Augsburg | 06.08.2009
Weiterhin skeptisch sind die Unternehmen in der Stadt Augsburg hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung in den nächsten Monaten. Konnten bislang teilweise immer noch Auftragspolster abgearbeitet werden, so sind diese nun nahezu aufgebraucht, aber die erhofften Neuaufträge lassen noch auf sich warten.
Dies ergibt die Konjunkturumfrage der IHK Schwaben unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Stadt Augsburg. „Wir sind noch nicht über den Berg“, so Ernst Holme, Vizepräsident der IHK Schwaben und Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt. „Die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2009 bleibt unsicher.“
Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage seitens der Unternehmen unterscheidet sich kaum von der Bewertung zu Jahresbeginn und deckt sich auch mit den schwabenweiten Ergebnissen. Knapp jedes fünfte Unternehmen bezeichnet seine Lage in der Stadt Augsburg noch als gut, mehr als jedes dritte als schlecht. Es sind vor allem die Industrieunternehmen, die aufgrund stetig gesunkener Auftragseingänge nun keine ausreichende Auslastung mehr vorweisen können. Im Vergleich zur Umfrage zu Jahresbeginn konnte kein einziges befragtes Industrieunternehmen von gestiegenen Auftragseingängen berichten, sondern der überwiegende Teil musste mit sinkenden Auftragsvolumina zurechtkommen. Konnten vor einem halben Jahr noch Auftragsbestände abgearbeitet werden, so berichten nun drei von fünf Industrieunternehmen von zu kleinen Auftragsbeständen. „Der Anstieg bei der Kurzarbeit verdeutlicht die Auftragslage vieler Unternehmen“, verweist Holme auf die Arbeitsmarktsituation in der Stadt. „Da es keine Anzeichen für eine rasante Erholung gibt, werden viele Unternehmen im Herbst um Entlassungen nicht herumkommen“, befürchtet der IHK-Regionalvorsitzende.
„Die Unternehmen sind sich aber bewusst, dass sie ihre qualifizierten Mitarbeiter beim Anziehen der Konjunktur benötigen. Daher werden solange wie möglich Entlassungen vermieden werden“, so Holme weiter.
Erwartungen nach wie vor skeptischDie Erwartungen der Augsburger Unternehmen sind laut Umfrage nach wie vor skeptisch. Nur gut jedes zehnte Unternehmen erwartet sich in den kommenden Monaten eine Verbesserung seiner Geschäftslage, während nicht ganz die Hälfte von einer Verschlechterung ausgeht. Die Augsburger Unternehmerschaft zeigt sich damit etwas pessimistischer als die Wirtschaft in anderen Regionen Schwabens. Insgesamt sind die Auftragserwartungen seitens der Industrie überwiegend abnehmend, wenn auch einige positive Tendenzen im Inlandsgeschäft erkennbar sind. „Diese Zuwächse bei einigen Firmen werden jedoch nicht ausreichen, um den Arbeitsmarkt so stabil zu halten wie bisher“, glaubt Holme. Bei der Umfrage gibt über die Hälfte der Unternehmen an, in nächster Zeit Entlassungen vornehmen zu müssen. „Wir hoffen natürlich, dass der Lichtstreif, der sich in anderen Bereichen und Regionen bereits zeigt, schneller auch auf die Stadt Augsburg überspringt als wir bislang vermuten“, zeigt Holme Optimismus. „Aber von einer entspannten Situation können wir derzeit noch nicht reden.“
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