Zukunftsoffensive

Zukunftsoffensive Augsburg tritt in Aktion

Augsburg | 22.06.2010

Zukunftsoffensive Augsburg
Zukunftsoffensive Augsburg

Initiatoren der Zukunftsoffensive Augsburg informierten gestern im Rathaus über die Pläne für den Wirtschaftsraum Augsburg. "Wertschöpfung durch Innovation" ist das Ziel der Aktion. (Bildergalerie und Video.)

Gestern Abend trafen sich im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses die führenden Mitglieder der Schwäbischen Wirtschaft und Politik. "Innovation" lautet der Schlüsselbegriff der Zukunftsoffensive Augsburg. Die Leitidee ist, neue Ideen erfolgreich umzusetzen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Jürgen Schmid von der HWK erklärt, was an der Zukunftsoffensive neu ist: "Dass alle Partner an einem Strang ziehen." Gemeinsam sollen Impulse gesetzt werden, um das regionale Innovationssystem zu stärken. Die Partner des Netzwerkes sind die Stadt Augsburg, der Landkreis Aichach Friedberg, der Landkreis Augsburg, die HWK Schwaben, die IHK Schwaben, die IG Metall Augsburg, Regio Augsburg Wirtschaft A³, die Förderagentur Augsburg und imu Augsburg.

Offene Kommunikation und Wissenspartnerschaften

Die Zukunftsoffensive Augsburg lebt von den Akteuren im Innovationssystem, erklärte Bürgermeister Dr. Kurt Gribl. Diese können und sollen sich einbringen, wo sie Handlungsbedarf sehen. Wichtig ist daher eine offene und intensive Kommunikation innerhalb des Wirtschaftsraum Augsburg. Treiber für Innovation sind auch Partnerschaft mit Hochschulen. "Alle arbeiten Hand in Hand" - das ist das höchste Ziel. Alle, das sind alle Akteure im Wirtschaftsraum Augsburg - regionale Politik, Kammern, Gewerkschaften und Agentur für Arbeit. Und natürlich die Unternehmer. "Wir können für uns in Anspruch nehmen, dass wir gut aufgestellt sind", freut sich Gribl.

Innovationsfaktor Mitarbeiter

Dr. Andreas Kopton von der IHK verwies auf die Innovationskraft kleiner und mittelständischer Unternehmen: "Familienunternehmen sind in der Regel doppelt so innovativ wie Börsenunternehmen." Entscheidender Innovationsfaktor seien die Mitarbeiter. Daher sei auch die Fachkräftesicherung immens wichtig für einen innovativen Wirtschaftsraum. "Nur Kollegen, die motiviert sind, werden bereit sein, innovativ zu sein."

Innovative Handwerksbetriebe

Jürgen Schmid von der Handwerkskammer Schwaben erklärte die Aufgabe der HWK in der Zukunftsoffensive: Im Bereich Forschung ist sie Partner der Betriebe. Dadurch unterstützt sie deren Innovationskraft. Schmid räumte mit dem Vorurteil auf, dass Handwerksbetriebe nicht innovativ seien. "Problemlösung ist die ureigenste Aufgabe des Handwerkers." Der Unterschied sei, dass sie den pragmatischen und nicht den wissenschaftlichen Ansatz haben.

Konkurrenz in Shanghai

Bayern hatin den vergangenen Jahren in Forschung und Entwicklung investiert. Schon jetzt seien Erfolge zu sehen, so Ministerialdirigent Dr. Gert Achim Gruppe. "Ich glaube, damit sind wir gut gefahren." Er wies auf weitere Investitionen hin. "Es geht nur um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Nur darum. Was auch immer wir tun, unsere Hauptkonkurrenten sitzen an Orten wie Shanghai." Aber letzten Endes liegen "in der globalisierten Welt die Vorteile in regionalen Elementen."

MAN-Geschichte als Beispiel

Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstandes der MAN SE, fasste die Geschichte seines Unternehmens zusammen. Auch die MAN hat immer wieder große Veränderungen gesehen und Innovationskraft bewiesen. Besonders wichtig sei ein massives Know How. Bei der MAN-Neuaufstellung musste man „Strategien entwickeln, neue Kompetenzen schaffen“. Teile von MAN, die zuvor eigenständig waren, arbeiten inzwischen eng zusammen. Diese Kombinierung von Kompetenzen ist auch eine Idee, die die Zukunftsoffensive Augsburg verfolgt.

"Ein kleines Davos für Innovation"

Jürgen Kerner von der IG Metall erklärt, man müsse "Beschäftigten signalisieren, dass wir auf ihr Wissen angewiesen sind". Für die Zukunftsoffensive müsse man Arbeitnehmer und Betriebsräte für Innovationen gewinnen und Netzwerke bilden. "Jahrzehntelang haben wir um die Ansiedlung von Forschungsinstitutionen gekämpft, nun müssen wir sie mit der Wirtschaft verknüpfen." Er fügte hinzu, wo er Augsburg in der Zukunft sieht: "Meine Illusion: Ein kleines Davos für Innovation."

Es lohnt sich, sich einzusetzen

Abschließend sagte Dr. Kurt Gribl: "Es lohnt sich, dass wir uns dafür einsetzen. Wenn die Großen vorangehen, dann haben auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen den Mut, sich darauf einzulassen."

Eindrücke von der Auftaktveranstaltung im Rathaus gibt dieses Video und unsere Bildergalerie.
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