Fachkräftesicherung

Aktion für eine wirtschaftsstarke Region

Dillingen | 27.07.2009

Der Fachkräfte-Mangel erreicht die Region Ulm Fachkräfte-Mangel

Mit dem Projekt „Fachkräftesicherung“ wollen die beiden Landräte Leo Schrell und Stefan Rößle den nordschwäbischen Wirtschaftsraum als attraktiven Standort mit qualifizierten Arbeitskräften nachhaltig stärken.

Damit reagieren die beiden Landkreise auf den Fachkräftemangel, der sich bereits vor der anhaltenden wirtschaftlich schwierigen Lage auch in Nordschwaben in zahlreichen Branchen abgezeichnet hat. Nach Einschätzung der Wirtschaft werde der Fachkräftebedarf in der Phase des für 2010 erwarteten wirtschaftlichen Aufschwungs wieder deutlich sichtbar. Deshalb, so der Landrat, sei Handlungsbedarf im engen Schulterschluss mit der Wirtschaft geboten.

Vor diesem Hintergrund haben die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) und die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) auf Initiative der beiden Landräte bereits im Sommer 2008 eine Studie zum langfristigen Fachkräftebedarf und zur Fachkräftesicherung in Schwaben und den Teilregionen erarbeitet. Dabei waren auch die Hochschulen der Region, weitere Bildungsträger und die Agentur für Arbeit eingebunden.

An der Befragung haben schwabenweit über 1.300 Unternehmen teilgenommen. Für 50 Prozent der befragten Unternehmen hat der Fachkräftemangel große oder sehr große Bedeutung. Insbesondere sind dabei Firmen mit 20 bis 50 Mitarbeitern betroffen. Unabhängig von der Größe der Unternehmen sind die Branchen Metallerzeugung und –bearbeitung sowie Maschinenbau am Stärksten tangiert.

Die Auswertung der Befragung bezogen auf die Teilräume Nord- und Westschwaben sowie den Wirtschaftsraum Augsburg und das Allgäu hat ergeben, dass der Wirtschaftsraum Nordschwaben überdurchschnittlich vom Fachkräftemangel betroffen sei, so Dr. Lintner von der IHK. Auf Seiten des Handwerks wird beim Ausbauhandwerk und beim Handwerk für gewerblichen Bedarf in der Fachkräftesicherung eine große oder sehr große Bedeutung gesehen. Daneben ist auch in Nordschwaben bei den Industriebetrieben in den Branchen Elektrotechnik, Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Maschinenbau ein zunehmender Fachkräftebedarf sichtbar geworden.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Befragung und den bereits vorgenommenen Analysen wird unter der Verantwortung von Prof. Dr. Markus Glück vom Technologie-Centrum Westbayern in Nördlingen in der Region Nordschwaben in den kommenden Monaten die Phase II des Projektes „Fachkräftesicherung“ umgesetzt. Die Finanzierung übernehmen die beiden Landkreise. Neben der Erfassung der regionalen Bildungsangebote soll dabei im Gespräch mit den Bildungseinrichtungen, Handwerksbetrieben und den Unternehmen in der Region der Fachkräftebedarf branchenspezifisch analysiert und der konkrete Handlungsbedarf dokumentiert werden. Basierend darauf sollen dann konkrete Projekte entwickelt werden, die zum Ziel haben, jungen Menschen in Nordschwaben eine Perspektive auf einen qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu schaffen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu fördern. Dabei soll die Mitarbeiterbindung und Qualifizierung von Mitarbeitern im Vordergrund der Projektarbeit stehen.

Damit, so Landrat Leo Schrell, trägt das Projekt „Fachkräftesicherung“ effektiv dazu bei, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels junge Familien in den ländlichen Räumen zu halten. Damit werden unsere ländlich strukturierten Kommunen gestärkt und Wertschöpfung geschaffen.

Ins selbe Horn stieß sein Kollege Stefan Rößle und warb bei Bildungseinrichtungen und Unternehmen, sich aktiv in das Projekt einzubringen.