Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

Grünbeck erfolgreich mit Mitarbeiter-Beteiligung

Dillingen | 20.12.2013

Günter Stoll, Walter Ernst (beide Grünbeck), Bischof Losinger,Peter Lachenmeier (Grünbeck) & Heinrich Beyer (AGP). Foto:Grünbeck
Günter Stoll, Walter Ernst (beide Grünbeck), Bischof Losinger,Peter Lachenmeier (Grünbeck) & Heinrich Beyer (AGP). Foto:Grünbeck

Die mittelständische Wirtschaft zeigt wachsendes Interesse an der Beteiligung ihrer Mitarbeiter. Das wurde bei den Unternehmergesprächen der AGP bei Grünbeck deutlich. Unternehmen können durchaus Profit aus der Mitarbeiter-Beteiligung schlagen.

Insgesamt 20 Unternehmer folgten der Einladung der AGP (Arbeitsgemeinschaft Partnerschaft in der Wirtschaft e.V.) zum vierten Unternehmergespräch. Gastgeber war diesmal die Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH Höchstädt an der Donau. Grünbeck gilt als eines der bekanntesten Unternehmen mit Mitarbeiter-Beteiligung in Deutschland. Die beiden Geschäftsführer Dr. Günter Stoll und Peter Lachenmeier stellten die Mitarbeiter-Beteiligung vor. Denn bei Grünbeck, kriegen die Mitarbeiter auch ein Stück vom ganz großen Kuchen ab.

Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH war Gastgeber der AGP-Gespräche

Mehr als 100 Mitarbeiter sind bei Grünbeck Gesellschafter. Nach Belieben können Mitarbeiter sich auch als stille Gesellschafter an Grünbeck beteiligen. Damit noch nicht genug. Noch weitere Faktoren machen den Wasseraufbereiter zu einem Vorzeige-Unternehmen in Sachen Mitarbeiter-Beteiligung: Mitunter zeichnet Grünbeck sich durch die Regelung der Unternehmens-Nachfolge oder durch die Sicherung der Unternehmens-Kontinuität durch eine Stiftung aus. „Ohne unser Modell der betrieblichen Partnerschaft wäre es kaum gelungen, Grünbeck zu einer der renommiertesten Firmen im Bereich Wasseraufbereitung zu entwickeln und die Eigenständigkeit des Unternehmens hier in Höchstädt zu bewahren“, sagte Peter Lachenmeier.

AGP-Unternehmergespräche zeigen Vorteile der Mitarbeiter-Beteiligung

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Beim Unternehmergespräch der AGP kam auch der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger zu Wort. Der Kirchenmann betonte die besondere Rolle der Teilhabe breiter Bevölkerungs-Kreise am Produktiv-Vermögen der Wirtschaft. Solch eine Beteiligung würde den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken. Die Meinung des studierten Weihbischofs kann man ruhig ernst nehmen. Denn dass Dr. Losinger sich eingehend mit der Thematik beschäftigt hat, geht aus seiner Promotion „Gerechte Vermögensverteilung – Das Modell Oswald von Nell-Breunings“ hervor.

Problematische wachsende Kluft zwischen Arm und Reich

Losinger hat sich konkrete Vorstellungen zur Vermögensbildung und Mitarbeiterbeteiligung erarbeitet. Gerade die Bundesrepublik als wohlhabender Staat, müsse auf die wachsende Armut im eigenen Land reagieren. Die auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich habe laut Losinger „auf lange Sicht Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, den sozialen Frieden und für die Gerechtigkeits-Frage einer Gesellschaft.“ Im Modell der Mitarbeiter-Beteiligung, erkennt Losinger erste Schritte zur Problem-Lösung. Er favorisiere „seit langem den Weg der Vermögensbildung“. Losinger spricht sich für Arbeitnehmer aus, die zusätzlich zum Lohn und mit einer Rendite aus Kapital-Einkünften ihre Altersvorsorge absichern. Im nächsten Schritt plädiert er aber auch, Arbeitnehmer nach und nach am Produktiv-Kapital zu beteiligen.

Geschäftsführer der AGP plädiert für mehr Beteiligungs-Angebote

Der Geschäftsführer der AGP, Dr. Heinrich Beyer, steht auf Seiten Losingers. Er warb in seinem Vortrag für die Mitarbeiter-Beteiligung. Natürlich - die steuerliche Förderung ist allemal ausbaufähig. Das stellte auch Dr. Beyer in seinem Vortrag nicht in Frage. Dennoch sollte dies nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Einführung einer Mitarbeiter-Beteiligung sein. Schließlich profitieren die Unternehmen auch von der Beteiligung mit einer besseren Finanz-Ausstattung.

Ratsames Konzept für Mittelständische Unternehmer laut AGP

Zudem würden die Angestellten sich dankbar zeigen: Die Bindung würde gestärkt und das Engagement erhöht. Gerade in Zeiten von Fach- und Führungskräfte-Mangel ist es entscheidend für ein Unternehmen, sich im Wettbewerb um qualifizierte Kräfte behaupten zu können. Eine Mitarbeiter-Beteiligung würde laut AGP-Geschäftsführer Beyer die Unternehmens-Attraktivität steigern. Insbesondere mittelständischen Unternehmen empfiehlt die AGP die Umsetzung eines Beteiligungs-Programmes. Denn für Mittelständler sei es einfach einzuführen und erfolgreich erprobt, wie Dr. Beyer von der AGP weiter ausführte.

Wachsendes Interesse an Beteiligungs-Programmen im Mittelstand

Die abschließende Diskussion zeigte, dass viele der teilnehmenden Unternehmensvertreter angetan von der Idee der Mitarbeiter-Beteiligung sind. Das Interesse der mittelständischen Wirtschaft an Fragen der Teilhabe, Mitarbeiter-Bindung und Mitarbeiter-Motivation wächst zunehmend, wie aus den Unternehmer-Gesprächen der AGP hervorging. Wie heißt es im Volksmund nicht so schön? Geteiltes Leid, ist halbes Leid. Doch wer behauptet, dass auch geteilter Erfolg, halben Erfolg bedeutet? Mitarbeiter-Beteiligung kann durchaus profitabel sein.

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