Augsburg | 02.06.2011
Die Gewerkschaft ver.di hat zu Warnstreiks aufgerufen. Deshalb blieben am gestrigen Mittwoch einige Geschäfte in Augsburg, Ingolstadt und Kempten geschlossen.
Der bayerische Einzelhandel befindet sich momentan mit den Arbeitgebern im Tarifkonflikt. Deshalb will die Gewerkschaft ver.di den Druck auf der Arbeitgeberseite erhöhen. Aus diesem Grund hat ver.di die Beschäftigten von 40 Geschäften in München, Ingolstadt, Augsburg, Kempten, Würzburg und Aschaffenburg zu Warnstreiks aufgerufen. Am gestrigen Mittwoch blieben deshalb einige Geschäfte zeitweise geschlossen.
Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent
Die Arbeitgeber boten nur eine Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent an. Die Gewerkschaft kritisierte dieses Angebot angesichts einer zu erwartenden Preissteigerung von 2,5 Prozent als Reallohnverlust. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Martin Aigner, sieht alles ganz anders. Er hält die Forderungen der Gewerkschaft als vollkommen überzogen und weltfremd.
Tarifverhandlungen sind gescheitert
Hintergrund der Aktion sind laut Augsburger Allgemeine die festgefahrenen Tarifverhandlungen. So fordert die Gewerkschaft in den Gesprächen eine Erhöhung der Gehälter um sechs Prozent. Zudem fordert ver.di, dass der Gehalt um mindestens 120 Euro steigt. Des Weiteren fordert die Gewerkschaft ver.di einen Stopp des „Missbrauchs von Leiharbeit.“ Die nächste Verhandlungsrunde soll am 8. Juni in München stattfinden.
Der erste Warnstreik
Bereits im März scheiterte die erste Runde der Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und der Gewerkschaft. Daraufhin rief ver.di mehr als 50 Betriebe zu einem Warnstreik auf. Die 330.000 Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel wollen für ihre ständig steigenden Leistungen endlich mehr Geld bekommen.
Bayerischer Einzelhandel startet stark ins Jahr
Der bayerische Einzelhandel ist stark ins Jahr gestartet. Der Umsatz wuchs im Januar und Februar um 3,6 Prozent. Damit wuchs der Umsatz im bayerischen Einzelhandel doppelt so stark wie im Bund. Doch nicht alle Branchen profitieren gleichermaßen von dem Aufschwung. Momentan legen Baumärkte kräftig zu und auch Artikel der Unterhaltungselektronik boomen. Währenddessen schrumpfte laut Augsburger Allgemeine der Umsatz im Textileinzel- und Buchhandel.

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