Haiti-Heli

Die Hilfe hat in Haiti viele Herausforderungen zu meistern

Donau-Ries | 01.02.2010

Der Haiti-Heli aus Wallerstein
Der Haiti-Heli aus Wallerstein

Der Haiti-Heli ist seit seiner Ankunft durchschnittlich sieben Stunden täglich in der Luft. Mehrere Tonnen Hilfsgüter und über drei dutzend Hilfskräfte hat der Hubschrauber mittlerweile an die Krisenherde geflogen. Vier Krankenhäuser in Port-au-Prince und im weiteren Umland wurden, seit dem Erdbeben teilweise zum ersten Mal, versorgt.

Die Flüge stellen allerdings eine besondere Herausforderung für die Piloten der Heli Aviation GmbH, aus Wallerstein, dar. Sie wissen im Vorfeld so gut wie nichts über die Landezonen, die sie gerade anfliegen. Die einzige Orientierung bilden Karten, manchmal winken Helfer mit farbigen Tüchern. Bei einer Landung in einem entlegenen Bergdorf wollten die verzweifelten Bewohner den Haiti-Heli beinahe stürmen, sodass die Hilfsgüter an einem nahegelegenen Landeplatz der US Marines abgesetzt werden mussten. Von dort aus wurden sie in Ruhe an die Bevölkerung verteilt.

Kampf um Reissäcke

Auch gestern entstand eine vergleichbare Situation in einem anderen abgeschiedenen Bergdorf. Hier sollten vor allem Lebensmittel verteilt werden. Beim Landeanflug beobachteten rund zehn Haitianer am Rande des provisorischen Landeplatzes die Ankunft. Doch kaum ist der Helikopter aus Wallerstein abgestellt, drängen rund 50 Menschen aus dem Wald. Die Außenlast ist gerade gelöst da beginnt die Stimmung um die Reissäcke zu kippen. Es wird gerangelt und gekämpft. Wer sich einen Sack Reis ergattert, rennt in den Wald oder die steilen Hänge hinab.

Zurück bleiben verzweifelte Bewohner, die nichts bekommen haben. Das Team des Haiti-Helis muss sich zurückziehen. Ein trauriger Anblick, der verdeutlicht wie groß die Not und wie weit entfernt geregelte Verhältnisse in diesem Land sind. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass zukünftig kleinere Päckchen vorbereitet werden müssen und dass der Haiti-Heli hier in Kürze wieder landen wird.

Gegensätzliche Situation

Eine komplett gegensätzliche Situation findet sich bei der anschließenden Versorgung der Saintard Klinik, 50 Kilometer von Port-au-Prince entfernt. Weit über 200 Menschen sitzen hier geduldig und warten auf Ihre medizinische Versorgung. Es kommen laufend neue Menschen hinzu. Manche konnten seit dem Beben noch gar nicht untersucht werden, aber dennoch warten sie bis sie an der Reihe sind, niemand drängelt. Wenn der Heli der Herzen landet, wird gejubelt, geklatscht und gesungen. Zum ersten Mal seit Langem.
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