Günzburg | 16.08.2010

Kernkraftwerk Gundremmingen Luftaufnahme
Das Kernkraftwerk Gundremmingen hat rund 50 Millionen Euro für Modernisierung und Instandhaltung investiert: Jetzt ist der Block B des Kernkraftwerk nach siebenwöchiger Revision wieder am Netz.
Mit dem Anfahren des 1.344-Megawatt-Blocks B des Kernkraftwerks Gundremmingen ist die diesjährige Revision am vergangenen Montagabend offiziell beendet worden.
Parallel zum Hochfahren wurden zahlreiche Prüf- und Inbetriebsetzungsprogramme abgearbeitet. Darunter auch die alle zwei Jahre vorgeschriebene, geplante manuelle Reaktorschnellabschaltung am Mittwoch. Die Reaktorschnellabschaltung verlief erfolgreich. An einem Messsystem, das nur beim Anfahrvorgang benötigt wird, musste zum Wiederanfahren anschließend eine Schwergängigkeit behoben werden. Dadurch verzögerte sich der Startvorgang um einen Tag auf gestern Abend.
40 unabhängige Sachverständige und TÜV Süd prüfen Kernkraftwerk
"Alle sicherheitstechnischen relevanten Arbeiten wurden durch über 40 unabhängige Sachverständige des TÜV Süd geprüft und bewertet." Das erklärt Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen. "Für uns hat die Qualität der Arbeiten und somit die Sicherheit der Anlage oberste Priorität. Hier geht Sorgfalt vor Schnelligkeit."
Revision und umfangreiche Modernisierungen
Schon zu Beginn der Arbeiten hatte das Kraftwerk im Rahmen eines Pressegesprächs und im Internet auf die besonderen Herausforderungen der Revision hingewiesen. Bei dieser standen zudem umfangreiche Modernisierungen an. "Uns ist es wichtig, die Öffentlichkeit transparent und umfassend zu informieren", so Bläsig weiter.
Siebenwöchige Revision im Kernkraftwerk: umfangreiche Arbeiten
Im Rahmen der knapp siebenwöchigen Revision mussten mehr als 5.500 Arbeitsaufträge abgearbeitet werden. Dazu gehören fast 1.000 wiederkehrende Prüfungen, Inspektions- und Prüfprogrammen an Rohrleitungen, Armaturen, Ventilen, Elektromotoren und Schaltern. Wesentliche Schwerpunkte der Modernisierung waren zum einen der Umbau einer von vier Kondensat-Reinigungs-Straßen. Zudem die Umstellung der Leittechnik für eine der Nebenwarten auf digitale Technik. Zur Bewältigung aller anstehenden Arbeiten und Aufgaben unterstützten rund 1.650 Mitarbeiter von über 160 Fachfirmen das Gundremminger Kraftwerks-Team.
Kernkraftwerk investiert 50 Millionen Euro
"Für das Gesamtpaket Modernisierungs- und Jahresrevision in Block B einschließlich Brennelementwechsel haben wir rund 50 Millionen Euro aufgewendet." Das verdeutlicht Christoph Quick, kaufmännischer Geschäftsführer, die wirtschaftliche Dimension. Er betont: "Bei der Auftragsvergabe wurden wann immer möglich Betriebe aus der Region berücksichtigt."
Kommendes Wochenende: Block C des Kernkraftwerk wird geprüft
Am Wochenende wird Block B die volle Leistung erreichen. Zu diesem Zeitpunkt sind an Block C mehrere wiederkehrende Prüfungen vorzunehmen. Das ist im Jahresprüfprogramm vorgeschrieben. Daher wird die Stromproduktion hier vorübergehend gedrosselt.
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