Günzburg | 06.08.2009

Michael Siedlaczek, Filialdirektor Günzburg und Burgau
Immer mehr Branchen klagen über rückläufige Umsätze, vielen macht die schwierige Konjunktur zu schaffen. Banken können die stark gestiegenen Risiken auf der Finanzierungsseite nicht alleine stemmen. Auch wenn die vielzitierte „Kreditklemme“ sicher eine Übertreibung ist, hat die Bundesregierung auf die Sorgen der Unternehmen reagiert. Um die Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft zu sichern, stellt die Staatsbank KfW allein in diesem Jahr bis zu 15 Milliarden Euro zur Verfügung.
Für die HypoVereinsbank (HVB) als „durchleitende“ Bank sind Fördermittel Kerngeschäft – nicht erst seit heute. Die HVB beschäftigt mehrere Spezialisten, die im täglichen Austausch mit den bundesweiten und regionalen Förderinstituten stehen. Dadurch haben sie exzellente Kenntnisse der Bedingungen in jedem einzelnen der sechzehn Bundesländer und können das richtige Angebot für Unternehmen heraussuchen. „Wir unterstützen die Firmenkunden der Bank über das ganze Land hinweg“, sagt Michael Siedlaczek, Filialleiter der HVB in Günzburg.
Das KfW-Sonderprogramm zielt darauf ab, Unternehmen Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Es orientiert sich am bestehenden Programm Unternehmerkredit und ist auf die Jahre 2009 und 2010 befristet. Neben der Investitionsfinanzierung kommen auch Betriebsmittel- und Unternehmensfinanzierungen in Frage. Besonders ungewöhnlich: Auch Anschlussfinanzierungen sind möglich. Pro Vorhaben können Mittelständler bis zu 50 Millionen Euro beantragen.
Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Unternehmerkredit liegt darin, dass die Haftungsfreistellung der Darlehen enorm ausgeweitet wurde: Bei Betriebsmittelkrediten übernimmt die KfW bis zu 60 Prozent des Risikos der Hausbank, bei Investitionsfinanzierungen sogar noch mehr. Die KfW übernimmt durch die bis zu 90-prozentigen Haftungsfreistellungen erhebliche Teile der Risiken der Hausbanken und erleichtert damit die Finanzierung.
Es ist ein bunter Strauß an Neuerungen, den die KfW damit zur Unternehmensfinanzierung beiträgt. Seit Anfang März können Anträge auf die KfW-Mittel bei der Hausbank gestellt werden. Allerdings sollten Unternehmen nun nicht nur das KfW-Sonderprogramm im Blick haben. Es gibt für fast jeden Investitionsanlass ein Angebot. Besonders günstige Förderprogramme stehen für Innovations- oder Umweltvorhaben zur Verfügung. Im föderalen System der Bundesrepublik sind es mehrere hundert Programme, die für Unternehmen potenziell in Frage kommen. Neben der KfW haben regionale Förderinstitute und Bürgschaftsbanken nachgebessert.