Augsburg | 10.08.2010

Stefan Holzamer, Vorsitzender bayme vbm Region Augsburg und Geschäftsführer SGL Carbon GmbH
Die bayme vbm Konjunkturumfrage vom Juli macht deutlich, dass sich die Schwäbische Metall- und Elektroindustrie überraschend schnell von der Krise erholt hat. Stefan Holzamer: "Beschäftigung wird nach Sommerpause wieder steigen.
Das Video-Interview mit Stefan Holzamer
Die konjunkturelle Erholung der schwäbischen Metall- und Elektroindustrie verläuft schneller als erwartet. Die wesentlichen Impulse kommen aus dem Export. Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsbetrieben in Schwaben. "Die schwäbische Metall- und Elektroindustrie ist klar im Aufwind. Die Skepsis, die bei der letzten Umfrage zur Jahreswende noch bestand, ist verflogen. Die heimische M+E-Industrie glaubt an den Aufschwung." Das erklärt Stefan Holzamer, Vorsitzender der Region Augsburg der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm.
"Export führt uns aus der Krise."
In der Umfrage wurden die Betriebe zum Inlandsgeschäft im ersten Halbjahr 2010 befragt. Fast jeder zweite Betrieb bezeichnete es als gut, nur noch 31 Prozent als schlecht. Im Export waren sogar fast 60 Prozent der Unternehmen zufrieden. Stefan Holzamer: "Wir sind überzeugt, dass es der Export ist, der uns aus der Krise führt." Auch für die zweite Jahreshälfte sind die Firmen optimistisch. Knapp jeder zweite Betrieb rechnet mit einer weiteren Verbesserung des Inlandsgeschäfts. Nur acht Prozent befürchten eine Eintrübung. Hinsichtlich des Exports rechnet ebenfalls fast jeder zweite Betrieb mit einer weiteren Belebung. Pessimistisch sind hier lediglich 15 Prozent. Die Auswertung der Umfrage finden Sie unterhalb des Textes als Pdf-Datei.
Unternehmen haben das Krisenjahr zur besseren Positionierung genutzt
Die Produktions- und Investitionspläne der schwäbischen M+E-Industrie sind klar positiv. 46 Prozent der Betriebe wollen ihren Output im zweiten Halbjahr ausweiten. 43 Prozent wollen ihn zumindest stabil halten. Bei den Investitionen hält etwa die Hälfte der Firmen ihre Budgets konstant. Ein Drittel der Firmen weitet die Investitionen sogar aus.
Fachkräftemangel ist eine echte Gefahr
Stefan Holzamer betont, dass sich die überraschend schnelle Erholung positiv auf die Beschäftigung auswirkt. "Seit März ist bayernweit der Beschäftigungsabbau gestoppt. Für die zweite Jahreshälfte zeigen die Beschäftigungspläne wieder nach oben. 45 Prozent der Firmen wollen dann neue Arbeitsplätze im Inland schaffen. Nur jeder zehnte Betrieb fürchtet, Stellen abbauen zu müssen. Inzwischen sagen sogar knapp 38 Prozent der Firmen, dass der Arbeitskräftemangel ihre Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Das ist ein Trend, den man sehr gut beachten muss. Wir steuern auf einen Fachkräftemangel zu und man muss gegensteuern.", macht Stefan Holzamer deutlich.
Beschäftigung zieht wieder an
"Wir rechnen damit, dass die Beschäftigung spätestens nach der Sommerpause wieder anzieht. Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir bayernweit einen Zuwachs von bis zu 7.000 Stellen. Auf die schwäbische M+E-Industrie werden davon rund 1.500 Stellen entfallen.", sagt Stefan Holzamer zur aktuellen Lage. "Trotzdem warne ich davor, dass man in eine falsche Euphorie gerät. Es sind gerade 50 Prozent des Standes von vor der Krise wiedererreicht."
Wie Vorsprung halten und ausbauen?
"Wir gehen davon aus, dass sich der konjunkturelle Aufholprozess spätestens im kommenden Jahr abschwächen wird. Der Trend wird aber weiter aufwärts gerichtet sein." Um den Vorsprung der schwäbischen M+E-Industrie zu halten und auszubauen sowie für einen nachhaltigen Aufschwung zu sorgen, kommt es laut Stefan Holzamer auf folgende vier Aspekte an: "Was wir brauchen, sind stabile Arbeitskosten, stabile Finanzmärkte und Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Zudem müssen wir weiter konsequent auf Industrie, Export und Innovationen setzen."
Das Video-Interview mit Stefan Holzamer
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