Kaufbeuren/Ostallgäu | 14.07.2005
Die 75jährige Erfolgsgeschichte der Firma Fendt wurde gemeinsam mit 500 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in Marktoberdorf, am Firmensitz, gefeiert.
1930 lieferte Johann-Georg Fendt zusammen mit Sohn Hermann den ersten Schlepper mit Dieselmotor aus. 75 Jahre später - bis zum 30. Juni 2005 - hat Fendt insgesamt 595.479 Schlepper von 50 bis maximal 310 PS auf den Markt gebracht, ist unter dem Dach der AGCO Corporation in 41 Ländern präsent und beschäftigt 2.650 Mitarbeiter.
Hochrangige Gäste aus dem In- und Ausland
Zusammen mit 500 Gästen wurde diese unternehmerische Erfolgsgeschichte in Marktoberdorf gefeiert. Eingeladen zu einem Festakt waren hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, die in- und ausländischen Vertriebspartner einschließlich der Zulieferer, langjährige Kunden und ehemalige "Fendtler", Wissenschaftler und Journalisten. Der Deutsche Bauernverband, der VDMA-Fachverband Landtechnik, die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft sowie Geschäftsführer von Landmaschinenfirmen, die eng mit Fendt zusammenarbeiten, zählten ebenso zu den Gästen wie der Aufsichtsrat und der Betriebsrat der AGCO GmbH Marktoberdorf. Auch die Führungsspitze der AGCO Corporation aus Duluth im US-Staat Georgia war nach Marktoberdorf gekommen: Robert J. Ratliff, Chairman of the Board; Martin Richenhagen, President and Chief Executive Officer; Gary L. Collar, Senior Vice President and General Manager Europe; Molly Dye, Vice President Corporate Relations. Begrüßen konnte die Fendt-Geschäftsführung am letzten Tag im Juni während des Festakts im "Modeon" in Marktoberdorf auch die Regional-Verkaufsleiter mit ihren Werkbeauftragten.
Weltweit ausgezeichnete Reputation
Seit nunmehr 30 Jahren bei Fendt, erfüllt ihn dieses 75jährige Jubiläum "mit ganz besonderem Stolz", untermauerte Hermann Merschroth, Vice President Fendt und Sprecher der Geschäftsführung, vor den 500 Gästen während des Festakts. "Das Unternehmen ist stolz auf seine Mannschaft, stolz auf seine Produkte und stolz auf seine Partner." All das zusammen hat laut Merschroth innerhalb von 75 Jahren dazu geführt, dass Fendt heute weltweit über eine "ausgezeichnete Reputation verfügt".
Wenngleich der Name "Dieselross" bei den heutigen Traktoren von Fendt nicht mehr auftaucht und durch Baureihen-Bezeichnungen ersetzt wurde, ist der Mythos rings um diesen Namen unverändert glänzend geblieben - und soll daher jetzt wieder entsprechend gepflegt werden: Hermann Merschroth wies darauf hin, dass bei den Großtraktoren das Dieselross-Emblem seit Kurzem auf dem Kühlergrill wieder zu sehen ist und demnächst auch die anderen Bauserien damit ausgestattet werden sollen. Denn: Das Dieselross-Emblem direkt unter dem Namen "Fendt" auf dem Kühlergrill der Schlepper soll zu dem werden, was der Stern auf der Motorhaube von Mercedes Benz bereits ist - ein Garant höchster Qualität.
Weltweit positive Resonanz
Vom 1930er Dieselross mit 6 PS bis zum 2005er Fendt Vario 930 TMS mit 310 PS sind die Traktoren aus dem bayerischen Marktoberdorf "weltweit auf eine äußerst positive Resonanz gestoßen". Als eine "wegweisende Entscheidung" bezeichnete es Hermann Merschroth, dass Fendt auf den Bau eigener Motoren verzichtet hat und sich stattdessen unter anderem auf die Entwicklung hochklassiger Getriebesysteme konzentrieren konnte - mit dem absolut stufenlosen Vario-Getriebe als Endergebnis; eine Technik, die im internationalen Schlepperbau sämtlichen Systemen der Mitwettbewerber überlegen ist.
Entscheidend für die positive Entwicklung von Fendt war laut Merschroth auch die frühe Anbindung an genossenschaftliche Vertriebspartner, mit der Baywa aus München als größtem Fendthändler an der Spitze. Die Unternehmensphilosophie, parallel zu dieser Raiffeisenschiene lediglich mit solchen Vertriebspartnern des privaten Landmaschinenhandels zusammenzuarbeiten, die über eine erstklassige Markenkompetenz verfügen, hat sich desgleichen als richtig erwiesen.
Ohne AGCO wäre Wachstum nicht möglich gewesen
Prägend für das Unternehmen aus Bayern war der Zusammenschluss mit der AGCO Corporation aus USA, dem weltweit drittgrößten Landtechnikkonzern. Hermann Merschroth wies während des Festakts darauf hin, dass es "von Anfang an klar war", Entwicklung und Produktion der Traktoren in Marktoberdorf aufrecht zu erhalten und dass der Wachstumsschub der letzten Jahre ohne AGCO nicht möglich gewesen wäre. Mit dem US-Konzern konnte sich Fendt "den veränderten Märkten rechtzeitig anpassen" und hat eine Exportquote erreicht, die gegenwärtig bei 70 Prozent liegt. Auch in der Zukunft, so der Vice President und Sprecher der Fendt-Geschäftsführung, ist Marktoberdorf "als Standort nicht gefährdet", da in dieser Produktionsstätte all die technischen Qualitäten entwickelt und hergestellt werden können, die von der professionellen Kundschaft verlangt werden. Hermann Merschroth: "Fendt verpflichtet sich, auch nach 75 Jahren weiterhin ausschließlich Top-Qualität anzubieten."
Arbeitgeber für viele
Auf die Bedeutung von Fendt als wesentlichster Arbeitgeber der Region hat Johann Fleschhut hingewiesen, Landrat des Landkreises Ostallgäu. "Alle Mitarbeiter danken es durch Identifikation und hohes Engagement." Die Menschen in Marktoberdorf sowie im gesamten Umland "sind Fendtler, sind stolz darauf und tragen somit zum Erfolg des Unternehmens bei". Der Landrat: "Die Familie Fendt, die Firma Fendt sowie der AGCO-Konzern stehen für Mut, Innovation und Erfolg, für Verantwortung und echtes Unternehmertum."
Erfreut darüber, "dieses Unternehmen in Bayern zu haben", zeigte sich auch Josef Miller, Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten. Schlepper von Fendt, so der Minister während des Festakts, sind aus der Sicht der Landwirte ein Symbol für technologische Führerschaft und Reife, für Langlebigkeit und Werthaltigkeit. Die äußerst hohe Produktivitätssteigerung innerhalb der Landwirtschaft während der letzten Jahre ist nach Einschätzung des Ministers lediglich durch die konsequente Nutzung des technischen Fortschritts möglich gewesen - und dabei hat Fendt eine führende Rolle eingenommen.
Freiherr Carl-Christian von Plate-Stralenheim, Vorstandsmitglied der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, wies in Marktoberdorf darauf hin, dass sich Fendt bereits sehr früh neutralen Landmaschinenprüfungen gestellt hat, konsequent an den DLG-Ausstellungen teilnahm und dabei hohe Auszeichnungen für "herausragende technische Entwicklungen" erhielt, beispielsweise 1997 die Goldmedaille der DLG für das Vario-Getriebe. Und schließlich: "Die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Beratung, mit Verbänden und Organisationen der Landwirtschaft hat ebenfalls zum Erfolg des Unternehmens beigetragen."
Zur Premiummarke aufgestiegen
Vor 70 Jahren haben Fendt und die Baywa ihre vertriebliche Zusammenarbeit aufgenommen - das 75jährige Firmenjubiläum von Fendt ist für Wolfgang Deml, Vorstandsvorsitzender der größten deutschen Raiffeisen-Zentralgenossenschaft, daher "auch ein Jubiläum für die Baywa". Nach der "Erfolgsstory des Dieselross" ist Fendt nach Einschätzung des Baywa-Chefs jetzt "zur Premiummarke" der weltweit agierenden AGCO Corporation aufgestiegen, hat dank des US-Konzerns eine internationale Plattform erhalten und konnte somit einen deutlichen Wachstumsschub realisieren. "AGCO erhielt mit Fendt die technische Spitzenmarke des internationalen Schlepperbaus."
Ein gebürtiger Preuße, der in den USA ein Unternehmen führt, das erfolgreich Traktoren aus Bayern verkauft - so charakterisierte sich Martin Richenhagen, President und Chief Executive Officer der AGCO Corporation, während des Festakts in Marktoberdorf. Dass aus dem Dieselross ein technisch weltweit führender Schlepper wurde, ist laut Richenhagen der hohen Qualifikation aller Mitarbeiter von Fendt zu verdanken. Der Dank des AGCO-Chefs galt darüber hinaus auch dem Betriebsrat des Unternehmens, den Vertriebspartnern und Kunden. Seit der Übernahme hat AGCO bei Fendt 180 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung investiert, für den Ausbau der Produktion waren es 250 Mio. Euro. Martin Richenhagen mit Blick auf einen Mitwettbewerber: "Dieses Dieselross ist unser bestes Pferd im Stall, das jeden Hirsch um Pferdelängen überholt."
Marktoberdorf treu geblieben
Nach der Übernahme von Fendt durch die AGCO Corporation sind Know-How und Produktion - mithin die Arbeitsplätze - in Marktoberdorf geblieben; die anfängliche Sorge vieler Menschen, ihren Job bei Fendt zu verlieren, war unbegründet. "AGCO hat sich an alle Absprachen hinsichtlich der Standortsicherung gehalten", bilanzierte Dr. Otto Wiesheu, Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Dank der internationalen Platzierung des US-Konzern ist der Traktorenspezialist aus Bayern heute in 41 Länder mit seinen Hightech-Schleppern präsent. Mit Blick auf die weltweiten Exportmärkte und das Preis-Leistungsverhältnis unterstrich der Minister, dass deutsche Produkte immer um das Maß besser sein müssen, um das sie teurer sind. Und das trifft nach Einschätzung von Wiesheu in vollem Umfang auf die Maschinen von Fendt zu.
Moretti träumt vom Fendt-fahren
Eine Fendt-History der feinsten Art präsentierte das "Theater Mobile" während des Festakts: Die Laienschauspieler aus Marktoberdorf zeichneten in einer geradezu professionellen Form mit perfekten szenischen Darstellungen - eingebettet in Filmprojektionen, Kostümen und aktueller Musik der jeweiligen Zeitabschnitte - die gesamte Firmengeschichte von Fendt akribisch nach, unterstützt von der Showkapelle "Voice".
Und schließlich - für reichlich Heiterkeit sorgte Tobias Moretti, österreichischer Theater- und Filmschauspieler, langläufig bekannt aus der TV-Serie "Kommissar Rex". In Marktoberdorf aber stand kein Krimi mit Schäferhund auf dem Programm, sondern eine Rezitation der Filser Briefe, die mit urbayerischer Wucht die Religion und die Kunst arg auf die Schippe nehmen. Am Ende entpuppte sich der Mime und Hobbybauer dann auch noch als Fendt-Fan, der "als Bub schon immer davon geträumt hat, einmal einen Fendt fahren zu können".
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