Günzburg | 27.09.2010

Landrat Hafner bei der Feier zum 100-jährigen Jubiläum der Mittelschwabenbahn in Krumbach
Plakate über die Geschichte der Mittelschwabenbahn sind bis Ende November im Landratsamt Günzburg im Bereich der Kfz-Zulassungsstelle ausgestellt.
In diesem Jahr feiert die Mittelschwabenbahn ihr 100- jähriges Jubiläum: 1910 war das letzte Teilstück auf der Strecke von Günzburg nach Mindelheim fertiggestellt worden. Mit einer großen Feierlichkeit wurde die Bahnlinie am 15. Dezember 1910 eröffnet.
Stilllegung der Strecke stand kurz bevor
Das 100-jährige Jubiläum war für die Landkreise Günzburg und Unterallgäu ein Anlass, zu feiern: Am 1. Juli 2010 wurde „auf halber Strecke“ in Krumbach vor dem Bahnhof eine Feier abgehalten. Geladen waren dazu nicht nur die Deutsche Bundesbahn sowie Behörden- und Kommunalvertreter. Es kamen auch die Personen, die sich in der Vergangenheit in besonderer Weise um die Mittelschwabenbahn verdient gemacht haben. Vor allem dem tatkräftigen Einsatz der ehemaligen Landräte Dr. Georg Simnacher und Dr. Hermann Haisch, des Bundesministers a. D. Dr. Theo Waigel und des ehemaligen Landtagsabgeordneten Professor Dr. Ing. e.h. Dipl.-Ing. Karl Kling ist es zu verdanken, dass die Bahnlinie im Kammeltal nicht stillgelegt wurde.
Plakate waren bereits in Krumbach ausgestellt
Für die Jubiläumsveranstaltung haben die Fachstellen der Landratsämter Günzburg und Unterallgäu die Geschichte der Mittelschwabenbahn auf vier großen Plakaten nochmals optisch dargestellt. Unterstützt wurden sie dabei durch Bildmaterial von Herbert Auer aus Krumbach. Die Plakate waren im Anschluss an die Jubiläumsfeier bereits im Rathaus in Krumbach und im Landratsamt Mindelheim ausgestellt worden. Jetzt sind sie im Landratsamt Günzburg zu sehen. Im Bereich der Kfz-Zulassungsstelle können sie bis Ende November während der Öffnungszeiten besichtigt werden.
Bahnnetz im ländlichen Raum soll erhalten werden
Nach zähen Verhandlungen in den 80-er und 90-er Jahren wurde im Rahmen der Regionalisierung der Bahnen die damals in schlechtem Zustand befindliche Mittelschwabenbahn durch Ausbaumaßnahmen in Millionenhöhe schließlich doch wieder instandgesetzt. Damit wurde gewährleistet, dass auf der Strecke auch weiterhin ein Personenverkehr stattfinden kann. Denn der Freistaat Bayern hatte erkannt, dass es wichtig ist, neben den Straßen auch das Bahnnetz im ländlichen Raum zu erhalten und dadurch bis in die entfernteren Landesteile eine gute Infrastruktur zu bieten.
Forderung: S-Bahn-ähnliche Anbindungen nach Ulm und Augsburg
Durch Einsatz moderner Betriebswagen ist die Mittelschwabenbahn heute ein attraktives Verkehrsmittel. Leider gibt es immer noch einige Stellen, an denen langsam gefahren werden muss. Diese sind aufgrund der unbeschrankten Bahnübergänge auf freier Flur erforderlich. Die Deutsche Bundesbahn und das Landratsamt bemühen sich weiterhin um eine Verbesserung. Denn heute wird der Ruf nach S-Bahn-ähnlichen Anbindungen in die Zentren Ulm und Augsburg im Halbstundentakt laut. Dazu müssen die vorhandenen Bahnlinien entsprechend attraktiv ausgestaltet sein.
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