Günzburg | 04.08.2010
Fünf junge Diplom-Ingenieure und ein Meister haben die Ausbildung zu Schichtleitern und Schichtleitervertretern des Kernkraftwerks Gundremmingen erfolgreich abgeschlossen.
Trotz der Hitze der vergangenen Wochen haben die auszubildenden Schichtleiter im Kernkraftwerk einen kühlen Kopf bewahrt. Die Ausbildung zu Schichtleiter und Schichtvertreter im Kernkraftwerk ist höchst anspruchsvoll. Fünf Diplom-Ingenieure und ein Meister haben sie abgeschlossen. Die sechs sind aus den Landkreisen Dillingen, Günzburg und Neu-Ulm.
Prüfungskommission aus Vertretern wichtiger Organisationen
Bei der offiziellen Fachkundeprüfung erreichte das Sextett überdurchschnittliche Ergebnisse. Damit hat es die behördliche Lizenz zum Steuern des Kernkraftwerks erhalten. Jeder von ihnen musste sich einer Prüfungskommission stellen. Diese bewertete das Anlagenverständnis der angehenden Kernkraftwerk-Schichtleiter sowie ihr Verhalten in außergewöhnlichen Situationen. Die Prüfungskommission bestand aus Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, der Gesellschaft für Reaktorsicherheit, des TÜV Süd sowie des Kernkraftwerks Gundremmingen.
Das Besondere an der Ausbildungsgruppe
"Das Besondere an dieser Ausbildungsgruppe ist: dass sie diese Ausbildung als Grundlage für ihre weiteren Aufgaben im Bereich Technik des Kraftwerks durchlaufen durfte", erklärt Dr. Helmut Bläsig. Er nimmt eine Doppelfunktion ein: Er ist Prüfer und technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen.
Schulungen in Kernphysik an der Fachhochschule Ulm
Die Ausbildung findet parallel zum Berufsalltag statt. Ausbildungsleiter Heinrich Töpner nennt dieses System "Training on the Job". Die Ausbildung dauert zunächst drei Jahre. Dann darf der Diplom-Ingenieur jedoch noch nicht als alleinverantwortlicher Schichtleiter 1 einen Kraftwerksblock im Kernkraftwerk steuern: Dafür sind weitere zwei Jahre Praxisarbeit auf der Schicht in der Leitwarte nötig. Während der Ausbildung werden die Nachwuchskräfte zum einen in der Warte des Kernkraftwerks eingesetzt. Zum anderen lernen sie die Funktionsweise der gesamten Anlage kennen. Sie machen sich genauestens mit den Vorschriften vertraut. Neben der Ausbildung im Kernkraftwerk sind weitere Schulungen obligatorisch: Die Fachkundeschulung über die Grundlagen der Kernphysik an der Fachhochschule Ulm sowie Trainingswochen im Kernkraftwerk-Simulator.
Perfekter Kernkraftwerk-Simulator
"In Essen haben wir einen Simulator, der die Anlagendynamik unseres Siedewasserreaktors eins zu eins widerspiegelt. Dadurch können wir auch auf unvorhergesehene Situationen vorbereiten. So dass diese dann im Ernstfall ruhig und professionell bearbeitet werden", erklärt Töpner weiter.
Schichtleiter leisten Beitrag zum sicheren Betrieb des Kernkraftwerk
"Jeder unserer neuen Schichtleiter oder Schichtleitervertreter leistet seinen unmittelbaren Beitrag zum sicheren Betrieb des Kernkraftwerks Gundremmingen. Beispielsweise kann das in der Ausbildung erworbene, umfassende Anlagenverständnis das gegenseitige Verständnis zwischen den Technikern und den praxisbezogenen Reaktorfahrern stärken", freut sich Dr. Helmut Bläsig über die hohe Qualifikation seiner Mitarbeiter.
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