Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH

Weiterbildungsverbund für medizinische Versorgung

Dillingen | 22.02.2012

Arztpraxis
Symbolbild ärztliche Untersuchung, Foto: Fotolia

Vor allem in ländlichen Regionen wird es zunehmend schwierig, die ärztliche Versorgung langfristig zu sichern. Um diesem Trend zu begegnen, haben sich die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH mit dem Praxisnetz „Pradix“ sowie dem Institut für Allgemeinmedizin der Technischen Universität München bereits im Februar 2010 zu einem innovativen Weiterbildungsverbund zusammengeschlossen.

Kernelement des Weiterbildungskonzeptes sind die kollegiale Vernetzung von Haus- und Fachärzten, Kliniken und Universität. Weitere Bausteine sind eine qualitativ hochwertige Weiterbildung in den vom Institut für Allgemeinmedizin akkreditierten Hausarztpraxen sowie der Besuch von fachspezifischen Kongressen. Bei einer Informations-Veranstaltung stellte der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der TU München,  Prof. Dr. med. Antonius Schneider, Ziel und Organisationsstruktur der bayerischen Verbund-Weiterbildung vor. Dabei betonte die Chefärztin der Inneren Abteilung am Krankenhaus St. Elisabeth, Dr. Ulrike Bechtel, dass es aufgrund des zukunftsweisenden Konzeptes und der hohen Lebensqualität in der Region bereits gelungen sei, bei jungen Ärzten Interesse für eine berufliche Tätigkeit im Landkreis Dillingen zu wecken. „Der Weiterbildungsverbund ist wesentliche Voraussetzung einer effektiven Nachwuchsförderung, die wiederum eine elementar wichtige Säule für eine tragfähige und qualitativ hochwertige sowie wohnortnahe Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen darstellt“, betonte Dillingens Landrat Leo Schrell.

Weiterbildungsverbund soll junge Ärzte anlocken

Die kürzlich bei den niedergelassenen Ärzten zur Zukunft der haus- und fachärztlichen Versorgung im Landkreis durchgeführte Umfrage habe ergeben, dass neben der wenig leistungsgerechten Honorierung viele Ärzte den ländlichen Praxisstandort an sich als Nachteil definieren bei der Suche nach  qualifizierten Nachwuchskräften. Deshalb sehen Dr. Ulrike Bechtel und Leo Schrell übereinstimmend im Weiterbildungsverbund eine große Chance, dass sich zukünftig in ausreichender Anzahl junge qualifizierte Ärzte im Landkreis Dillingen niederlassen. Dazu wurde in der heutigen Konferenz  die Struktur der Gesamtweiterbildung zwischen dem klinischen und dem ambulanten Ausbildungsteil weiter optimiert, um vor allem die Nachwuchsförderung voranzubringen.

Was ist das Ziel des Konzeptes?

Um für die Zukunft regionale Versorgungsprobleme in der ärztlichen Versorgung im Landkreis Dillingen abzuwenden, bildet das Konzept der Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin im Landkreis Dillingen eine wichtige Basis, um den drohenden Fachkräftemangel in der Region abzumildern. Unter der Federführung von Prof. Dr. med. Antonius Schneider (Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin/Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München), Dr. med. Ulrike Bechtel (Chefärztin/Gesamtleitung Innere Medizin, Kreisklinik St. Elisabeth) und Engelbert Kigele (Vorsitzender Praxisnetz Dillingen e.V.) wurde das Weiterbildungskonzept entwickelt, das eine Weiterbildung aus einem Guss an einem Standort gewährleistet. Die damit verbundene strukturierte, kontinuierliche Rotation in Verbindung mit einem attraktiven Weiterbildungs- und curriculärem Fortbildungsprogramm, Koordination und Begleitung in Form von Mentoring und attraktive Vergütung sind wesentliche Eckpfeiler. Dass dieses Konzept aufgeht, belegen die Teilnehmerzahlen: Seit Beginn der Kooperation haben insgesamt neun Weiterbildungs-Assistentinnen und -assistenten ihre klinische Weiterbildung mit Fokus auf Allgemeinmedizin begonnen, davon allein sieben an der Kreisklinik St. Elisabeth in Dillingen.

Verbundstruktur weiterentwickeln

Im weiteren Schritt geht es nun darum, in gemeinsamer Diskussion die Verbundstruktur weiterzuentwickeln und zugleich die Attraktivität der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin zu steigern. Wesentliche Fragestellungen, welche eine Optimierung des Verbundes zur Folge haben, sollen in gemeinsamer Runde diskutiert und vorangebracht werden. Prof. Dr. Schneider, Dr. Bechtel und Kigele sind davon überzeugt, „dass in enger Kooperation aller Beteiligten ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht wird. Unser Anliegen ist es, für die attraktive Region Dillingen junge, engagierte Kolleginnen und Kollegen, mit dem Ziel einer möglichen Niederlassung vor Augen, zu gewinnen.“

Weitere Informationen unter www.khdw.de oder unter www.hausarzt-in-bayern.de

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