Klimaschutz

Allgäuer CO2-Diät startet

Kaufbeuren/Ostallgäu | 29.06.2009

Allgäuer co2 Diät
Stefan Bosse, Vorsitzender der Allgäu Initiative und Kaufbeurens OB

Mit „Klimaschutz – das Allgäu handelt“ hat die Allgäu Initiative ein neues Konzept erstmals auf der Messe MIR in Kaufbeuren vorgestellt. Absicht der Initiatoren ist, neue Impulse für den Klimaschutz und die regionale Wirtschaft zu setzen.

Mit Hilfe der Eigendynamik der Allgäuer soll die Initiative alle zur Allgäuer CO2-Diät aktivieren: den Privatmann, Städte und Gemeinden und Firmen. Das interaktive Konzept erwuchs aus der Kooperation mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), den Allgäuer Überlandwerken (AÜW) und dem Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten (ZAK).
Die Allgäuer CO2-Diät funktioniert für alle Zielgruppen nach dem gleichen Muster: Basis ist eine CO2-Bilanz als Bestandsaufnahme. Das heißt, Privatpersonen lassen sich Ihre persönlichen Emissionen mit einem CO2-Rechner im Internet oder in den eza!-Energieberatungsstellen berechnen. Unternehmen und Kommunen lassen Ihre Emissionen individuell ermitteln. Dann werden CO2-Minderungsmaßnahmen ergriffen. Nach einem Jahr wird die Waage erneut befragt und die CO2-Bilanz aktualisiert: Die Erfolgskontrolle – wie viel des gesteckten Diätziels ist geschafft? Doch gänzlich CO2-frei zu leben schafft niemand. Deshalb kann sich jeder CO2-Sparer Klimapunkte kaufen um damit seine Emissionen auszugleichen und in den Allgäuer Klimaschutzfonds einzuzahlen. Dieser soll regionale Klimaschutzprojekte im Allgäu anstoßen und fördern. Dadurch hebt sich „Klimaschutz – das Allgäu handelt“ von herkömmlichen Ansätzen ab. Denn diese Art von Klimaschutz kommt der heimischen Wirtschaft zugute – im Gegensatz zum Handel mit CO2-Zertifikaten für Minderungsprojekte in anderen Erdteilen, wie er dieser Tage ja gängig ist.
„Wir können garantieren, dass diese Gelder in der Region bleiben und bei Projekten ankommen, die wirklich CO2-Emissionen reduzieren“, versichert Hans-Jörg Barth, der Projektleiter von Klimaschutz – das Allgäu handelt.
Das Projekt stößt bei den politisch Verantwortlichen auf breiten Rückhalt: „Klimaschutz ist eine Sache der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen. Wir im Allgäu stellen uns dieser Verantwortung und wollen CO2 vor unserer Haustüre sparen. Mit der Allgäuer CO2-Diät hat jeder Bürger, jedes Unternehmen und jede Kommune die Möglichkeit selbst zu handeln“ sagt Stefan Bosse, Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren und stellvertretender Vorsitzender der Allgäu Initiative.
Für Unternehmen und Kommunen ist der Einstieg aufwändiger als für Privatpersonen. Ein rentabler Aufwand, das bekräftigen die ersten Projektteilnehmer. So berichtet Reinhold Speiser von der Firma Bosch über die Beweggründe des Unternehmens:
„Energieeffizienz und Klimaschutz ist in der Rangfolge der Unternehmensziele bei unseren Erzeugnissen schon vor geraumer Zeit ganz nach oben gerückt. Wir streben an, den auf die Wertschöpfung bezogenen Energieverbrauch unserer internen Aktivitäten bis 2020 um 25% zu senken. Ich kann allen Gewerbebetrieben nur empfehlen, das Thema zur Chefsache zu machen und sich eine CO2-Diät zu verordnen. Die Allgäu-Initiative befindet sich da auf dem richtigen Weg."
Die Allgäuer CO2-Diät richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen. Privatpersonen können sofort über den CO2-Rechner im Internet unter www.klimaschutz-allgaeu.de ihre Emissionsbilanz erstellen und ihre Teilnahme erklären. Nähere Informationen und Klimaschutzberatung gibt es auch unter 0180 5333522 (14 Cent/min) und in den eza!-Energieberatungsstellen.
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