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