Augsburg | 03.08.2009
Markus Ritter wird Nachfolger von Volker Ulrich. Ulrich gibt sein Amt als Bezirksvorsitzender der Jungen Union in Augsburg auf. Am freitag hatte Ulrich sein Amt übergeben.
Acht Jahre war er in diesem Amt und nicht immer waren alle mit seinen Äußerungen einverstanden. Dabei gibt er sich selbst auch ein Teil der Schuld. Er selbst räumte ein, dass er öfter hätte schweigen sollen, damit er in seinem Amt weiterhin Erfolg gehabt hätte.
Jetzt ist Ullrich ein scheidender JU-Chef, der heute offiziell verabschiedet wird. Markus Ritter soll Nachfolger werden. Der 29-jährige Jurist ist einziger Bewerber. Und Ullrich? Er hat keine wichtige Funktion mehr in der Partei, bleibt einfacher Stadtrat.
Gestern vor den Medien zog ein gut gelaunter Ullrich Bilanz der acht Jahre. Als Motto dieses Zeitraums gab er aus: „Die JU hat nicht nur Staub aufgewirbelt, sondern auch
Spuren hinterlassen.“
Parteiintern ist er sehr umstritten
Er sei bewusst angeeckt, sagte er, „mein Engagement ist in der CSU nicht immer auf positive Resonanz gestoßen.“ Das hört sich harmlos an. Dabei stand Ullrich kurz vor
dem Rauswurf aus der Stadtratsfraktion, weil er sich gerne mal mit den Referenten Walter Böhm und Andreas Bubmann inhaltlich angelegt hatte. Ullrich ist parteiintern
sehr umstritten. Dass er den Sprung in den Bezirksvorstand der CSU nicht geschafft hat, liegt daran, dass der neue Parteichef Christian Ruck nicht zu den Förderern der politischen Karriere von Ullrich zählt. Der 33-jährige Jurist und Diplom- Kaufmann, der mit seinem forschen Auftreten durchaus beeindruckt, hat eine eigene Meinung.
Die hat er immer gehabt, die hat er heute – und die tut er gerne kund. Beispiele von gestern: „Die CSU muss visionär denken. Ich rede von den Kommunalwahlen 2014 und 2020. Ein schwarz-grünes Bündnis? Das darf kein Tabu sein. Jetzt ist das Gebot der Stunde, die bürgerliche Mehrheit zusammenzuhalten.“
Es ist bekannt, dass Ullrich vor einem Jahr gerne Wirtschaftsreferent in Augsburg geworden wäre. Er kam nicht zum Zug, weil eine Findungskommission auf andere
Bewerber setzte. Bei der entscheidenden Abstimmung im Stadtrat machte der parteilose Andreas Bubmann das Rennen. Ein einflussreicher CSU-Stadtrat sagt im Rückblick: „Da wurde vielleicht auch jemand gewählt, um jemand anderen auszubremsen.“
Bubmann agiert unglücklich, das Debakel beim neuen Messechef wird ihm in die Schuhe geschoben. Ullrich hält sich zurück: „Ich vermisse noch in letzter Konsequenz
die Durchschlagskraft des neuen Wirtschaftsreferats.“ Dies hätte sich vielleicht vor einigen Monaten noch anders angehört, doch Ullrich scheint lernfähig zu sein.
„Fühle mich berufen, andere Aufgaben zu übernehmen“
Dass er ehrgeizig ist, weiß jeder, der mit ihm zu tun hat. Die gestrige Botschaft des einfachen Stadtrats ist ein Versprechen, mancher mag es in der CSU als Drohung verstehen. Ullrich: „Ich fühle mich berufen, andere Aufgaben zu übernehmen.“

Im Mai 2006 übernahm der Schwede Håkan Samuelsson den Vorstand im Nutzfahrzeuge- und Maschinenbaukonzern. Damals wurde er von Aktionären beinahe begeistert gefeiert. [zum Artikel »]
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