Kögel insolvent

Interview mit Andreas Lubitz

Günzburg | 03.08.2009

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"Das ist nicht das Aus für das Unternehmen"

B4B SCHWABEN im Interview mit Andreas Lubitz, Leiter Zentrale Unternehmenskommunikation bei Kögel: "Wir haben einen extremen Nachfragerückgang auf dem Markt, immerhin von fast 90 Prozent. Diese Situation kann kein Unternehmen lange durchhalten."

B4B SCHWABEN: Nun muss die Kögel Fahrzeuge GmbH bereits zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren Insolvenz anmelden, beim ersten Mal hat der Rettungsversuch geklappt – wird es auch diesmal gelingen, den Hals aus der Schlinge zu ziehen?

Andreas Lubitz: Die Situation ist eine ganz andere als vor fünf Jahren. Das ursächliche Verschulden liegt nicht bei der Unternehmensleitung, sondern an externen Faktoren. Wir haben einen extremen Nachfragerückgang auf dem Markt, immerhin von fast 90 Prozent. Diese Situation kann kein Unternehmen lange durchhalten. Wir haben schon im Vorfeld alles versucht, erwähnt sei hier die Einführung der Kurzarbeit oder Gespräche mit Banken, um die Situation noch länger zu überstehen. Außerdem sind sehr viele Faktoren zusammen gekommen, die Reaktion der Kreditversicherer, die die gesamte Nutzfahrzeugbranche abgestuft haben zum Beispiel. Nun haben wir einfach einen Zustand erreicht, bei dem wir gesetzlich dazu verpflichtet waren, zu handeln und Insolvenz anzumelden.

B4B SCHWABEN: Wie geht es nun weiter?

Andreas Lubitz: In den nächsten Tagen wird der Insolvenzverwalter die Lage des Unternehmens einschätzen. Solange müssen wir abwarten, aber ich kann Ihnen versichern, der Insolvenzverwalter arbeitet an einer uneingeschränkten Betriebsfortführung. Unser Ziel ist es die Zerschlagung der Firma Kögel zu verhindern und das Unternehmen als Ganzes zu erhalten, die Insolvenz bedeutet nicht das Aus für das Unternehmen!

B4B SCHWABEN Wie viele Arbeitsplätze wird die Insolvenz in Burtenbach kosten?

Andreas Lubitz: Das kann man im Moment auch noch nicht abschätzen, der Insolvenzverwalter weiß auch erst seit heute von der Situation, hier müssen wir auf seine Einschätzung warten.

B4B SCHWABEN: Erst in der vergangenen Woche wurde Finanzchef Günter Weinberger als neuer Geschäftsführer berufen, der bisherige CEO Alexander Tietje und der Vertriebschef Andreas Berndmeyer behielten lediglich die Verantwortung für ihre bisherigen Geschäftsbereiche, hängt diese Personal - Entscheidung mit der Insolvenz zusammen?

Andreas Lubitz: Ja, wir haben Günter Weinberger berufen, als absehbar war, dass schnell etwas getan werden muss. Er sollte sich ganz auf diese Aufgabe konzentrieren um noch kurzfristig das Steuer herumzureißen, leider ist das nicht geglückt. Die Insolvenz ist nun ein notwendiger Schritt, wir bleiben aber weiterhin im Gespräch mit den Banken, um für das ganze Unternehmen Kögel eine gute Lösung zu finden.