Donau-Ries | 03.09.2010
Nach rund 18 Wochen Einsatz in Haiti kehrt der Hubschrauber der bayerischen Heli Aviation GmbH nach Deutschland zurück. Kurz nach dem Erdbeben im Januar wurde der sogenannte „Haiti-Heli“ zur humanitären Hilfe stationiert.
Dabei half die Stiftung BILD hilft e.V. - "Ein Herz für Kinder". Während des Einsatzes konnten hunderte Menschen gerettet werden. Zahlreiche Hilfskräfte und Hilfsgüter konnten in das Katastrophengebiet befördert werden. Heli Aviation versucht seit Monaten, eine letzte Hilfslieferung ins Land zu bringen – bislang vergeblich.
Haiti liegt traumatisiert in Trümmern
Die Infrastruktur des Landes ist gänzlich zusammengebrochen. Die US-Armee hat die Organisation des Flughafens in Port-au-Prince übernommen. Sie koordiniert dort eigene Hilfslieferungen. Mehrere deutsche Hilfsorganisationen errichten ihre Basislager in Higuero. Das ist ein kleiner Flugplatz westlich der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo. Doch sie haben keine Möglichkeit ihre Hilfe nach Haiti zu bringen. Denn aufgrund der vom Beben zerstörten Straßen sind viele Gebiete nur per Luftweg zu erreichen. Hubschrauber werden ihnen nicht zur Verfügung gestellt.
Haiti Heli ermöglicht Hilfseinsätze
Zu diesem Zeitpunkt, knapp 3 Wochen nach der Katastrophe, landete der Haiti-Heli mit einer großen Hilfslieferung in Higuero. Das vierköpfiges Team koordinierte gemeinsam mit den dort vertretenen Hilfsorganisationen die Einsätze. 1,4 Tonnen Außenlast und 6 Personen können mit dem Heli befördert werden. Das ermöglichte die Rettung von über 380 Menschenleben und das Einfliegen von rund 2.700 Ärzten, Krankenschwestern und Helfern. Außerdem konnten mehr als 413 Tonnen an Hilfsgütern transportiert werden.
Selbstlose Leistungen der Helfer werden gelobt
Heli Aviation legt darauf großen Wert. Viele Ärzte waren beispielsweise aufgrund ständiger Operationen dauerhaft im Einsatz. Dadurch fanden Sie kaum Zeit zum Schlaf.
7 Monate sind seit dem Erdbeben vergangen
Doch Hilfe wird in Haiti nach wie vor dringend benötigt. Denn noch immer prägen Trümmer und Elend das Land. Auch schon vor der Katastrophe galt Haiti als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre.
Einfuhr von Hilfsgütern wird blockiert
Die Klinik in Saintard ist ein Kinderkranken- und Weisenhaus. Im Mai hatte es an das Haiti-Heli-Team von Dr. Mark Fulton eine Bitte. Das Team sollte so schnell wie möglich orthopädisches Material zur Verfügung zu stellen. Binnen zwei Wochen konnten 350 Krücken, 53 Rollstühlen und zwei Dutzend Gehwägen gesammelt werden. Diese Mittel sind großzügigen Spenden der Sanitätshäuser Feix (Nördlingen) und Hilscher (Dillingen) zu verdanken. Doch die Spedition Honold muss auf ihren Weitertransport warten. Denn die Einfuhr von Hilfsgütern wird blockiert. Container stapeln sich bereits in den Häfen und dürfen den Zoll dort nicht verlassen.
Grund für das Blockieren der Einfuhren:
Falsch ausgefüllte Papiere und die Angst vor Drogen- und Waffenschmuggel. Die Standgebühr liegt bei 50 Dollar pro Container und Tag. Da stellt sich die Frage ob hinter der Blockade doch ein monetäres Interesse steht. Zahlreiche Räum- und Baufahrzeuge werden zurückgehalten. Die „Ärzte ohne Grenzen“ zahlen seit teilweise drei Monaten ihre tägliche Gebühr für 22 Fahrzeuge.
Ansprechpartnersuche von Heli Aviation erfolglos
Trotz vieler Versuche des Teams. Somit wird sich der überaus wichtige Transport des Hilfscontainers in die Klinik Saintard weiter verzögern. Auch die deutlich teurere Möglichkeit, die Containerladung mit einer haitianischen Spedition zu ihrem Ziel transportieren zu lassen, schlägt fehl. Denn die Garantie für eine reibungslose Zollabwicklung fehlt. Hilfe, die mehr als dringend benötigt wird, kommt am Zoll nicht vorbei. Dem Team der Heli Aviation wird immer wieder empfohlen, die Hilfsgüter erst gar nicht zu schicken. Erst soll sich die Lage vor Ort nicht entspannen. Trotz allem versucht die Heli Aviation GmbH trotzdem das orthopädische Material nach Haiti zu bringen. Hilfsorganisationen ziehen sich währenddessen aus Haiti zurück.
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