Augsburg | 13.12.2011

Symbolbild Absage, Quelle: Fotolia
Die Forderungen der IG Metall Bayern nach einer unbefristeten Übernahme von Auszubildenden und Mitsprache-Rechten des Betriebsrates beim Einsatz von Zeitarbeiternehmern wurde vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. (vbm) klar zurück gewiesen. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm, erklärte dazu: „Die IG Metall Bayern hat die Zeichen der Zeit verkannt.“
Zur Forderung der IG Metall nach einer unbefristeten Übernahme von Auszubildenden sagte Brossardt: „Über ein Drittel der bayerischen M+E-Unternehmen bildet über Bedarf aus. Genau diese Unternehmen würden durch eine Übernahme-Verpflichtung bestraft. Es bestünde die Gefahr, dass sie ihr hohes Ausbildungs-Engagement zurückfahren.“ Zudem wies der Hauptgeschäftsführer des vbm darauf hin, dass laut einer Verbandsumfrage in diesem Jahr die bayerischen M+E-Unternehmen 92 Prozent der ausgelernten Auszubildenden übernommen haben – 39 Prozent unbefristet und 53 Prozent zunächst für ein Jahr befristet. Bei knapp der Hälfte der Befristungen gilt die anschließende Übernahme bereits jetzt als sicher. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre wurden 77 Prozent der Auszubildenden letztendlich dauerhaft übernommen. Der Großteil der Weggänge erfolgte dabei freiwillig aufgrund neuer beruflicher Perspektiven. Brossardt vom vbm betonte: „Der dauerhafte Verbleib der Auszubildenden im Betrieb ist die Regel.“
Auf Kosten der leistungs-schwächeren Jugendlichen
„Die IG Metall darf die Augen nicht vor der Volatilität in der Metall- und Elektroindustrie verschließen. Kein Unternehmen kann heute entscheiden, ob es in drei Jahren, nach Ende der Ausbildung, in einer konjunkturellen Lage sein wird, alle Auszubildenden unbefristet zu übernehmen. Daher werden die Unternehmen, um dieser nicht kalkulierbaren Verpflichtung zu begegnen, ihre Ausbildungs-Aktivität deutlich zurückfahren. Die Rechnung bezahlen die leistungs-schwächeren Jugendlichen“, so Brossardt weiter.
„Betriebsräte nicht mit Fragen zum Einsatz von Zeitarbeitern belasten“
Zur Forderung nach Mitwirkungs-Rechten von Betriebsräten beim Einsatz von Zeitarbeitnehmern betonte Brossardt: „Die IG Metall dramatisiert den Einsatz von Zeitarbeitnehmern. Der Anteil in der bayerischen M+E Industrie liegt bei lediglich fünf Prozent, bezogen auf die Gesamtbelegschaft. Zeitarbeit wird als eines der Flexibilisierungs-Instrumente benötigt. Jedoch sollten wir unsere Betriebsräte nicht mit Fragen zum Einsatz von Zeitarbeitnehmern belasten. Darum haben sich die Betriebsräte der Zeitarbeitsfirmen zu kümmern. Unsere Betriebsräte befassen sich schon nach heutiger Gesetzeslage immer dann mit Zeitarbeit, wenn die Belange der eigenen Stammbelegschaft betroffen sind.“
Weitere Informationen unter www.vbm.de
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