Dillingen | 23.11.2010

Kernkraftwerk Gundremmingen Luftaufnahme
Der Landkreis Dillingen hat sich gegen die Verlängerung der deutschen Kernkraftwerke, insbesondere des Kernkraftwerkes Gundremmingen ausgesprochen.
In der Kreistagssitzung hat sich der Landkreis Dillingen klar gegen die Verlängerung der Kernkraftwerk-Laufzeiten geäußert. Mit Blick auf die Endlichkeit der fossilen Energieträger Erdöl, Kohle, Erdgas und von Uran ist die Bundesregierung aufgerufen, durch einen verstärkten Einsatz und die nachhaltige Förderung erneuerbarer Energien die Energieversorgung in Deutschland dauerhaft sicherzustellen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zu gefährden.
Kernenergie ist fraglich
Dabei kommt einem vernünftigen Energiemix große Bedeutung zu, bei dem die Kernenergie nur noch als Brückentechnologie eine Rolle spielt. Durch das vom Bundestag beschlossene Energiekonzept, das für die Blöcke B und C des Kernkraftwerkes Gundremmingen eine Verlängerung der Laufzeiten um 14 Jahre bis mindestens 2029 vorsieht, wird die Region jedoch in mehrfacher Hinsicht stark belastet. Deshalb wendet sich der Landkreis Dillingen a.d.Donau gegen die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke, insbesondere des Kernkraftwerkes Gundremmingen. Hauptargumente des Landkreises Dillingen gegen das Kernkraftwerkes Gundremmingen sind:
Entsorgung ist nicht gewährleistet
Die Entsorgung des hoch radioaktiven Atommülls ist nicht gewährleistet. Die Frage der Endlagerung ist in Deutschland noch nicht gelöst. Auch wenn die Erkundung des Salzstocks Gorleben erfolgreich verläuft.
Endlagerung
Gegen den Bau des Zwischenlagers Gundremmingen haben sich seinerzeit, begleitet von einer sehr emotionalen und heftigen Diskussion, rund 76.000 Menschen aus der Region per Unterschrift ausgesprochen. Die Befürchtung der Menschen war und ist, dass sich das Zwischenlager wegen der völlig ungeklärten Endlagerung zu einer Endlagerstätte entwickelt.
Wichtige Gesteinsformationen
Auf der Suche nach Lagerstätten wird vorgeschlagen, parallel zu den Untersuchungen des Salzstocks Gorleben auch die Ton- und Granitformationen in Bayern und Baden-Württemberg auf ihre Eignung für ein atomares Endlager zu untersuchen. Diese Forderungen werden sich durch die weitere Produktion von Atommüll über das Jahr 2016 hinaus nun verstärken. Gegen eine Untersuchung der Region Ulm/Heidenheim wendet sich der Landkreis Dillingen entschieden, weil die Tongesteinsformationen entlang der Donau in Baden-Württemberg und Bayern weit weniger stark sind, als vermeintlich geeignete Gesteinsformationen in anderen Bereichen Deutschlands.
Erneuerbare Engergien fördern
Der Landkreis Dillingen hat bereits vor mehreren Jahren damit begonnen, die Wärmeversorgung seiner Kreiseinrichtungen nach und nach auf erneuerbare Energien umzustellen. Auch finden die erneuerbaren Energien in der Bevölkerung bei der energetischen Gebäudesanierung viel Zuspruch. Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft, weil sie zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig Wertschöpfung in der Region schaffen, also ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind. Zudem macht sich Deutschland damit vom Ausland weniger abhängig, von dem in aller Regel die fossilen Energieträger bezogen werden.
Aufforderung an die Bundesregierung
Deshalb fordert der Landkreis Dillingen die Bundesregierung auf, den nachhaltigen Einsatz erneuerbarer Energien bei der Strom- und Wärmeerzeugung weiter massiv zu fördern. Um den Ausbau der erneuerbaren Energien forcieren und die Versorgungssicherheit in Deutschland auf Basis erneuerbarer Energien gewährleisten zu können, ist die Bundesregierung aufgefordert, zeitnah die Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Ausbau der Netzinfrastruktur zu schaffen und -wie bisher- den Vorrang von regenerativ erzeugtem Strom in den Netzen zu garantieren.
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