
In Zukunft
müssen Schwertransporter für die Nutzung der Lauinger Straßen bezahlen. Die "Lauinger
Maut" wurde vom Stadtrat nun einstimmig beschlossen.
Die
Spediteure sollen in Zukunft in die Börse greifen: Laut Augsburger Allgemeine hat
der Lauinger Stadtrat eine Sondernutzungs-Gebühr für Schwertransporte
beschlossen. Für die Fahrt über eine Ortstraße ab einer Achslast von mehr als
zehn Tonnen sollen Unternehmen künftig pro Achse 30 Euro bezahlen. Die Stadt
Lauingen rechnet durch diese Gebühr mit circa 28 000 Euro Gewinn pro Jahr.
Einstimmige Entscheidung: "Lauinger Maut"
Am Dienstagabend
traf sich der Stadtrat im Ortsteil Faimingen. Dort wurde eine entsprechende
Satzung einstimmig verabschiedet. Die Stadtverwaltung hatte die Gebühr ins Gespräch
gebracht. Bürgermeister Wolfgang Schenk meinte, er sehe nicht so recht ein,
warum die Straßen von den Anliegern finanziert würden, dann aber von
Schwertransporten beschädigt werden. Die Albertus-Magnus-Stadt durchqueren regelmäßig
solche Transporte.
Die neue B 16 könnten die Fahrzeuge nicht nutzen, sagte
Schenk, laut Augsburger Allgemeine. Der Grund, so der Bürgermeister: Die
Durchfahrtshöhe unter den neuen Brücken reiche nicht aus. Deshalb fahren die
Schwertransporte ab dem Kreisverkehr am Schlösslekeller zur Abzweigung
Schabringer Straße, dann über die Max-Eyth- und die Hanns-Martin-Schleyer- bis
zur Riedhauser Straße, so die Stadtverwaltung.
Ortsstraßen zu 90 Prozent von
Anwohnern finanziert
Die Anlieger
hätten zu 90 Prozent diese Ortsstraßen finanziert. Bei einem möglichen Neubau
müssten die Anwohner wieder 75 Prozent der Kosten bezahlen. Die restlichen
Kosten muss die Stadt übernehmen. Schenk sagte, dass Verhandlungen im Vorfeld mit
dem Dortmunder Unternehmen Voss gescheitert seien. Es sei zu keiner
einvernehmlichen Lösung gekommen. Regelmäßig transportiert die Spedition im
Auftrag der MAN Schiffsmotoren von Augsburg nach Heilbronn.
Große Zustimmung zur "Lauinger Maut"
Der Fehler liege
eigentlich beim Straßenbauamt, so der CSU-Fraktions-Vorsitzende Helmuth
Zengerle. Der Grund: Da die neuen Brücken von den Verantwortlichen nicht mit
ausreichender Höhe entworfen wurden, müssen die Schwertransporte nun durch die Stadt.
Zur Frage, ob man die Summe, die man durch die Gebühren einnehme, in einen
Sonderfonds anlege oder in den Haushalt einfließen lasse, sagte der CSU’ler: "Wichtig ist, dass Geld fließt." Laut Augsburger Allgemeine befürwortete Werner
Hoffmann, SPD-Fraktions-Vorsitzender, den Vorschlag der Verwaltung. Er sagte,
die Gebühr könne eines Tages eine Anschub-Finanzierung für den Straßenbau sein.
Abgenutzte Straßen durch Schwerlastverkehr
Dr. Gerhard
Frieß, Fraktions-Vorsitzender der Freien Wähler, meinte, die Straßen seien nicht
für den Schwerlastverkehr gebaut und durch ihn früher kaputt. Deshalb stimmte
auch er der Sondernutzungs-Gebühr zu. Alois Jäger (Fraktions-Vorsitzender der
FDP) fragte: "Wenn wir die Satzung erlassen und die Lauinger Maut einführen,
können wir das rechtlich überhaupt machen?" Bürgermeister Schenk wies darauf
hin, dass man mit einem Rechtsanwalt in Kontakt stehe: "Wir sind nicht die
Einzigen, die solch eine ’Maut’ haben." Christoph Mayer von der Bauverwaltung betonte,
dass auch der Landkreis eine Gebühr erhebe, wenn Schwerlasttransporte eine
Brücke überqueren.
Keine Straßen-Gebühren in Dillingen
Auf Anfrage
der DZ bestätigte Roman Bauer, Leiter des Tiefbauamtes am Landratsamt, dies. Wenn
die jeweilige Brücke eigentlich ab einer gewissen Tonnage gesperrt und die
Überfahrt aber statisch möglich sei, dann müssen Unternehmen bezahlen. Die Maut
hänge von der Stützweite der Brücke ab. Sie sei damit begründet, dass der Unterhalt
durch den Schwertransport mehr Aufwand mache. Im Gegensatz dazu, verlangt die
Stadt Dillingen keine Gebühr. Das Transport-Unternehmen Voss nahm bis jetzt noch
keine Stellung zur neuen Sondernutzungs-Gebühr.
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