Günzburg | 08.10.2009
Firma Bendl aus Günzburg revolutioniert die Kanalsanierung. Hierfür hat das Unternehmen eine große Summe investiert.
Rund 200 000 Euro hat die Günzburger Firma Bendl in ihr neues "Firmenmitglied" investiert. Ein High-Tech Fahrzeug zur Reparatur maroder Kanalrohre mittels eines Miniroboters.
Eine ferngesteuerte Kamera dienst zur Einsichtnahme des kaputten Abflussschachtes. „Das sind meist Scherben, Risse, Ablagerungen“, erklärt Diplom-Ingenieur Hans-Peter Vogt, Abteilungsleiter des Bereichs Kanalsanierung bei Bendl.
Schlauchähnliches Gebilde
An der Kamera ist ein kleiner Roboter angebaut, der sich in den Abflussrohrendurch Manschetten fortbewegen kann. Dieses lange Metallgebilde in Schlauchform ist in der Lage überflüssige Ansammlungen in den Rohren wegzufräsen. Dies geschieht alles ferngesteuert.
Das neue Gerät ist auch in der Lage das Rohr zu reparieren. In das kaputte Rohr wird ein in Kunstharz getränkter Filzschlauch gedrückt. Dies passiert mit Druckluft vom dem Lastwagen aus. Wenn das Harz hart wird, ist ein neues Rohr im alten entstanden, ohne dass die Erde tagelang aufgebuddelt werden musste. „Dadurch entsteht kein Dreck durch Ausbaggern, lediglich der Kanaldeckel muss geöffnet werden“, erläutert Vogt die Vorteile des modernen Sanierungssystems.
Das neue System sei billiger und unkomplizierter, sagt Vogt. Wo früher tagelang Erde abgetragen werden musste, soll nun ein Hightech-Arbeitstag genügen.
Über mangelnde Nachfrage bei der Kanalsanierung kann Bendl nicht klagen. Der Grund dafür scheint logisch: Rund 400 000 Kilometer Kanalleitungen gibt es in Deutschland. Durch Schäden sickert ungeklärtes Wasser in der Größenordnung des Bodenseevolumens in die Erde.
Es ist die Pflicht eines jeden Hausbesitzers seine Zuleitungen am Haus abzudichten. Zwischen drei- und viertausend Euro koste eine private Sanierung in der Regel, erläutert Vogt den finanziellen Aufwand für die Häuslebauer.
Bereits 15 von 100 Mitarbeitern sind bereits im Bereich Kanalsanierung tätig. „Es werden sicherlich noch mehr“, sagt Geschäftsführer Alexander Hancer mit Blick auf die Zukunft der maroden Kanäle in ganz Deutschland.
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