Bündnis 90 - Die Grünen

AKW-Schutzmauer schützt nicht vor Terroranschlag

Günzburg | 12.01.2012

Grünen-MdL Christine Kamm
Grünen-MdL Christine Kamm, Foto: christine-kamm.de

Alle deutschen Atomkraftwerke – auch so Gundremmingen - sollen Presseberichten zufolge Schutzmauern bekommen. Die MdL-Grünenabgeordnete Christine Kamm nimmt dazu Stellung.

„Die neu geplanten Mauern um das Zwischenlager Gundremmingen lösen die gravierenden Sicherheits-Probleme nicht. Die größten Gefahren gehen weiterhin von den beiden Nasslagern aus, in denen unmittelbar unter der Reaktorkuppel außerhalb des Reaktorsicherheits-Containments abgebrannte Brennelemente gelagert werden. Im Nasslager des Atomkraftwerks Gundremmingen Block B lagern 2092 Brennelemente, im Block C weitere 2058 Brennelemente, die permanent gekühlt werden müssen. Welche Folgen in so einem Nasslager ein Strom- oder Kühlwasser-Ausfall haben kann, musste man bei der Reaktor-Katastrophe Fukushima hinnehmen.“

„In einem Castor in Gundremmingen so viel Radioaktivität wie in Tschernobyl insgesamt“

„Die Risiken der Zwischenlager wurden und werden weiter unterschätzt. Das Zwischenlager Gundremmingen ist für 192 Castoren genehmigt. In jedem einzelnen Castor ist etwa so viel langdauernde Radioaktivität wie in Tschernobyl insgesamt frei gesetzt wurde. Die geplanten Wände um die Zwischenläger können jedoch Terror- und Unfallrisiken nicht vollständig ausschließen.“

„Unklar ist, warum die Terrorgefahr jetzt anders eingeschätzt wird“

„Schon seit Beginn der Planungen der Zwischenlager haben die GRÜNEN den mangelnden Schutz des Zwischenlagers vor Terror- und Unfallgefahren kritisiert. Die Zwischenlager bieten keinen hinreichenden Schutz vor Terrorgefahren. Von Seiten der bayerischen Staatsregierung wurden diese Bedenken stets mit dem Argument abgewehrt, man würde mit polizeilichen Maßnahmen verhindern, dass gewaltbereite Terroristen die Gelegenheit für solche Anschläge bekämen. Unklar ist, warum diese Terrorgefahren nun durch die Innenministerien anders eingeschätzt werden. Möglicherweise hat zu dieser neuen Einschätzung der Innenminister beigetragen, der zur Kenntnis nehmen  musste, dass die Zwickauer Terrorzelle in Deutschland über so viele Jahre hinweg aus dem Untergrund Anschläge begehen konnte. Höchst unbefriedigend ist, dass der Grund für den plötzlichen Meinungs-Umschwung der Sicherheitsbehörden vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden soll.“

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