Kernkraftwerk Gundremmingen

Gundremmingen will Atomkraft bis 2030

Günzburg | 18.07.2011

Kernkraftwerk Gundremmingen, Foto: KKW Gundremmingen
Kernkraftwerk Gundremmingen, Foto: KKW Gundremmingen

Das Vertrauen in die Kernenergie scheint in Gundremmingen nicht nachgelassen zu haben. 46,6 Prozent in Burgau und Umgebung würden das Kernkraftwerk Gundremmingen gerne bis 2030 laufen lassen.

Das Vertrauen der Bürger in das Kernkraftwerk Gundremmingen scheint Berichten der AZ zufolge vor Ort nach wie vor hoch zu sein. Dies ergab eine Umfrage der Günzburger Zeitung in der Region Burgau und Umgebung zum Kernkraftwerk Gundremmingen.

Vertrauen in das Kernkraftwerk Gundremmingen

Vor Ort sagten 46,6 Prozent der Befragten, dass das Atomkraftwerk Gundremmingen bis 2030 weiterlaufen sollte. Nur 34,7 Prozent sind der Meinung, das Kernkraftwerk müsse sofort abgeschaltet werden. Das Vertrauen in die Kernenergie scheint in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk Gundremmingen demnach ungebrochen.

Mehr Atomkraft-Diskussionen? Nein danke!

Das Gesetz zum Atom-Ausstieg sieht vor, dass der Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen 2017 vom Netz geht. Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen solle schließlich 2021 abgeschaltet werden. Viele Bürgerinnen und Bürger scheinen jedoch auch der Diskussion überdrüssig. Ganze 19 Prozent der Befragten antworteten laut Angaben der AZ, dass die Kernkraft-Diskussion sie nicht interessiere.

Gundremmingen gegen den Rest Deutschlands?

Der Bürgermeister von Gundremmingen, Wolfgang Mayer, sieht sich unterdessen in seinem Urteil bestätigt: „Die Atomenergie hat im Landkreis Günzburg Rückhalt. Sobald Sie über die Grenze in den Landkreis Dillingen gehen, ist das anders.“ Mayer scheint richtig zu liegen. Laut AZ hätten sich bei einer Umfrage der Donau-Zeitung im Altlandkreis Dillingen 55,3 Prozent gegen längere Laufzeiten der Atommeiler ausgesprochen.

Gundremmingen gegen Hauruck-Aktion

Meyer hält die 46,6 Prozent für ein starkes Votum für eine längere Laufzeit des Kernkraftwerks Gudnremmingen. „In dieser Situation, nach der Katastrophe von Fukushima, hätte ich das so nicht erwartet“, sagt der Bürgermeister Gundremmingen. Alle hätten gewusst, dass das Gundremminger Kraftwerk nicht für immer laufen würde. „Die Hauruck-Aktion des Atomausstiegs kann ich aber nicht verstehen.“ Mayer hätte es für sinnvoller gehalten, den Umstieg auf die erneuerbaren Energien voranzutreiben. 2020, so Mayer, hätte dann über den endgültigen Atomausstieg „auf einer vernünftigen Basis“ entschieden werden können.

Widersprüchliche Umfrage-Ergebnisse

Thomas Wolf von der Mahnwache Gundremmingen hingegen war von dem Ergebnis der GZ-Umfrage überrascht. Es sei bekannt, dass der Landkreis Günzburg eher konservativ sei. „Es gibt auch viele Menschen hier, die ihren Lebensunterhalt im Kernkraftwerk verdienen“, erklärt er. Laut AZ hätte der Jettinger jedoch andere Zahlen erwartet. Die bundesweiten Umfragen seien schließlich zu ganz anderen Ergebnissen gekommen.

Bundesweite Angst vor dem Atomausstieg

Schuld an dem Umfrage-Ergebnis in Gundremmingen sei, so Wolf, „die Medienübermacht der Atomlobby“. Sie sei es, die die Angst vor der Energiewende schüre. Dass der Wirtschaftsstandort Deutschland unter dem Atomausstieg leide könnte, glaubt Wolf nicht. Schließlich seien im Bereich der erneuerbaren Energien rund 360.000 Mitarbeiter tätig. Im Bereich der Kernenergie hingegen nur 36.000.

zurück drucken versenden verlinken

Mehr zum Thema

Donauwörther Atomkraftgegner sammeln Unterschriften Atomkraftwerk_Quelle_Fotolia

Grüne und CSU übergeben Nördlinger Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange fast 1600 Unterschriften gegen Atomkraft. [ zum Artikel » ]

Atomausstieg soll bis spätestens 2022 erfolgen Atomkraftwerk

Die schwarz-gelbe Koalition hat beschlossen, bis spätestens 2022 aus der Atomenergie auszusteigen. Zudem sollen die acht älteren Atomreaktoren – inklusive ... [ zum Artikel » ]

Modernisierungen im Kernkraftwerk Gundremmingen Kernkraftwerk Gundremmingen

Zum 1. Mai ging Block B in Gundremmingen vom Netz. Jetzt stehen große Revisionsarbeiten an um das Kraftwerk zu modernisieren. Wird das Kernkraftwerk dadurch wirklich ... [ zum Artikel » ]

Kernenergie: Verantwortung statt Polarisierung Kernkraftwerk Gundremmingen

Der Ausstieg aus der Kernenergie stellt eine Bedrohung von rund 30.000 Arbeitsplätzen dar. In einem offenen Brief wendeten sich die Betriebsräte von E. [ zum Artikel » ]

Ethik-Kommission: Atomausstieg bis spätestens 2021 Atomkraftwerk_fotolia

In einem vorab veröffentlichten Bericht sieht die Ethik-Kommission einen Atomausstieg bis spätestens 2021 als unumwindbar. Die Bundesregierung hatte zur Frage des ... [ zum Artikel » ]

Angst vor radioaktiver Strahlung Strahlung: Die unsichtbare Gefahr

Schwabens Bürger sind besorgt: Sind der Atom-Unfall in Japan und das Kernkraftwerk Gundremmingen eine Gefahr? Könnte Schwaben radioaktiv verseucht werden? [ zum Artikel » ]

Anzeige

Hidden Champions

Eduard Edel GmbH Bonbonfabrik

Die Helden des regionalen Mittelstandes – wir haben sie aufgespürt und lüften ihre Erfolgs-geheimnisse.

Aktuell: B4B SCHWABEN hat den Geschmacks-Test bei der Eduard Edel Bonbonfabrik gemacht.

IT und Computer

CMG IT WOLKE

Der betriebliche Alltag steckt voller Fragen und Herausforderungen in Sachen IT. Die Antworten finden Sie in unserem neuen B4B SCHWABEN CROSSMEDIA GUIDE.

Anzeige

101 Köpfe

Rüdiger R. Burchardi ist Vorstand bei der Dialog Lebensversicherungs-AG

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben kennen!

Aktuell: Teneriffa oder Augsburg? Warum es Rüdiger R. Burchardi in die Sonne zieht und wo man den besten Fisch in Augsburg genießen kann verrät er im 101 Köpfe Interview.

Top Firmen der Region

Top Firmen in Bayerisch-SChwaben

Firmenporträts erfolgreicher Unternehmen in Bayerisch-Schwaben, Reporte zu Zukunftsbranchen und Analysen zu Perspektiven der Region.

Günzburg

Wirtschaftskalender

Thema der Woche

M:access-Analystenkonferenz am 29. März 2012

Mittelstand und Börsengang

Gerade erfolgreiche mittelständische Unternehmen, die expandieren wollen oder ihre Forschung und Entwicklung intensivieren möchten, benötigen ausreichend Kapital. Der Königsweg ist die Finanzierung über ausreichend Eigenkapital.

IHK Magazine

Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft 5|2012 bsw

Die aktuelle Ausgabe 
„Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft“
jetzt online zum Blättern!

›› Ausgabe 05/2012

Anzeige

Bildergalerien Schwaben

Partner in der Region

Jetzt Fan werden