Dillingen | 19.10.2011

Landrat Leo Schrell, Foto: Landratsamt Dillingen
Landrat Leo Schrell ist sich sicher, dass die Energiewende eine Chance für die regionale Wertschöpfung ist. Aus diesem Grund fordert er ein Energie- und Klimaschutzkonzept für den Landkreis Dillingen.
Die vom Bundestag und der bayerischen Staatsregierung beschlossene Energiewende birgt nach Ansicht von Landrat Leo Schrell nicht nur ausgezeichnete Chancen für eine nachhaltige regionale Wertschöpfung in sich. Die Energiewende stellt gleichzeitig das beste Konjunkturpaket seit 30 Jahren dar. „Um spätestens nach dem vollzogenen Ausstieg aus der Kernkraft flächendeckend in Deutschland eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung sicherstellen zu können“, betont der Landrat, „müssen bereits jetzt die Weichen gestellt werden“.
Potenziale zu Einsparung von Energien
Dabei sieht er die Kommunen in einer besonderen Verantwortung. Deshalb hat der Landrat dem Umweltausschuss des Kreistages in der letzten Sitzung vorgeschlagen, die Erstellung eines Energie- und Klimaschutzkonzeptes zu prüfen. Potenziale für Energieeinsparungen und die Erzeugung von regenerativer Energie im gesamten Landkreis Dillingen soll ermittelt werden.
Beteiligung der Städte und Gemeinden im Landkreis
Aus Sicht des Landrats würde es Sinn machen, wenn der Landkreis Dillingen gemeinsam mit den Städten und Gemeinden die Chancen, die sich aus der Energiewende ergeben, ergreifen. Deshalb soll die Analyse auch mit Beteiligung der Städte und Gemeinden in Auftrag geben werde. Aus diesem Grund hat der Landrat das Thema „Energie und Klimaschutz im Landkreis Dillingen“ auf die Tagesordnung der nächsten Bürgermeister-Dienstbesprechung gesetzt. Als ausgewiesenen Fachmann auf dem Gebiet wurde Dr. Hans-Jörg Barth vom energie- und umweltzentrum allgäu (eza!) als Referenten eingeladen.
Kein Grund um sich zurückzulehnen
Im Landkreis Dillingen wird bereits jetzt nahezu der gesamte Stromverbrauch von jährlich rund 480 Mio. kWh aus regenerativer Energie erzeugt. Dank des kommunalen Energie-Managements konnte der Landkreis die Energieeffizienz seiner Einrichtungen in den letzten Jahren spürbar steigern. Bei der Sanierung und dem Neubau von Gebäuden ist die Niedrigenergie-Bauweise Standard. Mit Ausnahme einer Kreiseinrichtung sind demnächst alle Wärmeversorgungsanlagen von fossilen auf regenerative Energien umgestellt. Auch wenn der Landkreis Dillingen damit gut aufstellt sei und in Bayern eine Vorreiterrolle einnehme, sei dies jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen, betont der Landrat.
Die Zukunft mit regenerativen Energien sichern
Vielmehr müsse nach seinen Vorstellungen konsequent der nächste Schritt folgen. Auf der Grundlage eines in sich schlüssigen Energie- und Klimaschutzkonzeptes sollte deshalb ernsthaft geprüft werden, wie beispielsweise durch kommunale Investitionen die Energieversorgung im Landkreis für die Zukunft sichergestellt werden könne. „Dabei muss Ziel sein“, so der Landrat, „dass die Wertschöpfung in der Region bleibt und nicht durch Investoren abgezogen wird“. In diesem Zusammenhang sieht der Landrat neben einem verstärkten Engagement des Landkreises sowie der Städte und Gemeinden vor allem auch in Bürgerbeteiligungsmodellen den Schlüssel zum Erfolg.

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