Donau-Ries | 29.01.2010
Ganze 7,5 Stunden war der Haiti-Heli bei seinem ersten Einsatz insgesamt in der Luft und ermöglichte lang erwartete Transport-, Versorgungs- und Erkundungsflügen. Mehrere regionale Unternehmen unterstützen die Hilfsaktion.
Hervorzuheben ist ein Transportflug zur Medical Clinic Saintard. Durch das Erdbeben waren 5 der 6 praktizierenden Ärzte verletzt und mussten jetzt selbst mit Brüchen und Quetschungen behandelt werden. Der Haiti-Heli der bayerischen Firma Heli Aviation GmbH brachte vier Ärzte sowie Hilfspersonal und -Material in das 50 Kilometer von Port-au-Prince entfernte Krankenhaus.
Besonders wichtig waren auch die durchgeführten Erkundungsflüge. Aufgrund der anhaltenden Stadtflucht können mit dem Hubschrauber schnell große Menschen-gruppen ausgemacht werden um an geeigneter Position ein Feldhospital zu errichten. Weiterhin wurden Medikamente, Nahrungsmittel und Wasser ausgeflogen.
Für heute stehen weitere Versorgungs- und Aufklärungsflüge unter anderen zu den Kliniken Saintard und St. Damien an.
Hintergrund & Idee
Nach dem verheerenden Erbeben in Haiti mobilisierten zahlreiche Hilfsorganisationen Hilfsgüter für die Opfer der Naturkatastrophe. Das große Problem bleibt jedoch weiterhin die Verteilung dieser Güter, da die Verkehrswege größtenteils unpassierbar sind und viele Regionen nicht versorgt werden können.
Aus dieser Ausgangslage heraus entschied sich die Heli Aviation statt einer Geldspende einen Hubschrauber samt Crew in das Katastrophengebiet zu entsenden. In Frage kam nur der leistungsstärkste Hubschrauber des bayerischen Unternehmens: die AS 350 B3, die mit einer Crew für die Notversorgung in Haiti zur Verfügung gestellt wird. Dies stellt ein Hilfspaket im Wert von 50.000 Euro dar.
Der Eurocopter Hubschrauber kann Außenlasten bis zu 1,4 Tonnen transportieren und hat eine maximale Reichweite von ca. 650 Kilometern. Mit dem Hubschrauber können Ärzte, Helfer, Medikamente, Wasser und andere Hilfsgüter direkt und schnell zu den Krisenherden geflogen werden.
Das Problem der Überführung
Heli Aviation bat zahlreiche Hilfsorganisationen, Fernseh- und Radiosender sowie einige Ministerien um Unterstützung den Hubschrauber mit den anderen Hilfsgütern nach Haiti zu bringen. Dies stellte sich zunächst als schwierig dar. Teilweise waren nicht die Möglichkeiten gegeben, den Hubschrauber mit einem Frachtflug zu realisieren. Andererseits wurde auch deutlich vermittelt, dass man ohne einen Prominenten kein Interesse an diesem Hilfsprojekt habe. Das ZDF bemühte sich einen Transport ab Brüssel zu vermitteln, welcher leider an der fehlenden Kapazität scheiterte.
Nach diesen Enttäuschungen versuchte die Heli Aviation den Frachtflug auf eigene Faust zu organisieren und wandte sich an die regionale Presse. Durch die regionale Medienpräsenz begünstigt, fanden sich glücklicherweise weitere Ansprechpartner, einige Hilfsorganisationen und Unternehmen, die sich bereit erklärten gemeinsam das Hilfsprojekt mitzutragen.
Besonders BILD hilft e.V. "Ein Herz für Kinder" (Web) setzte sich gemeinsam mit Humedica Internationale Hilfe (Web), Human Plus (Web) und Ärzte der Welt (Web) bei der Überführung ein und ermöglichten das Hilfsprojekt.
Herzlicher Unterstützung erhielt der Haiti-Heli auch von Chapman Freeborn Airchartering Limited (Web), Honold International GmbH & Co. KG (Web), der Logwin AG (Web) und der IQS Spedition und Logistik GmbH (Web) bei der Durchführung und Organisation der Überführung.
So konnte ein russisches Frachtflugzeug des Typs Ilyushin 76 mit dem Hubschrauber und zahlreichen Hilfsgüter am 24. Januar am Flughafen Nürnberg starten. Der Flug führte über Kanada nach Santa Domingo (Dominikanischen Republik). Dort landete die Maschine am 26. Januar um 13:00 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen. Die für den Transport abgebauten Rotorblätter wurden wieder angebaut und ein Checkflug konnte vor Ort erfolgreich durchgeführt werden. Noch am gleichen Tag setzte der Haiti Heli zum Flughafen Higuero über, der sich 10 Kilometer von der haitianischen Grenze entfernt befindet. Hier befindet sich die Basisstation der beteiligten Hilfsorganisationen, von welcher die Flüge gemeinsam geplant und koordiniert werden.
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