Augsburg | 30.09.2010
"Eine ganze DVD Sammlung voller Filmschätze". Das Verlagshaus Presse-Druck und die Augsburger Allgemeine Zeitung sorgen bei der Premierenfeier für Gänsehaut, staunende Gesichter und viele Lacher.
Wer hat alles mitgefeiert? (Bildergalerie)
Wie hat es den Premierengästen gefallen? (Video)
Eigentlich kennt ihn jeder, den Blick vom Augsburger Rathausplatz auf die mönstrose Fassade des Rathauses oder den Blick, die Maximilianstraße hinunter. Aber den Einblick, den die neue DVD Sammlung "So war das" bietet, haben Sie garantiert noch nicht erlebt.
„Ich bin richtig stolz auf dieses Produkt“. Markus Günther, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen: „Wir wussten früh, dass wir ein faszinierendes Produkt bekommen werden. Aber wenn man es erst einmal in Händen hält, ist das doch etwas Besonderes.“
Rückblende. Die Idee, zusammen mit Lesern und Leserinnen die Geschichte der Region auf Film zu bannen, hatte die Redaktion von Anfang an angetrieben. Im Frühjahr startete eine große Kampagne mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Damals wusste niemand, wie viel Material in welcher Qualität eingehen wird. Aber die Sorgen erwiesen sich als unbegründet. Am Ende stapelten sich die Filmrollen mannshoch. Rund 200.000 Meter Filmmaterial war es am Ende, die gewälzt werden mussten, oder besser gesagt gewälzt werden durften.
Das Versprechen, jedem Einsender eine digitale Kopie seiner ganz persönlichen Filmschätze zu schenken, hat die Redaktion gerne eingelöst. Die schwierige Aufgabe war, unzählige in Ehren ergraute Originale in den unterschiedlichsten Formaten zu überspielen. „Wir hatten hundert Waschkörbe voller Material. Dieses in der Kürze der Zeit zu bearbeiten, war eine Herausforderung“, sagt Digitalisierer Frank Rudolf, Chef der „Filmwerkstatt“ in Augsburg. „Aber es hat Spaß gemacht. Wir bekamen Aufnahmen zu sehen, von denen niemand wusste, dass sie überhaupt existieren.“
200.000 Meter Material
Was nun folgte, war aus redaktioneller Sicht vielleicht der anspruchsvollste Part der Produktion: Das gesamte Material, jeder einzelne der 200.000 Meter, wollte gesichtet und gewichtet sein. Die Szenen mussten ausgewählt und in eine spannende Erzählfolge geschnitten werden. Es entstand ein Drehbuch, eine große Geschichte voller kleiner Geschichten. Oft saß das Team um TV-Redakteur Wolfgang Köppendörfer bis tief in die Nacht vor den Monitoren. Ob sich die Arbeit gelohnt hat? „Sehen Sie sich die DVD-Reihe an - und Sie kennen die Antwort“, sagt Köppendörfer.
Neugier schon vorab geweckt
Nicht nur das Produktionsteam ließ sich von den ersten Eindrücken überzeugen. Bald weckte das Projekt „draußen“ Neugierde. Viele prominente Persönlichkeiten in der Region folgten der Einladung in die Studios, um ihre Erfahrung und ihre Erinnerung als Interviewpartner einzubringen.
Die Politgrößen Claudia Roth - sie beschreibt ihre Kindheit in Babenhausen (Kreis Unterallgäu) -, Günther Beckstein und Theo Waigel sprechen vor der Kamera. Waigel sagt: „Die Nachwelt wird uns unendlich dankbar sein, dass wir diese Filmschätze erhalten haben.“
Ein Highlight jagt das Nächste
Sportstars wie Olympiasiegerin Heidi Grundmann-Schmid kommen in Wort und Bild vor. Dazu ein Highlight der DVD: Die Augsburger Fußball-Legende Helmut Haller in Aktion, sowohl auf als auch neben dem Platz. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von dem Historiker Peter Fassl, Bezirksheimatpfleger für Schwaben. Kommentare von vielen Zeitzeugen und Hobbyfilmern, die mitunter selbst im Bild zu sehen sind, machen das Material noch authentischer.
Mit der Fertigstellung der „So war das“-Edition erhält die Region ein filmisches Gedächtnis - ein einmaliges Projekt, das ohne das Engagement der Leserinnen und Leser der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatzeitungen nicht möglich gewesen wäre, so Chefredakteur Günther. Hunderte Einsender haben ihre Archive geöffnet und der Redaktion 200.000 Meter privates Filmmaterial zukommen lassen. Nach verlorenen Jahren in Schubladen und Kisten auf Dachböden und in Kellern findet es eine neue, schöne Bestimmung.
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