
17. Technikforum im TCW: Verpackungstechnik
Im Technologie Centrum Westbayern fand das 17. Technikforum statt. Acht Gastreferenten
erklärten im Rahmen eines Experten-Workshops die Bedeutung der Verpackung.
Das bereits 17. Technikforum fand im
Technologie Centrum Westbayern (TCW) stand. Bei dieser Veranstaltung drehte
sich alles um das Thema "intelligenten und vollautomatisierten Verpackungstechnik". "Obwohl die Verpackung in der Regel nur circa ein bis drei Prozent der
Produktkosten ausmacht, sind die Prozesskosten des Verpackens mit rund 15 Prozent
nicht unerheblich", startete Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW)
sein Einführungsreferat.
Experten-Workshop mit acht Gastreferenten im TCW
Anschließend informierten im Rahmen
eines Experten-Workshops acht Gastreferenten über Anlagen und zentrale
Komponenten der Verpackungs-Maschinentechnik. Dieser Workshop wurde von der Hochschule
Augsburg und dem
Cluster Mechatronik & Automation konzipiert. Sie arbeiteten zusammen mit dem Verein deutscher Ingenieure
(VDI) und dem Transfer-Netzwerk TEA. Helge Motzer ist geschäftsführender
Gesellschafter der TIGRA GmbH (Oberndorf) und lokaler Veranstlatungspate. Er
berichtete zu Beginn über Erfahrungswerte aus der täglichen Praxis.
TIGRA: Produktion von Hartmetall-Werkzeugen
Das 1983 gegründete Oberndorfer Unternehmen konnte seine Produktion von
Hartmetall-Werkzeugen nur durch konsequente Innovation und Automation aller
Fertigungs-Prozesse am Standort Deutschland sichern. Es beschäftigt 180
Mitarbeitern und hat Tochtergesellschaften in Brasilien, China und USA. "Unsere
Vision war es, die Produkte während der Produktion nicht mehr in die Hand
nehmen zu müssen", beschrieb Motzer das praktisch erreichte Ziel. Heute nutzt
das Unternehmen TIGRA 6 selbst entwickelte Verpackungsmaschinen. Sie können
50.000 Schneidplatten für Holzbearbeitungswerkzeuge vollautomatisiert verpacken.
Parallel werden 300 Sägezähne ebenso vollautomatisch pro Minute kontrolliert
und verpackt. "Konsequente Produktkontrolle über Bildverarbeitungstechnik ist
für uns ein Muss", erwähnt Motzer.
Kostenoptimierung
des Verpackungs-Prozesses
Ähnliches berichtete Dr. Klaus-Peter Ruf. Er ist geschäftsführender
Gesellschafter des Verpackungsmaschinen-Herstellers transnova-Ruf GmbH (Ansbach).
Ruf stellte zunächst einige interessante Realisierungen von Verpackungs-Maschinen
aus der Lebensmittel-Verpackung vor. Im Fokus seines Referats standen
Wirtschaftlichkeits-Rechnungen. Ein weiteres Thema waren clevere Ansätze zur
Kostenoptimierung des Verpackungs-Prozesses.
Ruf beschäftigt in seinem
Unternehmen 220 Mitarbeiter, von denen 55 Mitarbeiter in der Entwicklung
beschäftigt sind. In seinem Unternehmen werden jährlich circa 200 Roboter in
Verpackungs-Maschinen eingebaut. Maßstäbe in der Lebensmittel-Verpackungstechnik
setzt der gleichnamige Lehrstuhl der TU München in der Außenstelle Freising. Dort
wurden die "Weihenstephaner Standards" für den Datenaustausch mit MES Systemen
(Manufacturing Execution Systems) entwickelt. Darüber und über die Konzeption
von Schnittstellen für die Kommunikation mit den Verpackungs-Maschinen
diskutierte Dr. Tobias Vogt.
Präsentationen:
Komponenten für Verpackungs-Technik
In mehreren Präsentationen am Nachmittag wurden
dann zentrale Komponenten für die Verpackungs-Technik vorgestellt. Steffen
Winkler (Bosch Rexroth AG, Lohr am Main) adressierte das aktuelle Megathema "Energieeffizienz". 70 Prozent des industriellen Energiebedarfs verschlingen
heute Motoren und Antriebstechnik. Dabei sind Einsparungen beim
Energieverbrauch um etwa 35 Prozent heute mit neuer Technik problemlos möglich.
Moderne Sensorik zur Optimierung von Verpackungsmaschinen und Prozess wurde von
Ralf Jäger (SICK AG, Waldkirch) im TCW vorgestellt.
Auch Dennis Kilb (Schmalz GmbH, Glatten) war beim
17. Technikforum vertreten. Er stellte mehrere interessante Greifwerkzeuge für
das Verpacken von Folienbehältern, Flaschen und Kartons vor. Martin Frey (Pilz
Sichere Automation, Ostfildern) stellte gesetzliche Vorgaben und Produkte sowie
Lösungs-Möglichkeiten mit einer Vielzahl anschaulicher Beispiele aus der
betrieblichen Praxis vor. Den Abschluss des Fachforums gestaltete Tobias Hieber
(Reinisch AG, München). Er zeigte auf, welche Standards in der technischen
Dokumentation heute einzuhalten sind. Hieber
erklärte, wie man das für Ingenieure nötige Übel der Dokumentation verringern
und vorteilhaft für den Vertrieb und das Produktmarketing einsetzen kann.
Für Interessierte geöffnet war auch der am TCW aufgebaute
Institutsbereich. Weitere Informationen im Internet unter
www.tcw-donau-ries.de.
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