Günzburg | 02.05.2011
Zum 1. Mai ging Block B in Gundremmingen vom Netz. Jetzt stehen große Revisionsarbeiten an um das Kraftwerk zu modernisieren. Wird das Kernkraftwerk dadurch wirklich zukunftstauglich?
Zum 1. Mai wurde der Block B des Kernkraftwerkes in Gundremmingen zwar abgeschaltet. Grund ist aber nicht die Einsicht nach der Katastrophe in Fukushima. Gundremmingen rüstet, allen Kritiken an der Atomkraft zum Trotz, für die Zukunft auf. Geplant sind Investitionen in Höhe von 29 Millionen Euro.
Schließt Gundremmingen die Augen vor der Atom-Katastrophe?
Die Diskussionen um die mögliche Abschaltung von deutschen Kernkraftwerken reißen nicht ab. Noch immer werden vehement Stimmen laut, die die Abschaltung der Kernkraftwerke fordern. Auch in Schwaben ist man besorgt. In Gundremmingen setzt man deswegen auf Modernisierung. Das Kernkraftwerk möchte mit den geplanten Investitionen Kern-Energie sicherer machen.
Die Modernisierungen in Gundremmingen
Einen wesentlichen Schwerpunkt der Arbeiten in Gundremmingen bildet die Fortsetzung des kontinuierlichen Programms zur Anlagen-Modernisierung. So soll die zweite der insgesamt vier Kondensat-Reinigungs-Straßen von Block B in Gundremmingen erneuert werden. Diese Vorrichtungen haben im Kernkraftwerk die Aufgabe, das Wasser zu reinigen, das nach seinem Einsatz als Frischdampf an den Turbinen kondensiert und wieder zurück in den Reaktor-Druckbehälter geführt wird. Durch die Modernisierung soll die Effizienz der Reinigung steigen. Darüber hinaus soll einer der sechs für Block B vorgehaltenen Not-Strom-Diesel turnusmäßig ersetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt soll der Wechsel von rund 100 Brennelementen sein. Trotz der Modernisierungs-Maßnahmen bleibt die Frage, ob Atomkraft und das Kernkraftwerk Gundremmingen in Zukunft Bestand haben können – und überhaupt sollten.
Gundremmingen investiert 29 Millionen Euro
Insgesamt hat das Revisionsteam aus Mitarbeitern des Kernkraftwerks Gundremmingen und Spezialisten von Partner-Firmen mehr als 3.300 Arbeitsaufträge zur vorbeugenden Instandhaltung auf dem Revisionsplan. Hinzu kommen rund 330 wiederkehrende Prüfungen an einzelnen Anlagen-Systemen. Gut 50 unabhängige Sachverständige des TÜV Süd und der Aufsichtsbehörde überwachen die Arbeiten. Das Kernkraftwerk Gundremmingen gibt sich alle Mühe, zukunftstauglich zu werden, doch der Zweifel bleibt. Nach der Atom-Katastrophe in Fukushima haben viele das Vertrauen in Kern-Energie verloren. Es bleibt also fraglich, ob es nicht besser wäre, derartige Summen in alternative Energien zu investieren.
Gundremmingen investiert in die Region
Immerhin profitieren schwäbische Unternehmen von den 29 Millionen Euro, die Gundremmingen investiert. Etwa ein Drittel des Auftragsvolumens vergibt das Kernkraftwerk an Betriebe aus der Region Bayerisch-Schwaben. Auch das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie der heimische Einzelhandel profitieren von zahlreichen Revisionsgästen. In der 21. Kalenderwoche wird Block B voraussichtlich wieder den Leistungsbetrieb aufnehmen.
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