Günzburg | 28.07.2009
Der Brennelementwechsel in Block B wurde am Freitag, 24. Juli 2009, erfolgreich beendet. Nach Anfahren des Reaktors entsprechend dem vorgeschriebenen Anfahrprogramm und der Synchronisation mit dem Höchstspannungsnetz erfolgten weitere umfangreiche Prüfungen.
Dazu gehört eine Reaktorschnellabschaltung (RESA). Nach erfolgreicher Abarbeitung des Prüfprogramms wurde der 1.344-Megawatt-Block für den 25. Betriebszyklus wieder hochgefahren. Im Laufe des Montags soll das Kraftwerk Volllast erreichen.
In der Revision sind 140 neue sowie 77 gebrauchte Brennelemente eingesetzt worden.
Parallel zu den Arbeiten und Kontrollen am Reaktor wurden über 350 Wiederkehrende Prüfungen und rund 3.300 Arbeitsaufträge zur vorbeugenden Instandhaltung und kontinuierlichen Modernisierung an Pumpen, Ventilen, Rohrleitungen, Behältern, Turbine und elektrischen Einrichtungen durchgeführt. Im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen hat das Kernkraftwerk ein zusätzliches, mit alternativer Messtechnik arbeitendes Füllstandssignal für den Kühlmittelstand im Reaktordruckbehälter eingebaut. Damit ist die Optimierungsempfehlung aus der Anfang des Jahres veröffentlichten Periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ) zeitnah umgesetzt worden. Die Ergebnisse der PSÜ sind auf der Homepage des Kernkraftwerks veröffentlicht und bescheinigen, dass beide Blöcke auf einem messbar höheren Sicherheitsniveau, als es von der IAEA sogar für Neuanlagen angestrebt wird, liegen.
„Wir freuen uns, dass wir mit Unterstützung der über 1.200 Fachleute von rund 140 Fremdfirmen die Arbeiten im Zeitplan über die Bühne gebracht haben“, betont Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kraftwerks. Bis zu 50 unabhängige Sachverständige und Gutachter des TÜV Süd sowie der Aufsichtsbehörde haben die Qualität der Arbeiten an sicherheitstechnisch relevanten Einrichtungen geprüft und überwacht. „Wir haben erneut gut 20 Millionen Euro in Zuverlässigkeit und Sicherheit investiert“, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer Christoph Quick. „Etwa ein Drittel des Auftragvolumens kam Betrieben in Bayerisch Schwaben zu Gute; auch das Hotel- und Gaststättengewerbe profitiert durch den mehrwöchigen Aufenthalt der zusätzlichen Revisionskräfte.“
Das Kernkraftwerk Gundremmingen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg ist eine Doppelblockanlage mit zwei Siedewasser-Reaktoren à 1.344 Megawatt Nennleistung. Damit ist Gundremmingen seit 1984 der größte Kernkraftwerksstandort in Deutschland. Die Kraftwerksanlage gehört zu 75 Prozent der RWE Power AG, Essen, und zu 25 Prozent der E.ON Kernkraft GmbH, Hannover. Pro Jahr werden am Standort rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht dem Jahresstrombedarf von rund 6.000.000 Privathaushalten und erspart Bayern Tag für Tag gut 57.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2).Die CO2–Vermeidung durch den Betrieb der beiden Blöcke entspricht in etwa dem CO2–Ausstoß von 8.000.000 Fahrzeugen der Golfklasse pro Jahr.
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