TCW

17. Technikforum: "Intelligent und automatisiert verpacken"

Donau-Ries | 22.11.2010

17. Technikforum im TCW: Verpackungstechnik
17. Technikforum im TCW: Verpackungstechnik

Im Technologie Centrum Westbayern fand das 17. Technikforum statt. Acht Gastreferenten erklärten im Rahmen eines Experten-Workshops die Bedeutung der Verpackung.

Das bereits 17. Technikforum fand im Technologie Centrum Westbayern (TCW) stand. Bei dieser Veranstaltung drehte sich alles um das Thema "intelligenten und vollautomatisierten Verpackungstechnik". "Obwohl die Verpackung in der Regel nur circa ein bis drei Prozent der Produktkosten ausmacht, sind die Prozesskosten des Verpackens mit rund 15 Prozent nicht unerheblich", startete Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW) sein Einführungsreferat.

Experten-Workshop mit acht Gastreferenten im TCW

Anschließend informierten im Rahmen eines Experten-Workshops acht Gastreferenten über Anlagen und zentrale Komponenten der Verpackungs-Maschinentechnik. Dieser Workshop wurde von der Hochschule Augsburg und dem Cluster Mechatronik & Automation konzipiert. Sie arbeiteten zusammen mit dem Verein deutscher Ingenieure (VDI) und dem Transfer-Netzwerk TEA. Helge Motzer ist geschäftsführender Gesellschafter der TIGRA GmbH (Oberndorf) und lokaler Veranstlatungspate. Er berichtete zu Beginn über Erfahrungswerte aus der täglichen Praxis.

TIGRA: Produktion von Hartmetall-Werkzeugen

Das 1983 gegründete Oberndorfer Unternehmen konnte seine Produktion von Hartmetall-Werkzeugen nur durch konsequente Innovation und Automation aller Fertigungs-Prozesse am Standort Deutschland sichern. Es beschäftigt 180 Mitarbeitern und hat Tochtergesellschaften in Brasilien, China und USA. "Unsere Vision war es, die Produkte während der Produktion nicht mehr in die Hand nehmen zu müssen", beschrieb Motzer das praktisch erreichte Ziel. Heute nutzt das Unternehmen TIGRA 6 selbst entwickelte Verpackungsmaschinen. Sie können 50.000 Schneidplatten für Holzbearbeitungswerkzeuge vollautomatisiert verpacken. Parallel werden 300 Sägezähne ebenso vollautomatisch pro Minute kontrolliert und verpackt. "Konsequente Produktkontrolle über Bildverarbeitungstechnik ist für uns ein Muss", erwähnt Motzer.

Kostenoptimierung des Verpackungs-Prozesses

Ähnliches berichtete Dr. Klaus-Peter Ruf. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Verpackungsmaschinen-Herstellers transnova-Ruf GmbH (Ansbach). Ruf stellte zunächst einige interessante Realisierungen von Verpackungs-Maschinen aus der Lebensmittel-Verpackung vor. Im Fokus seines Referats standen Wirtschaftlichkeits-Rechnungen. Ein weiteres Thema waren clevere Ansätze zur Kostenoptimierung des Verpackungs-Prozesses.

Ruf beschäftigt in seinem Unternehmen 220 Mitarbeiter, von denen 55 Mitarbeiter in der Entwicklung beschäftigt sind. In seinem Unternehmen werden jährlich circa 200 Roboter in Verpackungs-Maschinen eingebaut. Maßstäbe in der Lebensmittel-Verpackungstechnik setzt der gleichnamige Lehrstuhl der TU München in der Außenstelle Freising. Dort wurden die "Weihenstephaner Standards" für den Datenaustausch mit MES Systemen (Manufacturing Execution Systems) entwickelt. Darüber und über die Konzeption von Schnittstellen für die Kommunikation mit den Verpackungs-Maschinen diskutierte Dr. Tobias Vogt.

Präsentationen: Komponenten für Verpackungs-Technik

In mehreren Präsentationen am Nachmittag wurden dann zentrale Komponenten für die Verpackungs-Technik vorgestellt. Steffen Winkler (Bosch Rexroth AG, Lohr am Main) adressierte das aktuelle Megathema "Energieeffizienz". 70 Prozent des industriellen Energiebedarfs verschlingen heute Motoren und Antriebstechnik. Dabei sind Einsparungen beim Energieverbrauch um etwa 35 Prozent heute mit neuer Technik problemlos möglich. Moderne Sensorik zur Optimierung von Verpackungsmaschinen und Prozess wurde von Ralf Jäger (SICK AG, Waldkirch) im TCW vorgestellt.

Auch Dennis Kilb (Schmalz GmbH, Glatten) war beim 17. Technikforum vertreten. Er stellte mehrere interessante Greifwerkzeuge für das Verpacken von Folienbehältern, Flaschen und Kartons vor. Martin Frey (Pilz Sichere Automation, Ostfildern) stellte gesetzliche Vorgaben und Produkte sowie Lösungs-Möglichkeiten mit einer Vielzahl anschaulicher Beispiele aus der betrieblichen Praxis vor. Den Abschluss des Fachforums gestaltete Tobias Hieber (Reinisch AG, München). Er zeigte auf, welche Standards in der technischen Dokumentation heute einzuhalten sind. Hieber erklärte, wie man das für Ingenieure nötige Übel der Dokumentation verringern und vorteilhaft für den Vertrieb und das Produktmarketing einsetzen kann.

Für Interessierte geöffnet war auch der am TCW aufgebaute Institutsbereich. Weitere Informationen im Internet unter www.tcw-donau-ries.de.

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